16 Replies to “Wer Auto fährt kommt zu spät”

  1. Milchmädchenrechnungen beim Verkehr es gibt auch politiker, die glauben, mit grüner welle für autos und genug parkplätzen kann man CO2-einsparen.

    kein witz: http://www.noen.at/redaktion/n-bad/article.asp?Text=239866&cat=326 :

    die beiden Frontleute der GR-Bürgerliste „Wir Badener“ (eher rechtes Eck, glaube FPÖ-Abkapselung) geben sich im Interview besonders grün und umweltbewusst.
    „Der CO2-Ausstoß in der Innenstadt ist aber wesentlich über die Parkplatz-Situation steuerbar.
    NÖN: Inwiefern?
    Witty: Durch ausreichend Stellplätze kann ich erreichen, dass Parkplatz-Suchende nicht dreimal im Kreis fahren müssen.“

    dazu ausführlicher: http://hellgruen.at/aktuelles/195/ganz-ganz-ganz-schlimm-wirklich-sehr-schlimm

  2. Unsinn Sorry, aber das ist wirklich Humbug. Vielleicht liegen die Schätzungen der Fahrtzeit tendentiell falsch, das Problem ist aber nicht die Schätzung sondern die tatsächliche Fahrtdauer. Und die ist nun mal in verdammt vielen Fällen mit den Öffis (wegen regelmäßiger Betriebsstörungen, ewig langer Intervalle, nicht vorhandener Schnellverbindungen…) signifikant länger als mit einem Auto – trotz Parkplatzsuche, Stau usw.

    Das heißt, außerhalb von gut erschlossenen Ballungsräumen (das sind in Wien gerade einmal die inneren Bezirke) ist der öffentliche Verkehr nach wie vor leider keine Alternative zum Auto. Vom ländlichen Raum brauchen wir da erst gar nicht anzufangen.

    1. Wohnungen näher an Öffis bauen Nachdem die Fahrtdauer aber nicht nur von der Geschwindigkeit sondern auch von der Länge des Wegs abhängt kann man mit den Öffis genau so schnell sein wenn man einfach näher am Arbeitsplatz wohnt..
      Am besten man würde neue Wohnungen nicht mehr in die Pampa bauen denn dort bleibt einem wirklich nur das Auto.

    2. Genau die Fahrtdauer ist nicht das Problem, weil die empfundene Transportzeit mit der objektiven ziemlich genau übereinstimmt. Da öffentlicher Verkehr in der Regel im Fahrplan fährt, ist das auch recht leicht einschätzbar. Was dagegen völlig überschätzt wird, sind die Zugangswege und die Wartezeiten, welche bei der empfundenen Gesamtreisezeit einen riesigen Posten ausmachen. Längere Fußwege und Wartezeiten werden nämlich als überproportional lange empfunden, was auch das Überschätzen der Reisezeiten im öffentlichen Verkehr erklärt. Die tatsächlichen Wartezeiten an den Haltestellen zu “objektivieren” ist übrigens leicht möglich, und wird durch die Restzeitanzeigen umgesetzt. Die Fußwege zu optimieren ist dagegen nicht mehr ganz so leicht, und erfordert eine hohe Qualität in der Straßengestaltung und dichte Liniennetze mit kurzen Haltestellenabständen.

      Achja: Auch die reinen Fahrzeiten im PKW werden verglichen mit dem öffentlichen Verkehr überschätzt. Durch die deutlich kürzeren Zugangswege kommt einem die empfundene Gesamtreisezeit allerdings trotzdem meist kürzer vor, als die im öffentlichen Verkehr.

  3. Wenn ich nachdenke, stimmt das offenbar wirklich.
    Ich kalkuliere 10min Fahrzeit zur Uni, muss NIEMALS mit Stau oder Parkplatzsuche rechnen. Auch eine Betriebsstörung ist ausgeschlossen. Das Wetter verändert die Fahrtzeit auch nicht.
    Selbiges gilt auch für längere Distanzen (-280km) 🙂

    Aber die Stadtregierung in Wien bzw. österr. Regierung ist, Verzeihung schlichtweg zu blöd um vernünftiges zu forcieren. Da wird lieber die AutofahrerInnenloby bedient.

