Persönliches über Lehren und Lernen

knapp zwei Monate lang etwas Alltägliches, aber für mich Neues probiert.
In der w@lz 17 Jugendliche auf die Geographie-prüfung (Lehrplan 7. und 8.AHS) vorbereitet.
Zweierlei war (mein) Ziel.
1.) alle müssen die Externistenprüfung positiv bestehen
2.) Da der Lehrplan eigentlich eine “Einführung in die Volkswirtschaft” vorsieht, wollte ich schlicht für das unglaublich spannende Thema, “Wie funktioniert eigentlich Wirtschaft” Interesse wecken.
3.) Wollt ich auch selbst etwas lernen.
Beginnen wir mit 3.)
Da die Jugendlichen kritisiert hatten, dass kein ordentliches Skriptum vorliege, war meine Antwort: “Na, dann schreiben wir eins, und mit Helges Unterstützung haben die Jugendlichen selbst ein wiki gebastelt, das (nicht überall ganz richtig aber immerhin) einen ganz passablen Überblick gibt.
Hier das Produkt.Nach dem Motto “selber tun, statt nur zuhören”
Zu 2.)
Das Lob einer Schülerin gestern nach der Prüfung (“Wirtschaft” war ihr vorher ein spanisches Dorf) “habe schon lange nicht soviel “Allgemeinbildung” gelernt, die auch interessant war” ging mir wie Honig hinunter (Man weiss ja gar nicht, wieviel Lob jemand vertragen kann)
Ja und 1.)
Nach vier Stunden Zuhören: Alle sind durchgekommen.
Freu mich einfach!
Hier (weils kurz sein soll) nur zwei Schlüsse aus walz-Erfahrungen:
1.) Es ist wunderbar als Schule weiterstreichende Freiheit zu haben. Sowohl bei der Wahl der didaktischen Methode wei bei der Zeiteinteilung.
Drum meine Forderung fürs öffentliche SDchulsystem: Gebt Lehreren und Schülern viele, viel mehr Freiheit darüber zu entscheiden, wie sie lernen wollen.
2.) Eine Trennung zwischen jenen die “lehren” und jenen die “prüfen” ist sehr fruchtbar.

nachdrückliche Empfehlung!

Diesmal, seit langem wieder, möchte ich einen Film empfehlen.
Import-Export von Ulrich Seidl.
Vorsicht: das ist keine leichte Kost.
Im Gegenteil.
Bei manchen Szenen, bei denen Seidl unerbittlich draufbleibt, wie z.B. jener, wo in einem ukrainischen Hotelzimmer ein “richtiger Wiener” eine junge Prostituierte auf allen Vieren durchs Zimmer kriechen und “wuff wuff” rufen lässt, kann man (ich) kaum zuschauen.
Aber sovieles ist so wahr, so beklemmend es ist:
Die alten Menschen, die in Lainz auf ihren Tod warten , der dann auch tatsächlich gekommen ist,wie man dann im Abspann die Kreuze neben den Namen der Darsteller sieht
Die unfassbare Ausbildung von Security Kräften.
Die Behandlung der ukrainischen “Putzfrau” in einer Wiener Wohnung.
Die Missgunst und den Neid der österr. Krankenschwester eben jener Ukrainerin gegenüber, der es doch gelingt ein wenig Wärme auszustrahlen.

Und dann Seidls unglaublich starke Bildgestaltung: In Wien, in Tschechien, in einer Romasiedlung, in der Ukraine.
Selten hat mich ein Film so berührt.

ceterum censeo…

Michael Fleischhacker, der Pressechefredakteur eifert seit kurzem (cetero censeo) Armin Thurnher nach.
Und beschliesst jeden Kommentar mit :“Ich bin übrigens der Meinung, dass die Existenzberechtigung dieser Regierung ausschließlich in der Einführung eines Mehrheitswahlrechts zur künftigen Verhinderung ihrer selbst besteht.”
Weil ich das so grundfalsch und kurz gedacht halte, diesmal als Erwiderung dazu mein (blog-Leser/innen) schon bekannter Vorschlag in der Presse.

Der Klimawandel beschleunigt sich

Ein wichtiger Artikel, wie immer hervorragend aus der ZEIT:
Seit 2000 beschleunigt sich der weltweite Ausstoss an Treibhausgasen (gegenüber den 90ern).
Und die Pufferwirkung der Ozeane hat sich bereits reduziert.
Einmal mehr zum von mir sehr geschätzten maschi:
Ja, Forschen ist immer gut und wichtig.
Aber warum verstärken wir nicht dramatsich das, was bereits heute wirtschaftlich UND nachhaltig ist.

