Spinnen die Wiener?

War da nicht bis vor Kurzem ein hoher Spritpreis?
Und geht nicht von den USA bis (fast) überall in Europa der Trend weg vom SUV hin zum Kleinwagen?
Ja, sicher!
Nur Wien ist anders.
Weil hier ist ja echt viel Gelände.
Man glaubt es kaum.


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dank an VCÖ für die Daten

28 Replies to “Spinnen die Wiener?”

    1. Sorry, aber ‘sorry, aber “spinnen die Wiener” ist wie “die Ausländer sind alle Verbrecher…” :(‘
      ist nicht sehr konstruktiv.

      Ich glaube Christoph meint die Wiener mit den dicken Autos und nicht alle Wiener 🙂

  1. Die Wiener Luxus-SUVs stehen vor der Türe als Statussymbol oder werden zum Einkauf beim Billa-genutzt. Die Distanzen sind in Wien kürzer, also fällt der Spritpreis bei den Gesamtkosten noch weniger ins Gewicht als bei anderen Autos.

    Diese Daten bekräftigen die Vermutung[1], die ich hier schon mal geäußert habe, nämlich, dass der Autoverkehr am Land zurück gehen wird, während er uns in der Stadt auf gleichem Niveau erhalten bleibt.

    Das sollten die Grünen auch politisch berücksichtigen. Die aktuelle Botschaft lautet, dass Städter aufs Autofahren verzichten sollen, aus Liebe für das Klima. (Citymaut)
    Bei den Pendlern aus dem Waldviertel und dem Südburgenland zeigt man Verständnis.
    Die meisten Fahrten liegen unter 5km und sollten per Rad bewältigt werden. (Vermutlich werden diese Fahrten aber auch von jenen bewältigt, die nicht in der Stadt wohnen, also z.B. von in Teilzeit beschäftigten Ehefrauen, deren Männer pendeln.)

    Es wird also primär das unnötige Autofahren in der Stadt attackiert, weil man das von einem Tag auf den anderen individuell ändern könnte. Es handelt sich um eine moralisierende Argumentation.
    Das ist der falsche Ansatz. Die unnötigen Fahrten sind beliebt, kosten dem Einzelnen wenig und haben einen geringen Anteil am Erdölverbrauch und den Klimaabgasen.

    Dabei spricht die Tatsache, dass man in der Stadt auch bei hohen Ölpreisen ein Auto haben und ein bisschen damit fahren kann, für die Stadt. Und wer in der Stadt wohnt kann dann immer noch auf andere Verkehrsmittel ganz oder teilweise umstellen, bzw. zweites Auto ist nicht nötig.
    Citymaut ist also beispielsweise eine schlechte Idee. Wir sollten Autofahrer nicht vertreiben, sondern möglichst in der Stadt halten und anziehen.

    http://chorherr.twoday.net/stories/4791824/

    1. Kurzstrecken Es ist nicht richtig, dass kurze Autofahrten einen geringen Anteil am Erdölverbrauch und den Klimaabgasen haben. Autos brauchen auf dem ersten Kilometer 4x mehr Treibstoff und erst nach den ersten vier Kilometern hat sich der Spritverbrauch normalisiert. Auch der Katalysator arbeitet erst richtig, wenn die Betriebstemperatur erreicht ist, weshalb auf den ersten Kilometern vermehrt schädliche Abgase ausgestoßen werden.

  2. Kein Wunder… .. denn schließlich wird in Wien sehr auf ein entsprechendes “Auftreten” Wert gelegt (und anscheinend ist das immer noch der Besitz eines SUVs). Die Distanzen in Wien sind kurz genug, dass ein höherer Verbrauch nicht sehr auffällt – und beim Herumstehen ist so ein Auto gleich teuer wie ein kleineres Fahrzeug (die Abwertung mal ausgenommen, Reifen und dergleichen werden bei wenig Laufleistung auch seltener gekauft).
    Anscheinend gibt es auch genug Tiefgaragenplätze dafür…

    Viele finanzkräftigen Einwohner in diesem Raum (wobei man die Boliden wohl eher im 1. als im 11ten zu Gesicht bekommen wird) wollen eben auch möglichst sicher Auto fahren denke ich. Denn wenn ich mich entscheiden muss, ob ich meine Frau im 5er Golf oder im BMW X3 herumfahren lassen soll, ist (die finanzielle Freiheit vorausgesetzt) die Entscheidung recht klar.