  4. Mein Schlüssel zu einem “vernünftigen” Umgang mit der eigenen Mobilität in der Stadt lag darin, auf den Besitz eines eigenen Autos zu verzichten. “Vernünftig” meine ich dabei in einem durchaus egoistischen Sinn: Bequemlichkeit, Fahrtzeiten, Kosten.

    Ich praktiziere das jetzt seit einigen Jahren und will nie wieder zurück – und dafür muss ich nichtmal mein ökologisches Gewissen beanspruchen.

    Warum ist das so: Hat man den Riesen-Fixkostenposten “eigenes Auto” erstmal im Gnack sitzen, dann können ausgewogene, anlassbezogene und insgesamt ökonomische Mobilitäts-Entscheidungen nicht mehr fallen: Das eigene Auto steht vor der Tür und kostet ununterbrochen bares Geld. Hat man diese Barriere im Kopf aber mal los, dann spricht auch nichts dagegen ein plötzlich freiwerdendes Riesenbudget für anlassbezogen ökonomische Mobilitätsentscheidungen zu verwenden.

    Ob zu Fuss, per Fahrrad, Strassenbahn, U-Bahn, S-Bahn, Bus, Carsharing, Taxi, Eisenbahn, Mietwagen oder irgendwo Mitfahren im gegebenen Fall mehr Sinn macht lässt sich ohne allzu grosses Nachdenken aus dem Bauch heraus recht treffsicher einschätzen – vorausgesetzt man macht den Schritt und verzichtet mal aufs eigene Auto (und das heisst eben nicht gänzlich aufs Autofahren zu verzichten…).

    Ohne diesen Schritt aber wird man den notwendigen Lernprozess im effizienten Umgang mit all diesen Mobilitätsmöglichkeiten einfach nicht schaffen: Bevor man nachgedacht hat sitzt man nämlich bereits wieder im eigenen Auto – schliesslich muss man doch gerade jetzt “schnell” am Ziel sein, oder?

    Ich bin sicher, dass viele die das lesen denken werden “Das geht bei mir nicht, weil…” – und ich bin ebenso sicher, dass dies auf maximal jeden vierten davon tatsächlich zutreffen wird. Was denken daher jetzt alle: “Dann gehöre ich wohl zu diesen Vierten”. Es führt eben kein Weg dran vorbei: Ein Jahr lang ausprobieren und dann erst weiterreden.

    1. Mein Traum: Autofreie Stadt Am Land wird der Individualverkehr wohl immer ein wesentlicher Mobilitätsbestandteil bleiben. In der Stadt sollte eine verantwortungsvolle Regierung aber die Alternativen fördern, und gerade das geschieht in Wien nicht:

      – Wohnungsneubau im Niemandsland (Aspern…)
      – Grünphasensteuerung für Autos (“grüne Welle”)
      – explosionsartige Parkplatzvermehrung
      – enge Gehsteige, unbrauchbare Radwege/streifen, zu kurze Fußgänger-Grünphasen, lebensgefährliche Schutzwege usw.
      – viel zu große Öffi-Intervalle
      – Kapazitätsengpässe in den Stoß- und Tourismuszeiten
      – inzw. extrem hohe Taxi-Tarife

      Ich habe keine Auto, hätte ich eines, würde ich wohl auch mit dem Auto durch Wien stauen, da der öffentliche Verkehr schlicht unattraktiv ist. Mit dem status quo wird kein Autofahrer zum Umsteigen animiert – und leider scheinen die Grünen bei diesem Thema auch schon resigniert zu haben. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass hier keine permanente Medienkampagne läuft. Statt dessen wird mit dem Hybridauto geworben…

    2. Lieber Maschi,
      Das ist eindeutig zu viel Vernunft 😉
      Und außerdem vergessen Sie: Was soll denn dann die Medienmaschine Ö3 alle 10min bringen…?

      Spaß beiseite: Toller Beitrag. Bin ebenfalls autofrei.

  5. Lass uns die Sommergespräche bloggen Lieber Christoph Chorherr,
    würde mich freuen, wenn auch Sie die Sommergespräche mitbloggen: http://sommergespraeche.blogspot.com – Jeder Sommergespräche-Blogger ist willkommen – Strache hat mich heute (gestern) motiviert meine Meinung zu seinen Aussagen abzugeben.

