deformierte Wahrnehmung

In heutigen (Do) Kronenzeitung starrt uns ein entsetzten Frauengesicht entgegen, das einen Zapfhahn in der Hand hält.
Illustriert wird damit die ewigen Geschichte über den armen geschröpften Autofahrer.
Deutlich kleiner ist eine andere Geschichte beschrieben, jene über die Erhöhung der Öffi-Tarife in Wien.
Hab kurz nachgerechnet.

Öffi Einzelfahrschein 1991 14ÖS (1,02 Euro)
neuer Tarif: 1,7 Euro
eine satte Erhöhung um 67 %

Jahreskarte Wiener Linien Erhöhung (seit 91)um 51%

das allgemeine Preisnivieau (Inflation ) hat sich in diesem Zeitraum (91 bis heute) um 38% erhöht.
Öffi-Tarife stiegen also signifikant stärker.

Zum Vergleich: Preisentwicklung Normalbenzin 1991-2007: plus 57%

Diese Tabelle ist immer sehr hilfreich, um Klarheit in die Energiepreisdebatte zu bringen.

6 Replies to “deformierte Wahrnehmung”

  1. VCÖ-vergleich 1kg brot in den 50er jahren € 0,25 heute 2,37 = +848%
    1l benzin in den 50er jahren € 0,25 heute 1,03 = +317%

    in der letzten VCÖ-zeitung gibts noch andere interessante zahlen, zb:

    € 340.467.990,- gehen dem finanzminister jedes jahr verlosren, weil es keine mineralölsteuer auf flugbenzin gibt. mit diesem betrag könnte jede/r österreichIn 300km gratis bahnfahren oder 3,4 mio. vorteilscards gratis verschenkt werden.

    1. Ein Straßenbahnschein kostete 30 Groschen, mit dem ich als Kind spazieren-gefahren – Ab Juni 2007 kostet dieser Fahrschein 90 Cent.

    2. auch eine PKW Maut wäre angebracht. Schließlich sehe ich nicht ein, warum Autofahrer gratis auf Österreichs Straßen fahren, die jeder Steuerzahler mitfinanzieren muss. Bei den öffentlichen Verkehrsmittel zahle ich ja auch ein Entgelt, dass auch für die Benützung der Infrastuktur (auch der Schienen) eingehoben wird.

  2. Wo bleibt die Aktion gegen die SP? Gut und schön, die Wiener Grünen haben im Rathaus ein Plakat gegen die Öffi-Preiserhöhung hochgehalten (http://wien.gruene.at/verkehr/artikel/lesen/15071/), das wird die Sozis nicht kratzen. Der Boulevard ist wahlweise über Mütter im Pensionsalter oder die Benzinpreise erregt.

    Liebe Grüne, wie wärs mit einer Plakataktion, die das gemeine Volk mit Grünen Alternativideen gegenüber der Rathaus-SP informiert? Handfeste Vorschläge und Ideen, die den kleinen Mann und die mindergroße Frau von der Straße vielleicht zum Denken anregen? Hmmm?

    z.B. Auto einen Tag pro Woche stehen lassen (vgl. 70er!!) und dafür an diesem Tag gratis mit den Öffis fahren. Oder Citymaut in Wien und dafür Straßenbahnen, Busse und U-Bahnen, die nicht permanent Intervallstörungen haben. Oder Einkaufsstraßen in (temporäre) Fußgängerzonen umwandeln.

    Tja, Vorschläge gäbs ja genug. Aber offenbar sind die Grünen damit beschäftigt, sich selbst toll zu finden, anstatt mit politischen Gegnern (VP, FP) über ein Konzept gegen die Allmacht der Sozis zu reden…

  3. Tabellen… … sind meist hilfreich, wenn man sie lesen kann. So gesehen gäbe es nichts geschäftsschädigenderes für die Kronenzeitung als eine 41 Mrd Euro Bildungsoffensive.

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