    1. Als jemand, der vom Land nach Wien gekommen ist, habe ich es nie verstanden, warum in Wien soviele mit dem Auto fahren und die unzähligen Staus in Kauf nehmen.
      Aber wenn ich dann an einem Zebrastreifen ohne Ampelregelung ewig stehe sind es immer öfter SUV-Fahrer, die -oft mit erhöhter Geschwindigkeit- den Fußgänger der offensichtlich die Straße queren möchte, dezent ignorieren. Das das häufiger SUV-Fahrer sind, liegt hoffentlich daran, dass es immer mehr von diesen Fahrzeugen gibt…! So oder so sind viele autofahrende Wiener eine immense Gefährdung für die Fußgänger.
      Diesbezüglich ist die Disziplin am Land um einiges höher und ich finde es auch nach einigen Jahren in Wien noch erschreckend, wie oft es vorkommt, dass selbst wenn man sich schon am Schutzweg befindet, noch Autofahrer auf der anderen Fahrbahn einfach weiterfahren!
      In diesem Sinne, ich bin kein Wiener, aber manchmal spinnen sie schon etwas! Und SUVs sind beim Wiener Geländer nun wirklich nicht nötig!

    2. Beispiel: Hietzinger Kai Ich verlier da täglich Zeit, einfach weil die Ampeln zur U4 so selten grün werden, und teilweise nervtötende Bedarfsampeln sind. Es war ne tolle Zeit, als das alles Baustelle war. Alle stehn im Stau, ich hops zwischen den Autos durch, und bin bei der U-Bahn. Könnt von mir aus Dauerzustand sein – so schnell war ich sonst nie in der Arbeit.
      Gestern erst durfte ich meinem Bus (der nur alle 15-20 Minuten fährt) von der andern Straßenseite beim abfahren zusehen. Zum Queren war zuviel Verkehr.

  3. Wer unbedingt in Anschaffung und Unterhalt teure Autos besitzen will soll das tun-die Autoindustrie freut sich.

    Die wenig-aber-SUV-Fahrer wollen für ihren Luxus ordentlich zahlen – das sollen sie auch.

    Die zum-Broterwerb-viel-Fahrer wollen wenig pro gefahrenem km ausgeben – also sollen sie das auch.

    Lösung: Beim Autokauf Umsatzsteuer runter, NoVA rauf. KFZ-Steuer von Motorleistung auf Verbrauch umstellen.

    1. Schwachsinn Die Steuer soll beim gefahrenen km (=kosten für Straßenbau & Wartung) oder beim verbrauchten Liter (Umweltschutz) ansetzen. Sonst ist das sparsame Auto, das 50000 km im Jahr gefahren wird, spottbillig.

      Am besten einfach Treibstoffe teurer machen, auch wenn ein paar dann im Ausland tanken.

    2. x Wolfgang-Sinn,

      für den SUV-aber-wenig-fahrern ist der
      Benzinpreis zweitrangig.

      Da es viele SUV-aber-wenig-fahrer gibt, fallen in Summe trotzdem viele Kilometer an, die vergleichsweise viel Sprit verbraucht haben.

      Die Unterhaltskosten des Stadt-SUV sind im Vergleich zu den Anschaffungskosten gering. Ein Lenkungseffekt wird hier am Anschaffungspreis ansetzen müssen.

    3. Was will man dann lenken? Wenn die Stadt-SUVs dann eh in Summe wenig verheizen, warum will man dann überhaupt lenken?
      Ists der Parkplatzverbrauch? Dann rauf mit den Parkgebühren. Ists Verkehr in der Innenstadt? Dann her mit der City-Maut.

      Ists einfach nur der ewige Feind “SUV”? Dann empfehl ich einen Arztbesuch.

