Wien ist anders-leider (noch)

Was haben München,Köln, Zürich, Paris, Barcelona, Malmö, und viele andere Städte in Europa, was Wien nicht hat.

Alle haben rot-grüne Mehrheiten
und
Grüne in der Regierung, die zeigen, was Grüne Programmatik in der Praxis kann.

In Österreich hat sich die SPÖ noch nie entschlossen, eine Koalition zu wagen.
Auch wenn es Mehrheiten gab (wie z.B. in Salzburg)
Anders die ÖVP (Graz, Oberösterreich)

In Wien wird es mit größter Wahrscheinlichkeit im Herbst eine deutliche rot/grüne Mehrheit geben, und damit die Chance statt des Stagnationsmodell rot/schwarz eine neue Alternative zu versuchen.

Wir werden im Wahlkampf darzustellen versuchen, was in Wien anders wäre, wenn Grün gestalten könnte.
Auch hier am blog möchte ich das ausführlich zur Diskussion stellen.

Heute nur das:
Ein rot/grüner Streifzug durch Europa.
Um zu zeigen wie “anders” Wien leider noch ist:

ROT/GRÜN in Europa

Deutschland:
München: Seit 1990 Mehrheit von SPD und GRÜNEN gemeinsam mit kleineren Listen, Vizebürgermeister ist Hep Monatzeder.
Köln (seit 2009): Die Grüne Vizebürgermeisterin Angela Spizig war auch schon unter einer “schwarz-grünen” Koalition Vizebürgermeisterin.
Bremen: Mehrheit SPD-GRÜNE seit 2007, Karin Mathes ist Vizepräsidentin der Bremischen Bürgerschaft.
Auch in zahlreichen “mittleren” Städten Deutschlands gibt es Mehrheiten SPD-GRÜNE.

Schweiz:
Zürich (seit 1990 rot-grün regiert) hat grüne Stadtregierungsmitglieder für Tiefbau und Polizei.
In den nächst-größten Städten Genf, Basel, Bern und Lausanne gibt es ebenfalls rot-grüne Mehrheiten, die Stadtregierungen sind aber (ähnlich wie in Wien) proporzmäßig besetzt und werden meist direkt gewählt.

Niederlande:
In zahlreichen Städten gibt es rot-grüne Mehrheiten, u.a. in Amsterdam und Utrecht.

Belgien:
In der Region Brüssel regieren Grüne mit, allerdings nicht nur mit der PS, sondern auch mit bürgerlichen Parteien. Evelyne Hyutebroeck (Ecolo) ist Ministerin für Umwelt und Energie, außerdem gibt es noch zwei grüne Staatssekretäre je einer von der flämischen Partei Groen! Und von der wallonischen Partei Ecolo.

Schweden:
Eine rot-grüne Mehrheit gibt es in Malmö, dort stellen die Grünen mit Lari Pitkä-Kangas den Vizebürgermeister. Stockholm ist derzeit konservativ regiert, hatte jedoch vor 2006 eine “rot-grüne” Koalition, die u.a. die City-Maut einführte.

Spanien:
In Barcelona stellt eine Koalition der links-grünen ICV (Mitgliedspartei der Europäischen Grünen) mit den Sozialisten und Linksrepublikanern die Stadtregierung, Vizebürgermeister und Sozialstadtrat ist Ricard Gomà, Umweltstadträtin die frühere Vizebürgermeisterin Imma Mayol.

Frankreich:
Paris: Seit 2001 gibt es eine Koalition der Sozialisten (PS) und der Grünen (Les Verts), u.a. mit einem Stadtrat für nachhaltige Entwicklung und Klimaschutz (Denis Baupin, der davor für Verkehr zuständig war).

Dänemark:
Kopenhagen: Seit 2009 regiert eine Koalition der SF (Sozialistische Volkspartei, Beobachter-Partei der Europäischen Grünen) mit den Sozialdemokraten die Stadt, SF stellt eine Stadträtin für Gesundheit (Ninna Thomsen) und einen Stadtrat für Umwelt (Bo Asmus Kjeldgaard).

(danke an Gerhard Jordan für diese wichtige Recherche)

Wer fährt Rad in Wien? Die Gebildeten und die Reichen

Wer fährt eigentlich in Wien mit dem Fahrrad?

Dazu interessante Grafiken.

Dies war zu erwarten, es lohnt aber trotzdem, darüber nachzudenken.
Je höher der Bildungsstand, desto (deutlich) höher die Radnutzung.
Besonders ausgeprägt: Akademiker/innen

Quelle dieser Grafiken: MA18, Beiträge zur Stadtentwicklung (K.Czasny, J. Gielge)

Aus folgender Grafik läßt sich zweierlei fragen:
Wieso fahren mehr Männer Rad?
und:
Was ist mit den unter 30-Jährigen los?

Dies jedoch ist überraschend:
Je höher das Einkommen desto (ebenso deutlich) höher die Radnutzung.

Warum ist das so?
Auto hat offenbar noch viel mehr mit Status zu tun, als allgemein vermutet wird.
So bitte es klingt, aber man muß es so aussprechen.
Wer eine gute Bildung hat, oder gut verdient, kann es sich leisten, nicht im Auto sein Ego zu stärken.
Da steht objektive Gewinn des Radelns ( Wohlbefinden, Kosten-Zeitersparnis, kein Ärger beim Parkplazsuchen, etc.) im Vordergrund.
Ist es allzu “political incorrect” diesen Schluß zu ziehen:
Wer arm bzw ungebildet ist, braucht das Auto als Egoersatz.
Oder gibts andere Ursachen.
Und v.a.
Welche Konsequenzen soll die Politik daraus ziehen?