Infrastruktur für gestern

Das Glück vieler Regierungen liegt darin, dass sich die meisten Menschen ab einer bestimmten Grössenordnung Zahlen nicht mehr vorstellen können.
Das, was die Regierung bis 2020 in Strasse und Schiene verbauen will (41 Mrd Euro) ist gewaltig.
Nur ein Vergleich:In der Wiener Donaustadt fehlen höhere Schulen, eine AHS zu errichten kostet je nach Grösse 20 Mio aufwärts.
Das Programm hiesse zweitausend derartige Schulen (die nicht notwendig wären, aber ein paar sind dringend benötigt)
Oder: der Klimaschutzfonds wird mit 500 Mio einmal dotiert.
Strassen und Schiene ausbauen scheint 80 mal so wichtig.
Ich spare mir nachzuweisen, was dieses Invest-Programm für die Zersiedelung und damit für vermehrte CO2 Emissionen bedeutet.
Es zeigt sich nur eins:
Österreich ist unglaublich reich.
Und hat eine Regierung, die nicht begriffen hat, dass die Infrastruktur des 21. Jhdts hervorragende Schulen und Universitäten sind, und nicht noch mehr Autobahnen.
Im übrigen in einem Land,das bereitsan der europäischen “Spitze” liegt, was die bereits gebauten Autobahnkilometer je Einwohner betrifft.

10 Replies to “Infrastruktur für gestern”

  1. Dafür gibt es doch das wunderbare Zitat von Illinois-Rep-Senator Everett Dirksen:
    A billion here, a billion there, pretty soon it adds up to real money.

    Vielen Dank auch für Ihre Vergleiche. Ist immer wichtig, die Zahlen in Relation zu setzen.

    1. Wenn man 41 Mrd auf 8 Mio Ösis aufteilt, ergibt das 5125€ vom Säugling bis zum Greis. Würde man die Österreicher also vor die Wahl stellen, entweder dieses Investitionspaket zu bekommen oder aber für eine zB vierköpfige Familie €20.500 bar auf die Kralle, wofür würden sie sich dann entscheiden?

      Ich weiss schon ich weiss – kann man doch nicht so rechnen etc. etc.

      Dennoch: wäre dieses Geld dann wirklich “verloren” oder vielleicht vielmehr “gewonnen”…? Ist es also wirklich “produktiv” im besten Sinn dieses Wortes, zuerst das ganze Geld abzuliefern um dann *diese* Politiker irgendwas damit machen zu lassen? Und muss man “neoliberal” sein, wenn man findet, dass die Antwort auf so eine Frage nicht eindeutig zugunsten von Big Brother ausfallen muss? Ich würde meine € 20.500 jedenfalls zukunftsträchtiger anlegen und ich traue das den meisten meiner MitbürgerInnen ebenfalls zu…

      Fragen über Fragen. *AmKopfKratz*

  2. HOCHBAU-ANSTATT STRASSEN UND BAHNBAU?

    WICHTIG IST ÖFFENTLICHE INFRASTRUKTUR SEHR!
    ABER SCHIENE VOR STRASSE!

    20 MRD. FÜR FORSCHUNG, ENTWICKLUNG UND BILDUNG WÄREN 1 TRAUM!

    10 MRD. in SCHIENE!

    10 MRD. in GEBÄUDESANIERUNG!!!

    Frank

  3. Hochleistungsstrecken gut und recht. Was nützen sie, wenn aber gleichzeitig

    die Nebenbahnen vergammeln.

    Ein Beispiel ist die Leobersdorferbahn, die zwischen dem roten Hainfeld(!) und

    Weißenbach/TTriesting unterbrochen ist.

    Zwischen dem hochroten Traisen (SPÖ bis zu 75%) und dem roten Hainfeld

    (Viktor Adler schau oba) lässt man die Strecke vergammeln.

    Das Gras steht zwischen den Geleisen locker einen meter hoch. Ich war bei meinem

    letzen verwandtschaftsbesuch total entsetzt.

    Vielleicht könnten auch die NÖ-Grünen unter Madeleine hier eine dringend notwendige

    Initiative ergreifen.

    Diese Strecke (St.Pölten – Traisen – Hainfeld – Leobersdorf) wurde 1877 unter Kaiser

    Franz Josef eröffnet und unter Wolfgang Schüssel zur Sau gemacht.

  4. Differenziert zu betrachten Ich kenne die Pläne nicht im Detail, ich habe aber mitbekommen, dass
    1. deutlich mehr in die Schiene investiert wird als in die Straße
    2. Aus- und Umbauten von Bahnhöfen dringend notwendig sind
    3. nur Hochgeschwindigkeitsstrecken (z.B. Wien-Sbg. deutlich unter 3h) eine wirkliche Alternative zur Autobahn sind
    4. anstelle von Nebenbahnen (5-10 Fahrgäste pro Zug) wohl eine Busverbindung volkswirtschaftlich sinnvoller ist
    5. man den Verkehr nicht wegzaubern kann, aber sehr wohl durch z.B. einen Autobahngürtel um Wien von den Ballungsräumen fernhalten kann
    6. solange es nur eine Bummelbahn von Wien in den Osten/Norden gibt, es niemanden verwundern darf, wenn der LKW-Verkehr von/nach dort immer mehr wird

    Sinnlos und kontraproduktiv sind sicher Politiker-Prestigebauten (Koralm etc.) und Straßen(aus)bauten, die nur noch mehr Autoverkehr anziehen.

    Wie man es ganz sicher nicht macht, zeigt wieder mal unser liebes, rotes Wien: geschmalzene Preiserhöhung bei den Öffis, anstatt durch z.B. 1x pro Monat Gratistage die Leute zum Umsteigen zu bewegen…

    1. ad 4. nicht nur volkswirtschaftlich. Der durchschnittliche C02 Ausstoss eines Busses pro Fahrgast bei durchschnittlicher Besetzung liegt nur marginal über dem einer S-Bahn. Es kommt auch aus dieser Sicht praktisch nur auf die Auslastung an.

    2. Autobahngürtel Der Autobahngürtel um Wien wird den Verkehr nicht von den Ballungsräumen fernhalten. Statt dessen wird der Autobahngürtel diverse Shopping-Center und neue Siedlungsräume abseits des öffentlichen Verkehrs attraktiver machen und so zusätzlichen motorisierten Verkehr verursachen.

      Die Bahn wird aber weiterhin einspurig und nicht elektrifiziert nach Bratislava fahren. Ein ziemlicher Rückschritt wenn man bedenkt, dass die Bahn 1914 immerhin elektrifiziert nach Bratislava (damals Preßburg) gefahren ist.

    3. vor allem wenn es neue Shopping Centers gibt, stirbt die Nahversorgung weiter aus.
      Ich ärger mich jedesmal, wenn ich an den Stadtrand oder noch weiter hinaus fahren muss (in ein Industriezentrum mit schlechter Bahn bzw. Busanbindung), nur um zu bestimmten Geschäften zu fahren.

  5. Steuern komplett falsch verteilt Und für Studenten hat die Regierung kein Geld. Dabei kostet ein kostenloser Zugang nur 140 Mill. EUR (in etwa gleich hoch wie die Erbschaftssteuereinnahmen ausmach(t)en)

    41 Mrd EUR ist eindeutig zuviel für Straße (und Bahn).
    Noch dazu wird dabei gleichzeitig der öffentliche Verkehr verteuert. Aber eine Straßenmaut für den PKW gibt es nicht. (ausg. Autobahn). Wieso nicht? Wieso muss der private PKW-Besitzer so stark subventioniert werden durch die Öffentliche Hand?

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *