20 Minuten über die menschliche Entwicklung

Jetzt hab ichs mir schon einige Male durchgeschaut.
Und immer wieder etwas Neues dabei gelernt.
Ein schwedischer Professor zeigt, wie man ein Thema, in diesem Fall Aspekte der menschlichen Entwicklung unglaublich anschaulich und für jeden Leser extrem lehrreich darstellen kann.
Nehmt Euch ca. 20 Minuten und schaut Euch die 9 Kapitel hier an.
Dank an Dieter für den Hinweis.

Die Zukunft der Solarenergie

Das Jahr möge optimistisch ausklingen.
Deswegen nochmals Vorarlberg (und nochmals die Empfehlung, dort ein paar Tage mit offenen Augen herumzufahren).

Das Gemeindezentrum Ludesch:

Natürlich ein Passivhaus , aber hier gehts mir um etwas anders:
Die zukünftig vernünftigste Stromerzeugung direkt aus der Sonne.

Bisher wurde ein Haus fertiggebaut, und dann wurden zusätzlich (teuer) meist auf dem Dach die Photovoltaik-Module aufgeständert, auch ästethisch nicht immer ein Blickfang.
Der Architekt Hermann Kaufmann zeigt beim Gemeidezentrum den richtigen Weg: Da es aus vielerlei Gründen sinnvoll war, den neuentstandenen Hof zu überdachen, wurde IN das Glasdach PV-Module eingesetzt.
Führend bei dieser Technologie, die Oberösterreichische Firma ertex-solar.
Und das wird die zukünftige Richtung sein:
Alle möglichen Bauteile, die für Dach, Mauer, Abschattungen, Balkone, Fenster, etc verwendet werden, sind so ausgestattet, dass sie ZUSÄTZLICH strom erzeugen.
Das klassische ökologische Prinzip der Mehrfachnutzung wird hiebei angewandt.
Und damit wir nicht nur darüber schreiben: Werde mich gleich im neuen Jahr bemühen, dieses Thema (fassadenintegrierte PV-Nutzung) in einen Wiener Architekturtwettbewerb einfliessen zu lassen

aussen hui und innen: erst recht

Vorarlberg ist immer eine Reise wert.

Das war eine Ende der 60er Jahre errichtete Industriehalle.Riesiger Energieverbrauch, erst Öl dann Gas.
Dann Sanierung auf Passivhausstandard.
Man muss, um das Konzept zu verstehen, es buchstäblich erfahren, spüren:
Draussen hats minus 3 Grad, drinnen angenhme 22 Grad.
Und der gesamte Energieverbrauch ist geringer, als der jedes einzelnen Einfamilienhauses, welche daneben stehen.
Techne, wussten schon die alten Griechen, heisst Kunst.
Die kalte Luft wird angesaugt, und zuerst 90 Meter unter dem Gebäude im Kreis geführt. Schon ist die Luft auf 10 Grad erwärmt, bzw im heissen Sommer gekühlt.
Dann sorgt ein ausgereiftes Lüftungs und Wärmerückgewinnungssystem dafür, die Luft auf die gewünschte Temperatur zu bringen. Gewinne aus Sonneneinstrahlung oder “Gewinne” von Computern, der Beleuchtung bzw schlicht der Menschen (jede/r von und strahlt 80 Watt ab) besorgen den Rest.
Und wenns ganz kalt ist, hilft eine optimierte Wärmepumpe aus.
So einfach gehts, ist ausdgereift und zu besichtigen.
Drinnen werden von der Firma Drexel und Weiss eben jene Lüftungs-und “Heiz”systeme hergestellt, die dafür sorgen, dass Passiv-und Niedrigenergiehäuser angenehm temperierte Räume bzw ausreichend Warmwasser haben.
Mit Energieverbräuchen unter der Wahrnehmungsschwelle.
Der Erfolg des Unternehmens ist bestechend.
Letztes Jahr wuchs das Unternehmen um ca 45%, heuer dürften es mehr als 50% sein.
Schon sind die Planungen abgeschlossen, die Nachbarhalle, in der es derzeit saukalt ist, ebenfalls auf Passivhausstandard zu sanieren.
Schön diese tollen Einzelbeispiele zu sehen.
Aber warum sorgt die Politik nicht dafür, dass sie rasch zur Regel werden?
Und ist nur mir aufgefallen, dass in den Koalitionsverhandlungen das Thema Umwelt/Energie nicht einmal am Rande vorkommt?

ein grosser Visionär und Denker

Mit über 80 Jahren möchte ich auch einst so geistig beweglich und wach sein.
Ihm gehört meine grösste Bewunderung.

Hartmut von Hentig hat sein ganzes Leben der Bildung gewidmet.

Bildung hab ich einige Male gelesen, es gehört zum Klügsten und Klarsten, was m.E. überhaupt zu diesem Thema publiziert wurde.

