der OMV-Chef kanns nicht lassen

Wolfgang Ruttenstorfer ist Chef des Ölkonzerns OMV.
Immer wieder versucht er sich in Ölpreisprognosen, die er der Öffentlichkeit mitteilt.
“peak-oil” ist ihm fremd.
Drum liegt er mit seinen Prognosen immer sagenhaft daneben.
Das muß man sich einmal anschaun.
Es lebe das Archiv!


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16 Replies to “der OMV-Chef kanns nicht lassen”

  1. mmh. mir ist eher unklar, was das zeigen soll. preise lassen sich grundsätzlich nicht prognostizieren. weder von ruttensdorfer noch von chorherr. trotzdem werden naturgemäss planungsannahmen gemacht. wer zufällig besser plant spart geld, aber langfristig gehts eher um risikomanagement denn um “prognosen”.

    1. @martin schimak

      “preise lassen sich grundsätzlich nicht prognostizieren” ???

      woher diese these?

      du schreibst normalerweise ganz gute kommentare, aber das ist mmn. einfach falsch

    2. wenn das falsch ist, dann empfehle ich ein paar güter, deren preise demnächst steigen auf kredit zu kaufen um unmittelbar danach nie mehr arbeiten zu müssen. ich bleibe bei meiner aussage. es liegt im wesen von märkten und preisen, dass sie sich aufgrund einschätzungen und prognosen aller ihrer teilnehmer ständig ändern. da beisst sich die katze in den schwanz.

      ich kann meine aussage auch ausweiten: zukunft lässt sich nicht prognostizieren. grundsätzlich nicht. das ändert nichts daran, dass manche menschen manchmal zufällig richtige prognosen abgeben. das ist aber nicht sonderlich spannend.

    3. ähm

      tun das nicht die meisten unternehmen? kapital aufnehmen zur finanzierung von produktionsstätten etc. um ihre güter zu verkaufen, weil sie darauf vertrauen können, dass die prognosen für ihre produkte mehr oder weniger stimmen?

  2. So daneben liegt er doch gar nicht. 1. Stimmt (wenn auch nicht wahnsinnig aussagekräftig)
    2. Der Zeitraum ist noch lang nicht aus, könnt theoretisch ja fallen.
    3. Kein zeitraum da, könnt aber gut sein, dass es stimmt
    4. Stimmt im Moment, man sieht wie sichs entwickeln wird.

    Gut, wenn man in jeden Bereich mal reinschätzt, liegt man mit irgendeiner Schätzung schon mal richtig. Aber so tragisch find ichs jetzt nicht.

  3. Na ja. Ich nehme an, dass die OMV detailliertere Prognosen hat, anhand derer sie Entscheidungen trifft, welche Projekte sich lohnen. Wenn die OMV ein Projekt hat, das bei 30$ pro Barrel rentabel ist und der Ölpreis auf 60$ steigt, dann freut man sich über den zusätzlichen Gewinn. Wenn die OMV ein Ölfeld erschließt, das erst bei einem Ölpreis von 60$ pro Barrel rentabel ist und der Ölpreis auf 40$ sinkt, zahlt die OMV drauf.
    Wenn ich OMV-Aktien hätte, wäre ich besorgt, wenn Ruttensdorfer mit einem sehr hohen Ölpreis rechnete, denn dann liefe die OMV Gefahr, Verluste zu machen.

  4. Surprise – Surprise Wie viele andere auch hält sich der Ruttenstorfer an eine bewährte Strategie, wenn es um eine Prognose geht: er orientert sich am Status-quo und korrigiert den ggf. ein wenig nach oben oder unten, je nach Einschätzung.

    Wer extreme Ausschläge voraussagt macht idR keinen sonderlich seriösen Eindruck (siehe Nostradamus und allerhand andere Weltuntergangsfanatiker). Welcher Aufsichtsrat hält sich schon Manager die für das nächste Jahr entweder den total Ruin oder die Mega-Bonanza voraussagen? Da sind moderate Ansagen – tendenziell nach oben – mehr gefragt.

    Das Hinterhältige an der Prognose extremer Schwankungen ist ja, dass man nicht genau weiss, wann. Siehe diverse Spekulationsblasen: viele meinten, irgendwannd platzt die Sache und es geht bergab – aber bloss wann?

    Auch wenn ich die Prognostiziererei nicht ganz so orthodox wie der Herr Schimak sehe: was kurzfristige Zeiträume anbelangt liegt er denke ich ganz richtig.

    Abgesehen davon ist es vollkommen wurscht, ob der Ruttenstorfer den Ölpreis voraussagen kann oder nicht.