    LG,
    Lukas Adamon

    PS: Natürlich ist jeder eingeladen mitzubloggen

  6. Ein bisschen dumm Ich hatte aus Überzeugungsgründen zweieinhalb Jahre k e i n Auto und fuhr täglich öffentlich zur Arbeit. Statt 30 Minuten Fahrzeit war das etwas mehr aus 60 Minuten, doch es war produktive Zeit, ich konnte lesen oder sogar mit dem Laptop arbeiten.
    Die ÖBB, die ich sonst sehr gerne benutze – ich fahre weite Strecken lieber mit dem Zug als mit dem Auto, hat mich dazu gebracht, mir wieder ein Auto zuzulegen. Ich wohne in der Region Mödling. Dreimal 45 Minuten auf den Zug warten (im Jahr 2005) war unzumutbar.
    Jetzt arbeite ich in der Nähe Museumsqartier. Ich habe es ausprobiert. P&R Siebenhirten, P&R Liesing, in die Stadt fahren bis zur MQ-Garage.
    Die P&R-Variationen benötigen zwischen 45 und 60 Minuten, die direkte Fahrt 30 Minuten. (Momentan 40 Minuten, weil der Matzleinsdorferplatz umfahren werden muss.)
    Die öffentlichen Verkehrsbetriebe sind einfach zu dumm. Allein der Zwist zwischen der Stadt Wien und der ÖBB sorgt für Frustration. Man betrachte einmal den Umstiegsort Südtirolerplatz und die Fahrplanabstimmung am Abend.
    Innerhalb der Stadt fahre ich nur öffentlich. Doch beim Pendeln habe ich mir die öffentlichen gründlich abgeschminkt.
    Mein Vorschlag geht eher in die Richtung City-Maut, die aber nur für Einzelfahrer gilt. Sind drei oder mehr Personen im Auto, muss keine Maut bezahlt werden. (Modell Singapore – schon vor 20 Jahren)
    Oder man könnte auch den Begriff “Schnellbahn” semantisch etwas stringenter forcieren. Es ist jedesmal eine Zumutung (auch wenn ich die Begründung kenne), wenn ein Schnellbahnzug in Meidling 3-4 Minuten am Bahnsteig verharrt, bevor er weiterfährt.
    Andererseits macht es sich in der Station Rennweg der Zugführer ein Vergnügen daraus, den Personen, die aus dem Schnellbahnzug vom Flughafen kommen, vor der Nase davon zu fahren. (Wartezeit um zehn Uhr abends damals 30 Minuten.)
    Ich glaube sehr wohl, dass die Autofahrer die Zeit, die sie brauchen, unterschätzen. Bei “drastisch” bin ich mir da schon weniger sicher. Damit wird der Artikel für mich einfach polemisch.
    Polemik kann ich selber. Mit dem Auto 30 Minuten, öffentlich 65 Minuten. Und das mal 2. Im klimatisierten Auto nette Musik von Radio-Stephansdom hören, in der U-Bahn angestunken und mit tam-tam-tam aus dem nächsten MP3-Player angedröhnt zu werden.
    Drastisch!

  7. Zuviel PKW Verkehr Ich möchte hier mal einen Appell an die Grünen richten sich mehr für Lebensqualität in der Stadt einzusetzen. Ich war gerade eine Woche in Tirol und wenn man zurück nach Wien kommt fragt man sich wieso hier eigentlich so viele Menschen wohnen.
    Keine Frage Wien hat seine schönen Seiten, aber meist ist es laut, drückend heiß oder es mieft nach Abgasen.

    Das Hauptproblem ist der überhand nehmende PKW Verkehr. Ich schlage vor:

    -Moderate City Maut
    -Strengere Euro Abgas- und Lärmemissionsnormen für PKW (auch wenn dafür die EU Zuständig ist)

    Es kann doch nicht sein dass die Lösung ist überall diese hässlichen Lärmschutzwände hin zu bauen, das Problem muss an der Wurzel gepackt werden.