    4. Was lenken? Ich glaube das ist nicht so schwer: Ziel ist es das Mobilitätsbedürfnis mit möglichst geringer Umwandlung fossiler Ressourcen in Schadgase zu befriedigen.

      Wesentlich dafür sind zwei Faktoren:

      1) möglichst viel Personen pro Verkehrsmittel
      2) möglichst wenig Sprit pro gefahrenem Kilometer

      Die von Dir gebrachten Vorschläge gehen mehr in Richtung “senken” statt “lenken”; durch einseitiges Verteuern wird das Verhalten zwar weniger oft auftreten, jedoch sind vor allem diejenigen betroffen, die wenig Euros zur Verfügung haben während einen Porsche-Cayenne-Fahrer die City-Maut und die Parkgebühr wenig kratzt.

      Möglicher Weise ist der eigentlich erschreckende Faktor an der relativen Zunahme der Benzinschleudern im Innterstädtischen Bereich, dass das Bedürfnis ein möglichst sparsames Auto zu fahren bei der automobilen Bevölkerung nach wie vor und trotz historisch hoher Benzinpreise nur sehr gering ausgeprägt ist.

      Der Stellenwert ökologisch sinnvollen Verhaltens bei Autokäufern ist erschreckend gering (surprise surprise…)

    5. Den Porsche Cayenne Fahrer… … wird auch ein erhöhter Kaufpreis nicht kratzen. Außer du verzehnfachst den Preis. So wirds nur umso mehr ein Statussymbol.

  4. Angst essen Seele, bisweilen Hirn Luxus-Autos welcher Art auch immer ist mit Rationalität nicht beizukommen. Das spielt sich fast ausschließlich auf der Ebene emotionaler Reflexe ab. Aber während Sportwagen, Coupes und Limousinen auf einer sexuellen bzw. Macht/Status-Emotion basieren, ist es bei den SUVs nicht so leicht die Kauf- und Besitzwunschmotive auszuleuchten.

    SUVs werden mehrheitlich aus einer un-aggressiven Haltung heraus bevorzugt, im Gegenteil: Sie sprechen sehr oft Frauen an, deren Furcht vor Aggression sie in einen solchen “Panzer” flüchten läßt. Man sitzt hoch oben, beobachtet das Verkehrsgeschehen aus dieser Distanz besser, fühlt sich privater und behüteter als in “normalen” Autos und beschützt Kind und Kegel gleich mit.

    Wenn also der Trend überall gegen SUVs geht und bei uns immer noch stärker in Richtung SUVs, dann müsste CC korrekterweise fragen: Warum ist bei uns eine gewisse Form von Alltags-Angst so groß, obwohl wir uns vergleichsweise idyllisch sicher wähnen. Sehen wir was nicht, was in Wahrheit da ist und einschüchternd wirkt?

    1. Jep Das war schon bei den Amis so, dass die Mütter die SUVs geordert haben. Dem müsste man halt mit ner Info-Kampagne beikommen – denn jeder, der nicht in so einer Karre sitzt, ist umso mehr gefährdet. Und jeder von uns ist auch mal Fußgänger.

    2. sehr gute Frage! tetrade stellt eine sehr gute Frage:
      “Warum ist bei uns eine gewisse Form von Alltags-Angst so groß, obwohl wir uns vergleichsweise idyllisch sicher wähnen. Sehen wir was nicht, was in Wahrheit da ist und einschüchternd wirkt?”
      Ja, das tät mich sehr interessieren:
      Sehen wir etwas nicht?
      Übersehen wir etwas?

      Tatsache ist jedenfalls:
      “Angst” ist aus tausend Gründen in unserer österr. Gesellschaft tief verankert.
      Angst gepaart mit Neid sitzt bei uns sehr tief.
      Auf diesen beiden Grundmustern spielen u.a. Parteien wie die FPÖ.
      Sehr “erfolgreich” übrigens.

      Darf ich die Frage einfach weitergeben.
      Was übersehen wir?

    3. “Was übersehen wir?”

      Die eigenen Ängste. Vor Gentechnik, Atomkraft, Fortschritt, der in die “Natur” bzw. das, was wir darunter verstehen, eingreift, der FPÖ, Globalisierung, Industrialisierung usw.

