Das wird extrem interessant

Städte sind derzeit ein wunderbares Experimentierfeld.
Nirgendwo ist es leichter, vom Auto und den stark steigenden Treibstoff-preisen loszukommen, als im urbanen Raum.
Unbestritten ist, dass das Fahrrad eine extrem simple, extrem billige und extrem einfache Alternative ist.
Aber was tun in hügeligen Städten?
Drum ist das mutig und spannend.
Im Herbst werden wir wissen, obs funktioniert.

DAS kann die Politik tun

Mich giften die Landeshauptleute.
Statt konkret was gegen steigende Energiekosten zu tun, erheben sie populistische Forderungen.
DAS könnten sie rasch zur deutliche Entlastung der Menschen, die als Mieter mit Gas heizen.

Energieverbrauch runter –
statt illusorischer Forderung “Energiepreise runter”
Dieser Vorschlag entlastet Wiener Haushalte bis zu 1094 Euro pro Jahr.

Sozial Schwache sind in Wien von den steigenden Heizkosten stark belastet, haben aber als MieterInnen keine Möglichkeiten ihren Heizwärmebedarf zu zu senken. Durch eine gesetzliche Verankerung einer Sanierungsverpflichtung für schlecht gedämmte Wohnhäuser könnte Wien wirkungsvoll zur Energiekostensenkung in den WIener Haushalten beitragen.

Gas ist in Wien Energieträger Nr 1. Insgesamt werden 47 Prozent der Wiener Haushalte mit Erdgas beheizt, der überwiegende Teil davon sind schlecht wärmegedämmte Häuser (Gebaut vor 1971 und nicht saniert).

Das ersparen sich Haushalte durch unseren Vorschlag:

Jetzt kommt drastische Gaspreissteigerung

Der Ölpreis ist im letzten Jahr massiv gestiegen, allein im letzen halben Jahr um 30%; lag er im November 2007 noch bei 90 USD, liegt er heute um 130 USD. Tendez: weiter steigend.

Eng mit dem Rohölpreis ist auch der Erdgaspreis gekoppelt; mit einer Verzögerung von ca sechs Monaten steigen auch die Erdgaspreise. Aktuell planen auch die Wiener Gaswerke eine deutliche Erhöhung, offen ist noch, ob sie 15 Prozent, 20 Prozent oder gar 30 Prozent betragen wird. Und das, nachdem es erst kürzlich saftige Preiserhöhungen beim Gas gab. Am 1.2.2006 stieg der Gaspreis bei der Wienenergie um 17 % (!) am 1.1.2007 dann um weitere 5,3 Prozent.

Ein Entkommen für Haushalte aus der Kostenfalle Energiepreise ist einfach über Energieeinsparungen möglich. Die Durchsetzung von Energiepreissenkungen liegt jedenfalls nicht im politischen Einflussbereich.

Unser Vorschlag:
Sanierungspflicht für schlecht gedämmte Häuser

Das Hauptproblem liegt aber darin, dass nur ein geringer Teil der Wiener Wohngebäude saniert werden. Sollen Energiesparpotentiale im Bereich Raumwärme tatsächlich genutzt werden, muss eine Sanierungsverpflichtung für schlecht gedämmte Wohnhäuser erlassen werden. Analog der deutschen Energieeinsparverordnung (die eine Anpassungsverpflichtung für Heizkessel vorschreibt), muss die wärmetechnische Sanierung von Wohnhäusern in Wien in der Bauordnung vorgeschrieben werden. Praktisch sollte die Sanierung dann verpflichtend erfolgen, wenn MieterInnen ein Ansuchen dafür stellen und der Heizwärmebedarf des betreffenden Gebäudes über 80 kWh/m² pro Jahr liegt.
Sollte dies (was in Einzelfällen möglich ist) technisch unzumutbar sein, kann der Hauseigentümer um eine Ausnahme ansuchen. Die Beweislast wird aber umgedreht.

Thewosanförderung deutlich verbessern

Mit der ab Juli gültigen Techniknovelle werden in der Wiener Bauordnung erstmals Werte für den maximal zulässigen jährlichen Heizwärmebedarf pro m² (in Abhängigkeit der Geometrie des Gebäudes) bei der Sanierungen festgelegt. Für ein durchschnittliches Mehrfamilienwohnhaus (Kompaktheit von 0,4) gilt ab 2008 ein maximaler Heizwärmebedarf von 60 kWh/m² pro Jahr und ab 2010 von 50 kWh/m² pro Jahr. Dagegen liegt der maximal zulässige Heizwärmebedarf für die Inanspruchnahme der Thewosan-Förderung zum Teil über diesen Werten (Stufe 1 und 2). Diese Stufen sind folglich aus dem Förderprogramm zu nehmen, da sie nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen.

Verpflichtende Sanierung halbiert Heizkosten

Die Ergebnisse der Fallstudie “Gasverbrauch der Haushalte 2006” der Statistik Austria zeigen, dass der durchschnittliche Gasverbrauch für Heizen 128 kWh/m² pro Jahr beträgt.


