Zukunft urbanen Bauens

Stadtpolitiker zu sein ist immer wieder ein grosses Privileg.
So war ich zu den “Dortmunder Vorträgen zur Stadtbaukunst“eingeladen und durfte dort ein Referat über meine Vorstellungen zur Zukunft der Stadt halten.
Unglaublich bereichernd war der Gedankenaustasch mit den zahlreich angereisten Architekten und Planern.
Beeindruckt hat mich das Gespräch mit Hans Stimman, heute Professor am Institut für Stadtbaukunst in Dortmund, der auch lange Bausenator erst von Lübeck, dann von Berlin war, und nach Fall der Mauer massgeblich die Berliner Stadtentwicklung prägte.
Besonders stolz, und das zurecht ist er auf seine “Friedrichswerder townhouses”, siehe obiges Bild.
Satt kommerziellen oder “genossenschaftlichen” Bauträgern grosse oft monolithische Baustrukturen entwerfen zu lassen, parzellierte er eine innerstädtische Brache sehr kleinteilig (ca 6 meter), schuf eine eher traditionelle Bebauungslinie entlang der Strasse und liess die Grundstücke preiswert unmittelbar an die Nutzer verkaufen. Diese konnten dann frei ihre Architektur wählen.
Das Ergebnis ist bemerkenswert städtisch, und zeigt m.E. Wege auf, wie wir aus der “Unwirtlichkeit der modernen Stadt” mit sehr urbanen Modellen herausfinden könnten.
Kleinteilige Parzellierung ist dabei ein Schlüsselmerkmal.
Ich würde dort sofort einziehen.
Ihr?

15 Replies to “Zukunft urbanen Bauens”

  1. diese häuser sind auch schön anzusehen, leider kommt bei sochen projekten meist das auge zu kurz, bzw. wird auf die optik keinen wert gelegt.
    als beispiel fällt mir da monte laa ein, wie hässlich und leer diese häuser dort auf mich wirken.
    dort kann ein mensch nur wohnen und arbeiten, der rest ist ödnis.

    1. Kommt darauf an, wo es ist Ein Garten, in dem die kleinen Kinder ungestört spielen können, ist auch wichtig. Oder die Tatsache, dass man am Abend das Heimkino voll aufdrehen kann, ohne dass die Nachbarn sich gleich aufregen. Die Reihenhäuser sind eine Lösung, die sehr ökonomisch mit dem Platz umgeht. Es stimmt, das ist sehr urban. Aber in Richtung Heimkino und Kleinkinder gibt es eben auch Nachteile. Würde ich einziehen? Wenn ich die Nachteile des verdichteten Wohnbaus in Kauf nehmen muss, will ich auch die Vorteile haben. Das heisst: So eine Anlage sollte wirklich im Zentrum sein, in Gehentfernung einer U-Bahn, um die Ecke ein paar Cafes, in der Nähe Büros und kleine Geschäfte. Wenn die Architektur zur Lage passt, kann man darüber reden.

    1. Es erinnert auch ein bisschen an Amsterdam, die Häuserzeilen entlang der Grachten haben auch nur sehr schmale Grundstücke. Leider hab ich keines der Häuser von innen gesehen (die Treppen sollen sehr schmal sein), aber der Flair der statt hat mir schon sehr gut gefallen, ganz anders als Wien. Solche Häuser machen einen etwas kleinstädtischeren Eindruck.
      Allerdings glaube ich nicht, dass man die Bewohnerdichte, wie sie in Wien ist, mit solchen Häusern abdecken kann, aber es wäre jedenfalls überlegenswert in neu zu erschließenden Wohngebieten. aber ein Haus bauen ist halt finanziell eine andere Dimension als eine Wohnung zu mieten.

      schöne Grüße Sylvia

  2. Bauherrnprojekte wie in Berlin In Berlin gibt es mittlerweile an die 50 Häuser, die als Bauherrnprojekte errichtet wurden. Zum Teil auch in Passiv Haus Qualität.

    Der Gewinn von 20 %, die normalerweise die Bauträger einstreichen bleiben den Bauherrn bzw. kann in wesentlich bessere Qualität investiert werden.

    Zahlreiche Gebäude in Wien sind wie soll man sagen billig und schnell gebaut. Davon konnte ich mich bis jetzt bei 3 Freunden überzeugen. Lärmdämmung extrem gering, Risse an vielen Wänden, …

    P.S.: Zur Erklärung. In Berlin bauen somit immer um die 10 – 20 private Haushalte ein ganzes Wohnhaus mit zumeist einigen Gemeinschaftsflächen wie, Garten, Gartenküche, Dachterrasse, Sauna, Werkstatt und Co.

