Unglaublich gut

Das war Ende der 90er Jahre ein Kult-Clip.Wunderbar!
Und drunter das, was mit denselben Schauspielern die Obama-Kampagne draus gemacht hat.
Zum Niederknien!
(gefunden bei: politbüro)

Martin Graf und die SPÖ

Um unser Bild in internationalen Medien sollen wir uns keine Illusionen mehr machen.
Erst landesweite Trauer und der Riesenstaatsakt um Jörg Haider.
Dann unter “Vermischtes” der “Sieg Heil” Spruch des Strassenbahnfahrers und dann vor allem:
Der österreichische Nationalrat wählt mit überwältigender Mehrheit Martin Graf ins Nationalratspräsidium.
Inklusive etlicher SPÖ Stimmen.
Komme mir niewieder irgendein Soze mit dem Argument “Bollwerk gegen rechts”.
Von 163 nicht Grünen Mandataren haben ganze 7 van der Bellen gewählt.
Übrigens: Es war eine geheime Wahl.

Drei tote Radfahrer

Innerhalb weniger Tage ist jetzt der dritte Radfahrer getötet worden.
Ort: Taborstrasse 95
Was daran besonders tragisch ist:
Vor Janren haben unsere Bezirksgrünen eine Antrag gestellt, dieses Radweg zu entschärfen.
Denn:
Auch dort wird ein Zweirichtungsradweg am Gehsteig geführt, womit sowohl bei den LKW- Ein wie Ausfahrten, wie auch bei abbiegnden Fahrzeugen extrem unübersichtliche Situationen entstehen müssen.
Und genauso passierte der tödliche Unfall:
Der ältere Herr am Rad fuhr, sich in scheinbarer Sicherheit wiegend am Gehweg.
Der rechts abbiegende LKW übersah ihn.
Wie oft muss das noch gefordert werden?
Radler gehören auf die Strasse.
Sie auf Gehwegen abzumarkieren schafft sinnlos Konflikte und erhöht das Gefahrenpotential ausserordentlich.
Was jetzt geschehen muss:
Die MA 46 erhebt jährlich alle gemeldeten Unfälle.
Einen Bericht samt Verbesserungsvorschlägen schickt sie (in schlechtester Feudalmanier) nur an die Bezirksvorsteher.
Die wenigsten finden es der Mühe wert, diese so wichtigen infos den anderen Fraktionen zur Verfügung zu stellen.
Am Donnerstag bringe ich einen Antrag an Stadtrat Schicker ein, diese Statistiken sowohl allen Fraktionen als auch in “geeigneter Form” via Internet allen Interessierten zur Verfügung zu stellen.
Denn würden unverzüglich die grössten Gefahrenpunkte in Wien entschärft, die Zahl der verunglückten radler würde sich rasch reduzieren.
Sollte sich Schicker wider Erwarten “zieren”, diese Daten zu veröffentlichen, werde ich mir erlauben hier am blog Unterstützung anzufordern.

Helmut Zilk, der andere Populist

Zwei Erinnerungen an Helmut Zilk.

Die erste ist persönlich.
Pathetisch gesprochen hat er mein Leben sehr verändert.
Denn ohne sein spontanes “Ja” gäbe es mein ganzes Südafrikaengagement (sarch Ithuba) nicht.

Das ging so:
Mitte der 90 er Jahre.Erste freie Wahlen in Südafrika.
Breite Fernsehberichterstattung.
Ich wußte von diesem Land wenig.
Grad das Mindeste: Nelson Mandela und jetzt war die Apartheit vorbei.
Wahlberichterstattung bei CNN:
Ich kann mich noch ganz genau erinnern, weil mich das Bild so bewegt hat.
Irgendwo am Land eine einsame Blechhütte.
Und eine Menschenschlange (aus dem Hubschrauber gefilmt) kilometerlange.
Sie stehen stundenlang, um zum ersten Mal frei ihre Stimme abgeben zu dürfen.
Erstmal ihre eigene Regierung wählen zu dürfen.
Jetzt, ja jetzt endlich wird alles gut.
Interviews mit begeisterten Menschen: jetzt bekommen wir Häuser, jetzt werden endlich Schulen für unsere Kinder gebaut, jetzt gibts Arbeitsplätze und genügend Krankenhäuser.
Wir sind nicht mehr Menschen zweiter Klasse. Endlich.
Und dafür stehen wir hier. Stundenlang.
Mich hat diese Begeisterung berührt, was sich diese Menschen von ihrer Wahl, ihrer Stimme erwarten.
Politik, das sind wir.Wir entscheiden, wir gestalten
So ganz anders als bei uns.
Nicht viel anders als heute übrigens.
Politik, da verzieht man bei uns das Gesicht, wählen tut man, ja vielleicht, aber das ist ein mieses Geschäft, so ziemlich das Gegenteil von Begeisterung.
Und dort: Solche ungeheure Erwartungen.
Dann hab ich mich kurz hingesetzt und recherchiert.
Südafrika damals : ca 40 Millionen Menschen, und eine Wirtschaftleistung, die rund 70 % der österreichischen beträgt.
Man muss also kein Prophet sein: Diese Wünsche sind in kurzer Zeit (als innerhalb von 10 Jahren) nicht erfüllbar, das kann sich nicht ausgehen.
Und ich dachte mir: Wir hier in Wien, wir leben, im Vergleich dazu so im “Reichtum”, da müssen wir einen Beitarg leisten.
Kurzfristiger Termin beim Bürgermeister.
Hab ihm diese Geschichte erzählt und vorgeschlagen, Wien sollte eine Schule in einem armen township bauen. Ich schlug SOWETO vor, weil es das einzige war das ich damals kannte.
Zilk war ein Sponti.
Drum erzähl ich diese Geschichte hier.
Er liess sofort seinen Sohn Thomas anrufen.
Der war, was ich nicht wußte, damals bei der AUA für Südafrika zuständig.
Zilk am Telefon:
“Du, Servas, da ist der kleine Chorherr bei mir (ich war für ihn immer, im Unterschied zu meinem Vater, der kleine Chorherr), er meint…
Was sein Sohn Thomas genau gesagt hat, weiss ich nicht, letzendlich soetwas wie “gute Idee”.
Zilk hat mich dann angeschaut, mit dem Finger auf mich gezeigt und gesagt: “Du bist die Wiener Delegation, fahr runter und schau, was wir tun können.”
Und er hat mir dabei einen seiner fähigsten Spitzenbeamten mitgegeben.
Und so begann meine “Liebesgeschichte” mit Südafrika.
Aus dieser Reise entstand das Masibambane College, eine der besten Schulen im township Orangefarm mit heute ca 800 Schülern sowie sarch und ithuba.
Ohne Helmut Zilk wäre mein Leben anders verlaufen.

Die zweite Geschichte ist älter.
Sie spielt Anfang der 70er jahre.
Bruno Kreisky ist am zenit seiner macht, aber auch im vollen Schwung seiner Reformen.
In Kärnten müssen zweisprachige Ortstafeln aufgestellt werden.
Darauf bricht dort eine Protestlawine los, verglichen damit ist der heutige “Widerstand” geradezu zurückhaltend leise.
Bruno Kreisky kommt nach Kärnten und spricht vor versammelten Sozialisten (so hiessen sie damals).
Vor dem Eingang versammelte sich eine wütende aufgebrachte Menge.Und die wurde immer grösser und bedrohlicher.
Wie nach Ende der Versammlung da hinauskommen.
Drinnen bei Kreisky der damalige Landeshauptmann Wagner.
Er kannte “seine” Kärntner.
Ihm war klar: Jetzt mit “dem Juden aus Wien” da durchgehen, war völlig unmöglich.
Da konnte wirklich alles passieren.
Polizei war kaum da, und auch ohne handy und sms (das gab es damals nicht) wuchs die aufgebrachte Menge weiter.
Die Versammlung drinnen war aus.
Wie jetzt weiter?
Wagners naheliegender Vorschlag:
Er kenne da den Hintereingang, den hätte der Mob noch nicht entdeckt, da jetzt g`schwind hinaus, und dann weg mit dem Dienstauto.
darauf sprach Kreisky den berühmt gewordenen Satz:
“Der Bundeskanzler der Republik geht nicht beim Hinterausgang hinaus”.
Wagner wurde blass, aber es blieb ihm nichts anderes über.
Er liess so schnell es damals möglich war, Heerscharen von Polizisten herbeibeordnen, drinnen wartete Kreisky sicher mehr als ein zwei Stunden und dann gings durch die wilde grröhlende Menge.
Die Bilder davon haben Geschichte geschrieben.
Und darauf Auftritt Helmut Zilk.
Damals Fernsehdirektor,
aber auch schon damals der grosse Versöhner, dem nichts zu gross, zu unmöglich war.
Es gelang ihm zweierlei.
Einerseits im Hauptabendprogramm des ORF zu diesem Thema unbegrenzte Sendezeit zu bekommen.(heute völlig undenkbar)
Und andereseits alle Streitparteien, wirklich alle in einem Saal vor Fernsehkameras zu versammeln.
Und dann zu quatschen, sie zu belehren statt zu kämpfen.
Der grosse Medientheoretiker Marshall McLuhan hat diese Fernsehsendung als Beispiel für seine These für die (ich schreibe es mit meinen Worten) “sedierende und besänftigende” Wirkung des Fernsehns gewählt.
Seit damals ist der Ortstafelkonflikt zwar unverändert ungelöst, aber weit von bürgerkriegsähnlichen Zuständen entfernt.
Das war helmut Zilk.
Er und Haider.
Zweimal Populisten.
Zwei, die die Medien und vor allem das Fernsehn perfekt für sich bgenutzt haben.
Zwei, die sich in vielem ähnlich waren und doch ist es ein Unterschied, der grösser niocht sein könnte.
Hier einer der versöhnt hat, und der auch, wenn es ihm wichtig war, in Opposition zur Boulvard stand, dem er sonst sehr verbunden war (die Durchsetzung des Hrdlicka Mahnmal mit dem die Strasse putzenden Juden).
Er hat nie Menschen gegeneinander aufgehetzt. Im Gegenteil.
Er hat seine grosse mediale Macht zu einer Kampagne für Ausländer genutzt.
Seine immmer grossen Gesten und seine Inszenierung wirkten oft übertrieben und nervten nicht selten.
Aber völlig im Gegensatz zu Jörg Haider:
Er hat Wien einfach besser gemacht.