Jetzt hat Hentig sein “Alterswerk”, eine Art Vermächtnis veröffentlicht:

Bewährung

Es hat mich sehr beeindruckt.
Der Untertitel ist Programm:
“Über die nützliche Erfahrung, nützlich zu sein”.
Im Kern propagiert Hentig eine Entschulung der Bildung in der 7.-9. Schulstufe.
Ein Programm, das richtigerweise weit über das hinausreicht, was rund um PISA-Rankings so diskutiert wird.
Beide Bücher sind eine sehr zu empfehlende (Weihnachts-)Lektüre.

Ein (Weihnachts-) Buchtip

Glasklar durchdacht in seiner Analyse, scharf in seiner Argmentation:
Gerade weil mir das Bildungsthema so am Herzen liegt:
Konrad Paul Liessmanns Buch “Eine Theorie der Unbildung” sollten alle, die sich mit diesem Thema beschäftigen, gelesen haben.
Er zerfetzt geradezu all das was auf vielen Bildungsseiten der Zeitungen an allgemein geglaubten Phrasen so daherkommt.
PISA und Standortwettbewerb, der Bolognaprozess und die “Reform” der Universitäten.
Sehr sehr empfehlenswert!

Habet Mitleid

Die Presse hat mich eingeladen, alle 2 Wochen montags eine Kolumne zu schreiben.
Hier die ursprüngliche Version von heute (blog hat den Vorteil, dass nicht plötzlich ein Inserat auftaucht, und deswegen gekürzt werden muss)

Habet Mitleid

In der besinnlichsten Zeit des Jahres, die vor allem dadurch auffällt, dass alles im Auto sitzt, denn nie ist der Stau in der Stadt so vollkommen, so allgegenwärtig, in dieser allerschönsten Vorweihnachtszeit richten wir unser Augenmerk auf eine besonders bemitleidenswerte Gruppe von Menschen.
Wir haben ihnen in der Vergangenheit offensichtlich nicht ausreichend Aufmerksamkeit geschenkt, denn als Kompensation ihres offensichtlichen Minderwertigkeitsgefühls mussten sie ganz tief in die Tasche greifen.
So zwischen 40 000 und 70 000 Euro mussten sie aufbringen, um ihr beschädigtes Ego wieder ein wenig aufzupäppeln.
Es sind die SUV-Fahrer, die Nutzer jener riesigen, breitbereiften Autos, die aussehen als wäre ein Mistkäfer als LKW verkleidet, die meist zwei , manchmal gar drei Tonnen schwer sind, und die hinten soviel CO2 hinauspusten, als stünde die nächste Eiszeit vor der Tür.
Seien wir nicht ungerecht, den Schwachen und Beladenen gehört unser Mitgefühl; und sie werden immer mehr!
SUV- Fahrer stecken jetzt genauso wir alle im Stau, bei jedem Tanken zahlen sie bitterstes Bussgeld, und wehe, wehe, wenn ein städtischer Parkplatz gefunden werden muss. Wie und wo sollen diese armen Menschen ihren motorisierten Bullterrier einparken?
Ich bitte nochmals um Nachsicht: Wozu gibt es Behindertenparkplätze, die entsprechend breit ausgestaltet sind?
Hier stehen sie alle, froh, endlich ein ihnen vorbehaltenes Revier gefunden zu haben.
SUVs sind sicher, preisen ihre umsichtigen Hersteller, doch trotzdem lassen sich nicht alle Gefahren restlos beseitigen.
Von einer gefährlichen Spezies droht vor allem in Städten für kostbare SUVs grosse Gefahr: Von Fussgängern, die so uneinsichtig und penetrant sind, dass sie immer wieder vor der Kühlerhaube auftauchen, und bei dem dann folgenden Aufprall den Lack zu zerkratzen drohen.
Aber Gemach, auch hier gibt’s Abhilfe: Massive Metallvorbauten, aus den Urzeiten dieser Automobile „Kuhfänger“ oder „gate crasher“ genannt, sorgen dafür, dass die Fussgänger heftig und bestimmt weggerammt werden, Lerneffekt inklusive: Unfälle mit diesen Autos enden für zweibeinige Störenfriede deutlich öfter tödlich, als mit anderen Autos: Wie beschreibt ein website, welcher uns einen schwedisches Exemplar näher bringen will, diese „Schutzvorrichtungen“ treffend: „Der SUV-Angriff aus Schweden! Selbst an Fussgängerschutz mit einem zusätzlichen Deformations-Element in der Front hat Volvo gedacht.”
Eine böse Verleumdung ist ohne Zweifel das Gerücht, dass VW seinen SUV ursprünglich nicht Touareg sondern Taliban taufen wollte, und gänzlich geschmacklos ist ein Aufkleber, der neulich gesichtet wurde: „SUV-Fahrer haben keinen Fehler, sie sind ein Fehler“.

mein blog ist mein Hund

Unter diesem Titel hab ich vor ein paar Wochen einen Gastkommentar geschrieben, der hier aufgegriffen wurde.
Danke fuer die Rosen (übrigens: Ich hab keine Hund)
Und entschuldigen möchte ich mich für meine digitale Absenz über den 4. 12. hinaus.
Kaum aus Südafrika zurück, war ich zu einem Vortrag über urbanen Holzbau in Garmisch-Partenkirchen beim dortigen Holzbauforum eingeladen.
Da war die Zeit ziemlich knapp…