  3. Freiburg-Vauban, die Stein, Holz und Grünfläche gewordene Vision grünen Städtebaus… Allen zu diesem Thema Interessierten kann ich nur eines empfehlen: Koffer packen, Zugticket buchen (ab Salzburg für 29 EUR, ab Wien für 39 EUR oneway) und ab in die Schwarzwaldmetropole Freiburg – die wahrscheinlich „grünste“ Großstadt der Welt.
    Was die Freiburger Grünen in den vergangenen 25 Jahren hier an grünen Projekten verwirklichen konnten ist schon ziemlich beeindruckend und sucht weltweit seinesgleichen. Aus allen Projekten ist sicherlich der grüne Modellstadtteil Vauban hervorzuheben, der auf den Trümmern eines Kasernenareals (Wehrmacht, danach bis in die 90er die Franzosen) gebaut, die Stein, Holz und Grünfläche gewordene Vision „grünen Lebens“ vor Augen führt (also „Schwerter zu Pflugschaaren“ in grün):
    http://de.wikipedia.org/wiki/Vauban_(Freiburg_im_Breisgau)
    http://www.vauban.de/
    Und wenn für einen Kurzurlaub die Zeit nicht reicht, empfehle ich zumindest eine virtuelle Reise nach Freiburg. Das „schlechteste“ seit 1984 dort je von Grünen erreichte Wahlergebnis (Bund, Land, Kommune) liegt bei über 20%. In den dichtest besiedelten, aber auch in den finanzstärksten Stadtteilen, halten die Grünen seit über einem Jahrzehnt „die Absolute“: …BON VOYAGE!!! http://de.wikipedia.org/wiki/Freiburg_im_Breisgau

  4. So ein Projekt würde ich mir in Wien wünschen Na klar würde ich dort einziehen – da ist ja die U-Bahn Hausvogteiplatz direkt vor der Tür. Zum Gendarmenmarkt und der Friedrichstraße sind es drei bzw. vier Minuten. Einziger Nachteil des Standorts: Eine wirklich funktionierende Nahversorgung (Supermarkt, Grünmarkt etc.) fehlt nach meiner bescheidenen Erinnerung.
    Trotzdem: So was in zentraler Lage in Wien zu machen, wäre toll.
    Aber: Eine derartige zentrale Freiflläche mitten im Wiener Stadtzentrum fällt mir nicht ein – die Fläche in Berlin ist ja auch deshalb freigeblieben, weil sie zu DDR-Zeiten nicht bebaut wurde, wenn ich mich richtig erinnere.
    Und: Ich frage mich, ob solche Townhouses für Menschen mit einem mittleren Einkommen überhaupt erschwinglich sind.

  5. die fma betrugsverdacht – vertuschung (durch einen nichtbericht) ist auch zensur -> orf, standard, kurier, oe24 usw die fma betrugsverdacht – vertuschung (durch einen nichtbericht) ist auch zensur -> orf, standard, kurier, oe24 usw

    ist fast das ganze politische und journalistische system gekauft?

    Finanzministerium bestätigt: Verdacht auf Steuerbetrug bei öffentlichen IT-Aufträgen

    ausnahmen sind:
    http://www.wirtschaftsblatt.at/home/oesterreich/branchen/379006/index.do http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/488722/index.do

  6. recht hübsch, so kleine und einzelne Häuser. wenn das dann auch noch passiv-Häuser sind wärs perfekt.

    mir fehlt jedoch die Begrünung, d.h. mehr Bäume, Sträucher, Blumen, usw. und nicht nur kahle Grünstreifen mit einzelnen Bäumen.

    1. Jep. Der Platz davor ist eine Katastrophe Die Häuser sind aber schön und abwechslungsreich. Aber es sieht halt irgendwie seltsam aus, dass die Fassaden so weit von der Straße weg sind, und trotzdem alle genau gleich weit weg.
      Und dadurch, dass jeder einen halbwegs brauchbaren Weg zu seinem Haus will, gibts davor natürlich weniger Gestaltungsmöglichkeiten. Ich hätt den Gehsteig komplett zur Hausseite verlegt, und davor alles komplett begrünt, und vielleicht alle 50 meter einen Weg zur Straße. Das Problem sind halt wieder mal die Autos. Jeder will ne Garage, und keiner will im Erdgeschoß straßenseitig wohnen – voila.

  7. ich finde den ansatz gut, die ausführung weniger.
    es werden meiner Meinung nach zu grosse Einschränkungen gemacht.
    Allein den Gestaltungsleitfaden würde ich als Architekt nicht akzeptieren.

  8. Ah. Endlich einmal ein Lichtblick.

    Kleinteiligkeit ist wichtig, damit sich die Straße an die wechselnden Anforderungen kommender Jahrhunderte dynamisch anpassen kann.

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