meine 45 Autos

leider nicht online.
meine Mobilitätskolumne im aktuellen falter:

Welches Auto ich persönlich denn fahre, werde ich gar nicht selten gefragt. Je nach Laune lautet die Antwort entweder “habe keines”, oder es folgt eine Aufzählung der von mir benutzten Automarken Audi, VW, Skoda, Fiat, und wenns beliebt auch Mini.
Eigentlich “hab” ich so ca 45 Autos.Denn das heisst heute “autofrei”.
Und “haben” heisst schlicht, sie günstig nutzen können.
Ferdinand besitzt sie rechtlich. Er betreibt seit mehr als 25 Jahren einen kleinen Autoverleih, gleich bei mir um die Ecke.
Alltag heisst Rad, Öffi oder Taxi; aber gelegentlich, gar nicht so selten, am Wochenende, oder für einen Vortrag in den Bundesländern, oder für den Urlaub ist ein Auto einfach praktisch.
Ferdinands Service ist perfekt. Ein kurzer Anruf: “Brauch etwas Kleines fürs Wochenende”, auch wenns ganz kurzfristig ist, und das Auto steht bereit.
“Auto nutzen statt besitzen” ist mein gelebtes Motto seit zehn Jahren.
Es ist unglaublich bequem, spart mir Zeit und Geld.
Kein An- und Abmelden, kein G`scher um Parkpickel, Autobahnvignette, Service, Reperatur, Winterreifen.Und es ist billig:
Das Wochenende (Freitag 18.00 bis montag Früh) kostet 88 Euro für einen Kleinwagen.
Nur Benzin muss extra gezahlt werden.
Wenn man eine Rechnung über das ganze Jahr aufmacht, ist es eigentlich finanziell absurd ein eigenes Auto zu besitzen, wenn man weniger als 10 000 Kilometer fährt.
Denn was beim hysterischen Gejammere über die Benzinpreise völlig falsch eingeschätzt wird: Mehr als 50% der Kosten eines Autos betreffen die Anschaffung, weniger als 20% entfallen auf Benzinkosten.
“Meine” Autos sind immer top-gepflegt, haben fast nie mehr als 30 000 km und v.a.: ich muss mich nicht um sie kümmern. Sie sind da, wenn ich sie brauche, ein grösserer Kombi, wenns um Transporte geht, meist ein sparsamer Kleinwagen, und wenn mich die sommerliche Lust packt, auch mal ein Cabrio.Ob Skiträger, Kindersitz oder Ketten im Winter. Alles wird ohne Zusatzkosten angeboten.
Ferdinands gibts ganz viele in der Stadt.Fast jeder hat einen in der Nähe. Einige sind sogar noch deutlich billiger.Viele Autohändler bieten so nebenbei, auch aus steuerlichen Gründen Leihwagen an.
Ferdinand ist das traditionelle Angebot;
Carsharing” ist die vielleicht zeitgemässe technologisch anspruchsvolle Alternative.
Carsharing heisst in Wien:
80 Autos stehen an 45 Standorten.
Man meldet sich für ein Auto entweder per internet oder über eine 24 Stunden hotline an, und reserviert ein Auto.
Eine persönliche elektronische Karte sperrt das Auto auf, man entnimmt den Autoschlüssel aus dem Handschuhfach, fährt und stellt es zum vereinbarten Zeitpunkt wieder zurück.