    Die Präsentation von dem Peak-Oil-Guru zum Vienna-Energy-Talk war ja auch ganz lustig: da aht er gezeigt, dass es seit über 40 Jahren Voraussagen gibt, wie lange das Öl noch reichen wird und dass alle total daneben lagen. Amüsanter Weise hat ihn das aber nicht davon abgehalten, den “Peak-Oil” beinahe punktgenau vorherzusagen. Der Mann begreift seine eigenen Argumente wohl nicht ganz…

  5. Den Aberglauben hat man ja sogar bei Hühnern festgestellt.

    Wenn man Hühnern mit einer automatischen Futteranlage zufällig Körner zum Fressen gibt, dann fangen sie an zu glauben, dass sie die Futteranlage beeinflussen können. Manche hüpfen, andere drehen sich im Kreis, andere flattern mit dem linken Flügel.

    Deshalb glauben die Ölpreisspekulanten und Ölmagnaten wahrscheinlich auch ganz fest, dass sie die Preise vorhersehen oder gar kontrollieren können.

  6. was soll da falsch sein? die erste prognose ist richtig – bitte das “über nicht überlesen.
    die zweite ist keine prognose. da sagt er nur “wir investieren nicht in projekte die zu mehr als 30 Dollar produzieren”
    und nr 3 und 4 können noch gar nicht falsch sein.

    1. naja wenn ich einen ölpreis von über $ 1 prognostiziere, wird dies zwar richtig sein, aber dennoch weit daneben liegen…

  7. das schlimme dabei ist ja vor allem, dass der durch sine prognosen den leuten einredet, dass öl auch in zukunft billig sien wird. damti vertrauen sie weiterhin auf das “bewährte” öl und versuchen nicht davon unabhängig zu werden. damit bleiben sie weiterhin treue kunden der omv, denen sie dann die leider doch höheren preise zahlen müssen. womit auch ein wesentliches motiv dieser niedrigen prognosen entlarvt sein dürfte…

  8. paar Antworten und zusätzlich auch reply auf eine Anfrage via twitter
    von WolfgangFeist “Was ist daran so absurd? Außen den frühen Prognosen von 2005? Wo gibt es eine solide Preisprognose?”
    Weil 140 Zeichen zuwenig sind:

    Es gibt keine solide Preisprognose.
    Zukunft ist immer unsicher.
    Aber: Dann soll man es lassen.
    Und keinesfalls öffentliche Aussagen machen.
    Deswegen sind die “Prognosen” des OMV Chefs absurd.
    Trotzdem wage ich eine Tendenz, eine Richtung anzudeuten.
    Weil die Ergiebigkeit alter Ölfelder deutlich zurückgeht und immer weniger neue gefunden werden, gleichzeitig die motorisierung in Indien, Cina u.ä Ländern deutlich steigt, wird spätestens bei nächsten möglichen Wirtschaftsaufschwung der Ölpreis eher deutlich über 100 $ als weniger betragen.
    Ruttenstorfers “Prognosen” sind deswegen absurd, weil sie die illusion nähren, auch über die nächsten Jahrzehnte sei die Ölförderung beliebig steigerbar.
    Das ist definitiv nicht der Fall, das hat sogar die IEA erkannt.
    Eher kurz- als mittelfristig ist die Zeit der billigen Ölförderung vorbei, und “Prognosen” wie die obigen versuchen das Gegenteil zu “belegen”.
    Deswegen gehört es kritisiert, und deswegen habe ich im Archiv nachgeschaut.

    1. autonomer zugang du hast schon einen recht autonomen zugang zur realität.
      und zwar 2fach:
      erstens haben dir im blog mehrere leute bewiesen das ruttensdorfers aussagen nicht falsch sind.
      falsch werden sie nur wenn man einige seiner worte (über, rechnen mit) überliest oder böswillig fehlinterpretiert.

      und zweitens versucht du wortreich aber hilflos 2 aussagen unter einen hut zu kriegen:
      preisprognosen sind absurd – peak oil ist realität.

      wahr ist vielmehr:
      preisprognosen sind extrem schwierig, weil ein großteil der ölstaaten seit jahrzehnten lügt.
      Egal ob aktulle förderung, reserven, kosten, etc., es sind einfach keine zuverlässigen daten verfügbar.
      trotzdem muss jede firma in dem bereich prognosen machen,
      ob sie will oder nicht.
      und deswegen r e c h n e t ruttensdorfer mit 30 $/Barrel.

      also bitte komm wieder runter von dem gleis

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