Aus Platzgründen heute nur zwei Beispiele:
1.) Häuser (im Neubaufall, wie im Sanierungsbereich) so planen und bauen, dass sie kaum mehr Energie brauchen (viele Beispiele hier).
Mit Bauordnungen und Wohnbauförderungen ahben wir das in der Hand.
Tatsächlich stellen Passivhäuser nur einen sehr kleinen Teil des Gesamtmarktes dar.

2.) Warum gibt es nicht ein heftig gefördertes Programm 900 000 österr. Ölheizungen durch Pelletsöfen zu ersetzen?
Die Brennstoffkosten sind wieder deutlich gefallen und liegen bei knapp der Hälfte von Öl.

Ja, mehr Forschen für das morgen, aber mit dem, was wir heute wissen viel, vielmehr tun.

Wir stehen erst ganz am Anfang

Heute einmal ziemlich pessimistisch:

Die IEA hat eine neue Prognose über den zukünftigen weltweiten Energieverbrauch veröffentlicht.
Nach dem durchaus klugen Motto “Was passiert, wenns so weitergeht wie bisher.
Und das sieht dann so aus:

Eine Kurzfassung hier.

Ergo:
Klimawandel hin oder her, gerade weil derzeit ganz viele Menschen auf unserem Planeten dabei sind, sich unserem Lebensstil anzunähern steigt der Verbrauch von kohle, Öl und Gas deutlich, ja stärker als in der Vergangenheit.
Aber nicht jene sind “schuld”, die versuchen aufzuholen .
Auch bei uns werden immer mehr und immer grössere Autos verkauft, steigt der Stromverbrauch, sinkt der Anteil erneuerbarer Energien, werden Grosseinkaufszentren auf der Grünen Wiese gebaut, etc, etc.
Der Wandel wird sehr sehr tiefgehen müssen, damit sich wirklich etwas ändert.
Muss es wirklich noch viel schlimmer kommen?
Wir stehen erst am Anfang.

swim&bike

Nachdem, wie hier schon öfter beschrieben, die bike-city am alten Nordbahnhofgelände extrem stark nachgefragt ist (5400 Anmeldungen für 99 Wohnungen) bin ich recht stolz, dass es mit viel Überredunungsaufwand gelungen ist, eine weiter bike-city in umittelbarer Umgebung zur Realisierung zu bringen.
Nochmals kurz die Idee:
Bike-city heisst: Alttagsradler/innen werden optimale Voraussetzungen geboten.
Die Stellplatzverpflichtung wird von 1:1 (Eine Wohnung ein teurer Stellplatz) auf 1:0,5 halbiert.
Mit dem eingesparten Geld werden Einrichtungen finanziert, die die Qualität des Wohnens deutlich verbessern.
Bei bike&swim sagts schon der Name: das Dach wird von schicken Wohnungen freigeräumt und als Freifläche für alle Bewohner/innen gestaltet. Und es kommt ein grosszügiges Schwimmbad aufs Dach.
Im Erdgeschoss ausreichend Radabstellflächen (pro Wohnung sollten mit 4 Rädern gerechnet werden) samt Werkstatt, Sauna, Kinderräume etc.
Wer heute 7 Jahre nachdem die ersten Bewohner in die autofreie Siedlung gezogen sind, die Wohnqualität dort ansieht, kann erahnen, welche Möglichkeiten darin liegen, Millionen nicht in Garagen zu vergraben, sondern in sichtbare zusätzliche Investitionen.
Wo wir swim&bike gebaut?
Wenige Meter neben bike-city 1 an der Vorgartenstrasse am Nordbahnhofgelände.
Baubeginn wahrscheinlich noch 2008.
Ich halte das für einen sehr guten Standort:einerseits zentrumsnah, andererseits unmittelbar beim Erholungsgebiet Donau.
Auch die U1 gibts in der Nähe und die Nahversorgung ist gut, und soll noch weiter ausgebaut werden.
Für Interessenten: Habe mit dem Bauträger (wieder die GESIBA) vereinbart, dass ich ihm Interessent/innen weiterleiten darf.
Diese schreiben bitte an: bike.city@gruene.at