437 Euro Kostenersparnis für Durchschnittshaushalt

Werden die derzeit gültigen Erdgaspreise zugrundegelegt, ergibt sich bei einem Durchschnittshaushalt (80 m², Heizenergieverbrauch 128 kWh/m² pro Jahr eine Kostenersparnis von 437 Euro (noch vor der erwarteten Gaspreissteigerung) pro Jahr und Haushalt bei Einführung einer Sanierungsverpflichtung. Bei schlecht gedämmten Wohnhäusern von bis zu Euro 841 pro Jahr und Haushalt. Werden die zu erwartenden Preissteigerungen beim Gas berücksichtigt ergeben sich Einsparungen von bis zu 1135 Euro pro Jahr und Haushalt.

Gasbeheizte Wohnungen in Häusern mit glatter Fassade (Wärmedämmung leicht möglich) finden sich in den Gründerzeitvierteln Wiens, u.a. im 10., 11. 15.,16., 17.und 20.,Bezirk, in Gegenden, wo viele sozial Schwache leben.

Pellets tanken!

Ja ich weiss, das ist ein Unfug.
Aber nur scheinbar.
Denn Diesel, der getankt wird, ist nur ein anderer Name für Heizöl.
Und das wird noch immer in rauen Mengen in ca 900 000 öst. Haushalten verbrannt.
Das kann man ersetzen.
Durch gepresste Sägespäne; Pelltes eben
Ausserdem ist das inzwischen extrem wirtschaftlich:

Pellets gibts derzeit – und auf absehbare Zeit – mehr als genug.
Vor allem in Osteuropa haben viele Sägewerke Pelletsanlagen errichtet.
Da kann jetzt rasch und wirksam Heizöl (Diesel) ersetzt werden.

Rad&Wien

zu dieser Grafik gabs einige kritische Kommentare.
Also hab ich eine neue produziert.
Zum Thema: Was woanders möglich ist, wenn man will.


zum Vergrössern, anklicken

Einwände dazu?

völlig unterschätzt

Das ist ein völlig unterschätztes Thema:

15 Hektar Boden: Soviel verlieren Landwirtschaft und Natur in Österreich täglich an Flächen für Siedlungs-, Industrie- oder Verkehrszwecke.

Während forstwirtschaftliche Flächen und Wälder deutlich besser geschützt sind, gehen wir mit der Umwidmung von landwirtschaftlichen Flächen sehr sorglos um, so die Wissenschafterin. Dabei ist potenziell besiedelbarer Raum vor allem aufgrund des großen alpinen Anteils in Österreich sehr begrenzt. “Netto-Österreich” – so der Fachjargon – beträgt nur 37 Prozent der Gesamtfläche, der Rest ist nicht nutzbar. Beispielsweise in Tirol beträgt der Netto-Anteil überhaupt nur zwölf Prozent.

“Mittlerweile sind 16 Prozent von ‘Netto-Österreich’ verbraucht”.Und der Verbrauch geht rasant weiter. Der tägliche Verlust von 15 Hektar entspricht etwa der Fläche eines durchschnittlichen Bauernhofes oder 20 Fußballfeldern. Auf ein Jahr hochgerechnet, ist das die gesamte Ackerfläche Wiens, in 20 Jahren die Ackerfläche des Burgenlandes. Alleine seit 1995 sind in Österreich 40 Prozent an Siedlungs- und Verkehrsflächen dazugekommen.

Während ein Hektar Ackerfläche 15 Tonnen und ein Hektar Grünland 24 Tonnen Kohlendioxid speichert, setzen verbaute und versiegelte Fläche sowie deren Nutzung durchschnittlich rund 200 Tonnen Kohlendioxid frei.

die spinnen, die Ami!

Die US-Bürger/innen beklagen enorme Steigerungen der Spitpreise.
Diese sind in den letzten Jahren deutlich stärker als bei uns gestiegen, da wir von starken Euro “profitieren” (Öl wird in Dollar gehandelt), und durch die hohe Besteurung in Europa schlägt die Steigerung der Rohölpreise nur anteilig durch.
Auch im US-Wahlkampf ist der “Kampf gegen teuren Sprit” bereits Thema Nr 1.
Die USA sind eine Auto-“Kultur”.
Aber trotzdem:
Wie ist es erklärbar, dass trotz der wirklich deutlich gestiegenen Benzinpreise DAS (Ford f-series) noch immer der meistverkaufte PKW (nicht LKW) der USA ist. (Daten von April 2008)

Auch wenn langsam ein Umdenken einzusetzen scheint, kleine spritsparsamere Autos Marktanteile gewinnen, diese riesigen Trucks Verkaufseinbussen hinnehmen müssen…
Egal.
Die Nummer 1 bleibt Nummer 1.
Versteh einer dieses Volk.

(gefunden in der NYT)