3 Replies to “Grillparzer und das city bike”

  1. Thinking big… … is beautiful – das gilt zumindest im Bereich “öffentlicher Verkehr”. Ein “bisserl” öffentlicher Verkehr zwingt eben alle erst recht in den Individualverkehr, ein “bisserl” Taktfahrplan gibts genausowenig – und die in Folge unzureichender Investitionen mangelnde Auslastung kann man dann schön als Argument gegen weitere Investitionen heranziehen.

    Investitionen in öffentliche Verkehrsstrukturen müssen massiv und dauerhaft vorhanden sein um die kritische Masse an Angebotsdichte deutlich und langfristig zu überschreiten – und dann gibts nach 10 Jahren als ROI aber fast eine Garantie, dass es “funktioniert” und angenommen wird – das belegen zahlreiche internationale Beispiele, nur eines davon, das mir sehr nahe liegt ist der Eisenbahn-Nahverkehr in Holland. Dort geht man auch auf den Bahnhof, um in die nächste Stadt zu fahren – aber ohne sich vorher nach dem Fahrplan zu erkundigen, denn es fährt ohnehin ständig etwas.

    So und jetzt muss ich mal kurz auf eine Demo. Zu Fuss.

    1. Beispiel S45… Bin schon gespannt auf die Intervallverdichtung bei der Vorortelinie !
      Bei einem Viertelstundenintervall, da schaut man auf den Fahrplan, da versucht man sich die Durchfahrtszeiten zu merken. Bei 10 Minuten (für eine Stadtbahn, wohlgemerkt), da geht man einfach auf gut Glück hin.
      Tja, blöderweise gilt der 10 Minuten – Takt wieder nur innerhalb bestimmter Zeitraster, so, als ob jemand den Erfolg sabotieren wollte…

      Beispiel Citybike / velib:

      Stationsabstand Wien: 1000 m, Paris 300 m !
      In Wien musst du eine Citybike – Fahrt mit dem Stadtplan in der Hand PLANEN !!! In Paris gehst du einfach in irgendeine Richtung und FINDEST eine Station, auch am Zielort. (Abgesehen davon, dass du einen Plan über Bluetooth aufs Handy laden kannst, in Paris natürlich).

      Aber, nächstes Jahr ist ja Fussball – EM in Wien, das wäre doch ein Aufhänger für eine “Stufe 2” des Citybike, odr?

    2. Carsharing… … wäre ein weiteres Beispiel für “Think big”. Im aktuellen Brand Eins wird zB die Schweizer mobility carsharing näher beschrieben, deren über 1000 Standplätze einem österr. Carsharer, der zB bei Denzeldrive mit 82 Standplätzen das Auslangen finden muss, das Herz wirklich höher schlagen lassen… auch hier müsste man initial mehr investieren und bräuchte vermutlich auch einen etwas längeren Atem als ihn ein Privater in der Regel hat, um das System ausreichend zu attraktivieren…

      Sehr schade, dass das Thema Carsharing auch bei den Grünen irgendwie nicht mehr wahrnehmbar existiert, obwohl doch das Schweizer Beispiel zeigt, dass es funktionieren kann. Da beim Carsharing die hohen Fixkosten des Autobesitzes in rein variable Kosten der Autonutzung umgerechnet werden, fördert es die sinnvolle, anlassbezogene Nutzung wirklich massiv. Das würde meines Erachtens zB eine starke abgabenrechtliche Bevorzugung von “gesharten” Autos rechtfertigen… ebenso müsste man sich bei der kostengünstigen und einfachen Parkraumbeschaffung für gesharte Autos mehr Gedanken machen. Und wenn dann die Citymaut irgendwann auch in Wien Realität ist würde ich ebenfalls gesharte Autos komplett ausnehmen wollen… Fantasie gäbs da eigentlich mehr als genug…

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