      Aber ich glaube die Grün-Politiker fürchten sich wirklich selber vor diesen Dingen, genauso wie sich Karl-Heinz Clement grundlos vor Homosexuellen und Feministinnen fürchtet und diese sich vor ihm.

      Menschen haben Angst. Manchmal berechtigt, häufig überzogen. Die Frage ist, wie man eine positive Stimmung verbreitet.

      Ich schätze, dass wir uns sogar immer weiter hypersensibilisieren. Wir erleben keine Kriege mehr, weniger Morde, ehemals tödliche oder entstellende Krankheiten und Verletzungen sind heilbar. Maschinen und Haushaltsgeräte sind doppelt und dreifach abgesichert. Auch der Autoverkehr ist viel sicherer als früher.

      Dadurch werden Kleinigkeiten als Tragödie wahrgenommen und man greift zu absurden Maßnahmen um jedes Restrisiko auszuschließen. Also dürfen Kinder nicht mehr alleine in die Schule und werden mit einem Privat-Panzer chauffiert.

  5. Schon mal daran gedacht,… …dass dies einfach Spaß macht.

    Außerdem gibts jetzt auch im November endlich halbwegs vernünftige Temperaturen.

    1. Spaß, Gas Ein SUV macht Spass?

      Ich sehe mich auf einer kurvenreichen Strasse im Waldviertel, weit und breit kein Mensch und kein anderer Verkehrsteilnehmer. Ich sitze in einem SUV und will Spaß. Wie mach ich das? Der Schwerpunkt des Autos ist der Feind jeder Richtungsänderung….ich hab mindestens 500 kg zuviel für jede Form von fühlbarer Beschleunigung…und präzises Anbremsen der Kurve…das Fahrwerk ist mehr beim Traktor als beim Porsche…bitte, wo bleibt bei diesen Dingern der Spaß? Ein Cayenne Turbo S – das ist der, der 30 Liter auf 100km benötigt – könnte annähernd andeuten, was Fahrspaß in einem SUV sein könnte, aber in jedem anderen Porsche hätte man 200% mehr Spaß um 15 Liter weniger. Und in jedem anderen Mini oder 1er-BMW oder eigentlich jedem anderen Auto hätte man immer noch 100% mehr Spaß.

      Aber jedem seine Auffassung von Spaß und seine Art von Betriebstemperatur im Vernunftszentrum.

  6. selber schuld ihr ökos! nun mit der wuchernden menge an schwellern und kopfsteinpflasterstreifen wird ein SUV in der stadt langsam eine notwendigkeit.
    im übrigen auch sehr radfahrerunfreundlich das zeug.
    schau die autos aus den 50-60er jahren an, die haben die bodenplatte so hoch wie heutige SUVs. damals wegen schlechter strassen, heute wegen künstlich schlecht gemachter strassen.

  7. Neidkomplex man muss schon aufpassen, dass man mit der suv- kritik nicht in eine spiessbürgerliche neid-diskussion kommt, wie sie seinerzeit die ersten handybesitzer genossen haben.

  8. OÖ? Warum geht der Trend in OÖ in die andere Richtung? Wir haben hier genug Gebirge wo SUVs oder besser Geländewagen einigermassen Sinn machen würden? Wie lässt sich denn dieser Trend erklären?

    Ich denke sogar, das wäre eine echt positive Nachricht …

    1. Hat einen einfachen Grund: Die SUVs sind inzwischen so geländetauglich wie ein Citroen mit dieser verstellbaren Federung. Damit kannst auf einem Waldweg fahren, oder einen Randstein erklimmen. Fürs echte Gelände (wo 99% der Leute eh nicht rumfahren (dürfen)), bringen die eh kaum was. Teilweise sieht man ja sogar so pseudo-getunte SUVs mit Niederquerschnittsreifen, absolut sinnlos.
      Differentialsperre und teilweise sogar Allradantrieb sucht man auch oft vergebens (wenn man suchen würde 🙂 ).
      Ein SUV hat von einem Geländewagen soviel wie ein Manta von einem Formel-1 Wagen. Kein Förster oder Jäger fährt mit sowas im Wald rum.

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