Das Bahnland Schweiz zeigt uns, wie die Zukunft aussehen kann.
In Österreich hat das Unternehmen “carsharing” 15 000 Mitglieder, in der Schweiz bereits 150 000.
Bei uns sind es österreichweit 100 Standorte, in der Schweiz an die 1000.
Schweizer Know-how soll jetzt auch bei uns Schwung und Wachstum bringen.
Die meisten der österreischischen Carsharing-Kunden kommen über die Kooperation mit der ÖBB sowie den Wiener Linien.
So kostet der “Einstieg” bei carsharing 60 Euro, Besitzer einer ÖBB Vorteilscard zahlen jedoch nur 29 Euro.
Gezahlt wird bei carsharing sowohl nach Zeiteinheit (1 Euro 50 cent je Stunde) als auch je km (38 cent bis 100km, 28 cent ab 100km).
Wochenendtarif: 70 Euro fix sowie 18 cent/km.
Diese Preise beziehen sich auf einen Kleinwagen.
Auch hier zeigt sich: “Autonutzer” ersparen enorm viel Geld gegenüber “Autobesitzern”.
Die Geldersparnis ist augenscheinlich. Ein Miet-oder carsharing-Auto holt man sich dann und nur dann, wenn man es wirklich braucht. Steht der eigene Kübel vor der Tür oder unten in der Garage siegt fast immer der innere Schweinehund. Dann werden auch die kürzesten Strecken mit dem Auto gefahren.
Fragt sich nur, warum das noch immer für so wenige eine Alternative ist.
Gespräche zeigen: Die Hemmschwelle scheint hoch zu sein.
Auto ist nichts Rationales. “Bekomm ich es dann wirklich, wenn ichs brauch?”, die häufige, geradezu änglichste Frage.
Ganz anders jene, die “umgestiegen” sind. “Heut versteh ich nicht, warum ich solange gezögert habe.
Der beste Moment zum “Umsteigen”: wenn das alte Auto kaputt oder verkauft ist, statt einer Neuanschaffung.
Das beste Argument für Urbanisten: Sie gehen doch auch gerne und oft auswärts essen; kaufen Sie sich dafür gleich ein eigenes Restaurant?

Was ist das für ein Land ?

Zurück aus Südafrika.
Viele Eindrücke,Ideen und Pläne.
Darüber wollte ich hier schreiben.
Dann lese ich (alte Gewohnheit) Zeitungen der letzten Woche.
Schau mir die ORF Berichterstattung nach Jörg Haiders Tod an.
Und frage mich: Was ist das für ein Land?
Deswegen dieser Pressekommentar
Afrikabericht folgt.

Zeit für Ithuba

Wir erleben gerade eine Zeitenwende.
In 100 Jahren wird man in den Geschichtsbüchern drei markante Jahre beschreiben.
1989: Fall des Kommunismus
2001: 9/11
2008: Zusammenbruch des Weltfinanzsystems (ich glaub die Krise ist viel tiefer, als unsere Provinzpolitik sie wahrnehmen kann)

Die Börse in Wien wurde gerade ausgesetzt.

Nicht der schlechteste Zeitpunkt für eine Woche nach Afrika zu fahren.
Unsere Schule weiterzuentwickeln.
Entscheidungen treffen.
Eine andere Perspektive einnehmen

Wahrscheinlich bin ich jetzt diese Woche offline.
Freitag 17. Okt bin ich wieder da.

Danke vdB!

Weil es mir ein grosses Anliegen ist:

danke vdB.

In nahezu allen Ländern der Welt sind mehr als 10% für Grüne eine Sensation.
Bei uns sind sie eine Niederlage.

Ein Hauptgrund dieses Höhemfluges hiess vdB .
Es gibt sehr selten diese Ausnahmeerscheinungen.
Die weit über die Kernwähler/innen hinausstrahlen.

Auch nach innen hat er einen neuen Stil von Führung und Zentrum verankert.

Nicht er als Person hat die Wahlen verloren.
Ohne ihn hätten wir deutlich weniger als 10% bekommen.

Bevor wir zur notwendigen Reform der Grünen schreiten, was alles andere als leicht sein wird:

Du hinterlässt sehr grosse Schuhe Sascha.

Und Du hast gezeigt, dass man seine Individualität nicht aufgeben muß.

Schön, dass Du uns als Parlamentarier erhalten bleibst.
Wir sind Dir zu grossem Dank verpflichtet.