6 Replies to “Kommt eine autoritäre Scheindemokratie?”

  1. … Blumenau ansich wär ja eher einer der brillianten Journalisten, hat auch als vermutlich einziger Journalist in Österreich eine Ahnung vom Fußball ;), allerdings ist in meinen Augen alles bei ihm als viel zu übertrieben pessimistisch und negativ.

    1. Blumenau, beruflich und auch sonst mit der “Jugendkultur” existenziell verbunden, hat sich die Fähigkeit bewahrt wie ein begabter, verletzlicher, von der Welt mißverstandener Maturant zu denken und – noch wichtiger – zu fühlen.
      Für einen Mann, der im nächsten Jahr 50 wird, eine erstaunliche Konservierungs-Leistung. Man sollte das Blumenau-Anti-Ageing in homepathische Dosen verpacken und im FM4-Online-Shop anbieten, das wär ein Renner.

  2. @tetrade: wie zutreffend analysiert! also mir war das in der 8. schon zu steil – aber in der 6. da haben wir ihn verehrt. Vom Fußball hat er natürlich wirklich eine Ahnung wie kein zweiter. Er hält es halt mit Ralf Dahrendorf: Für immer 28, oder welches Alter auch immer.

    Zum Kommentar möchte ich anmerken, dass obwohl er vom Autoritarismus im Allgemeinen spricht, er sich dann doch mit der Strategie mit der “sich aktuell die Rechtspopulisten ihre Zukunft sichern” auseinandersetzt. Factum est die letzte wahl war für rechts von der ÖVP eine herbe Entäuschung. Auch dem Martin (HO) kann man viel nachsagen aber Aufdecker und Förderer des Autoritarismus, wie passt das zusammen.

    Die Demokratiekrise ist natürlich beträchtlich und die Leute offen für Neues, vielleicht eben extremes. Überwachungsstaat, Sozialabbau, Neuinterpretation von Bürgerrecht, es ist was faul im Staate Dänemark. Nur der aktuelle Jammer der Partein links der Mitte wird es ihnen nicht ersparen sich neu aufzustellen.

    1. Blumenau bringts auf den Punkt: Mit Blumenkindern gewinnt man keinen Blumentopf. Die Versäumnisse der Bildungspolitik der letzten 20 Jahren sind in der Tat nicht mehr zu korrigieren. Wenn es heute nicht mehr möglich ist, Verantwortung zu tragen bzw. verantwortlich mit der (=seiner) Umwelt umzugehen, dann kann es nur 2 Lösungen geben: Bildung für eine bessere Zukunft oder die starke Hand. Letzteres ist mangels ersterem für viele Menschen die verlockendere Option.

      Fähige Menschen wirtschaften lieber privat als sich in der Politik aufreiben zu lassen. Der Verfall jeglicher Moral und Sitten in der politischen Landschaft verhindert interessante neue Köpfe. Was bleibt ist Vorstadtpöbel wie ein Westenthaler oder Fanatiker wie ein Ellensohn oder Lobbyisten wie Strasser & Pröll. Junger politischer Nachwuchs sieht aus wie Rudas oder Fuhrmann. So werden keine gebildeten liberalen Bürger zu verantwortlichen Politikern.

      Wenn doch einmal junge Menschen selbst die Initiative ergreifen, wird das auch so gut es geht unterdrückt – siehe Vorwahlen.

      Es wäre auch schon wahnsinnig viel gewonnen, wenn endlich einmal vor allem auch von Seiten der Grünen aufgehört würde, ständig die FPÖ Wähler zu bashen. Nur zu sagen, dass die FPÖ ganz ganz böse ist, ist einfach zu wenig. Wer daher kommt wie alle anderen bzw. noch nicht verstanden hat, dass eine ÖH nichts mit dem echten Leben zu tun hat (damit meine ich die Wiener Grünen, die anscheinend aus dem ÖH-Kindergarten nicht heraus wachsen können), darf sich einfach nicht wundern, nicht als Alternative zu den anderen politischen Gruppierungen wahrgenommen zu werden.

      Hans Peter Martin hat es nur zu deutlich gezeigt, auch ein Van der Bellen, der oberflächlich betrachtet auch kein Politiker war (ja, die Oberflächlichkeit ist im Medienzeitalter wichtig!).

      Und um den Bogen zu Martin Blumenau zu machen: Ich sehe es genauso pessimistisch wie er. Ich weiß derzeit auch noch keinen möglichen Ausweg. Ich traue mir auch nicht zu, selbst aufzustehen und in diesem System mitzuspielen.

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