    -Innerhalb des Gürtels 40km/h Zone (ausgenommen Bundesstraßen)

    Man traut sich ja schon oft nicht mehr bei größeren Straßen bei nicht ampelgeregelten Schutzwegen über die Straße zu gehen wenn ein SUV Monster nach dem anderen kommt, selbst wenn man als Fußgänger Vorrang (!!!) gegenüber dem Auto hat. Man fühlt sich auf Wiens Straßen als Fußgänger richtig als Fremdkörper. Angenehm ist es dort nur in einer klimatisierten schallgedämmten Limousine.

    Zu den Öffis: Die U-Bahnen speziell U1&U3 brauchen nicht nur klimatisierte Züge sondern ordentliche Lüftungsanlagen in den Stationen. Die älteren Garnituren werden noch viele Jahre fahren und es ist im Sommer immer dermaßen heiß das kein PKW-Fahrer auf U-Bahnen umsteigen wird wollen.

    Außerdem sollten Express U-Bahn Linien angedacht werden. Wenn man verlangt das man z.b. in Siebenhirten sein Auto in die P&R Anlage stellt, sollte man auch in einer akzeptablen Zeit mit den Öffis ins Zentrum kommen können und nicht ewig lang dahin zuckeln (siehe voriges Posting von steppenhund)

  8. Grüne Verkehrspolitik?? Wo bleibt sie, ja wo nur? Kann es tatsächlich erfüllend sein, hie und da ein paar Laufmeter Radweg zu eröffnen, alle heiligen Zeiten eine autofreie bzw. Bike-Mustersiedlung bauen zu lassen und ansonsten nur Ideen, Visionen und Wünsche an die Zukunft zu richten?

    Die Lebensqualität ist in Wien in den letzten 10, 15 Jahren durch den massiv ansteigenden Individualverkehr kontinuierlich schlechter geworden. Mag sein, dass das Menschen in den grünen Suburbs bzw. den luftigen Lofts wurscht ist, die Mehrheit der Menschen betrifft es. Tag für Tag.

    Die Sozis machen Politik für die aufgestiegene Mittelklasse, vormals Proletarier, d.h. heute Autofahrer. Von denen ist also keine Hilfe zu erwarten.

    Wo bleiben die Grünen? Habt ihr euch wirklich schon aufgegeben? Reicht es euch, in den Medien heiße Luft umzuwälzen? Und die Sachpolitik den anderen Parteien zu überlassen? Vor längerer Zeit habe ich hier geschrieben, die Grünen könnten *die* Bildungspartei werden – nun, war wohl nix. Nun hoffe ich (bald erhoffe ich mir von den Grünen eh nichts mehr), dass sie wenigstens *die* Verkehrspartei werden. Mit zukunftsweisenden Mobilitätskonzepten, die visionär und trotzdem pragmatisch sind. Mit einem klaren Ziel: den Individualverkehr in Wien zu reduzieren und damit die Lebensqualität zu erhöhen. (Folgewirkung wäre u.a. eine wiederauflebende Nahversorgung, die fußläufig zu erreichen sein muss.)

    Nur, solche Konzepte muss man gebetsmühlenartig in der Öffentlichkeit vorstellen. Dann klappt die Umsetzung (von Krone Gnaden) auch irgendwann einmal. Ja sogar eine Citymaut wäre dann möglich.

    1. Hoffentlich haben wir cc mit unserer Kritik nicht vergrault, es gibt seit über zwei Wochen kein Post mehr von ihm. Als Außenstehender meint man leicht es sollte mehr unternommen werden, aber ich bin mir sicher das speziell cc beim Thema Verkehr und Energie im Vergleich zu anderen Politikern weitaus mehr auf dem Kasten hat und unheimlich engagiert ist.
      In diesem Sinne (zumindest meine) Kritik nicht persönlich nehmen sondern als Ansporn und Denkanstöße.
      Was gibts neues von der Herbstoffensive?

    2. Dass wir cc vergrault haben, glaube ich nicht, und auf diepresse.com gibt es unter Meinungen immerhin einen neuen Artikel von ihm. Für die schlimmsten Entzugserscheinungen 😉

    3. CC vergrault man nicht ! Sonst wäre er schon längst nicht mehr bei Wiener Grünen.

      Da kann man sich ruhig auf sein Missionsbewusstsein verlassen, das
      verlässt ihn nicht so bald !

      PS: Ausserdem ist er ein Radler – und als solcher hat man gelernt zu kämpfen!

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *