paar Tage “off”

Bin jetzt bis Mo, 4.Dez. wieder in Südafrika, einige weitere sarch-projekte vorzubereiten, die 2007 gebaut werden.
Da es dort ziemlich aufwendig ist, einen Netzzugang zu bekommen und mein Zeitkorsett auch eng ist, kann`s sein, dass ich mich bis 4.Dez nicht melde.

7 Replies to “paar Tage “off””

  1. Off topic: Auf Wiedersehen. Vor exakt genau einem Jahr, dem Gründungstag von Okto, habe ich zum ersten Mal in dieses Forum von Christoph Chorherr gepostet. Ich hatte ihm bei den Wiener Wahlen meine Vorzugsstimme gegeben und habe damals die Frage gestellt, warum die Grünen sich gegen die weitere Erforschung der Möglichkeiten der Kernfusion wehren. Die allererste Antwort, die ich von einem User bekam, war eine polemische Replik von coyote. Für ihn hatte ich mich offenbar bereits durch das Stellen dieser Frage disqualifiziert und er legte mir daher in Form eines “Was gehört nicht dazu”-Tests nahe, bei Nichterkennen der bösen Energiequelle in seiner Liste am besten gleich wieder Leine zu ziehen…

    Nun, ich habe coyote diesen Gefallen nicht sofort getan, habe ein Jahr lang nicht Leine gezogen, sondern mein Bestes gegeben. Habe aufgeworfene Diskussionen weitergesponnen, versucht, kritische Fragen zu stellen und vor dem Unangenehmen nicht halt zu machen. Manchmal werde ich vielleicht besserwisserisch rübergekommen sein, manchmal war ich es vielleicht auch. Aber ich werde halt nie und nimmer damit aufhören, meinen eigenen Kopf tatsächlich auch für meine ganz eigenen Gedanken zu verwenden.

    Allerdings werde ich das in Zukunft nicht mehr in diesem Forum tun. Das hat NICHT damit zu tun, dass ich Christoph Chorherr und seine Arbeit nicht mehr schätze, ganz im Gegenteil werde ich über diesen Politiker, seine Aufrichtigkeit, sein Engagement auch in Zukunft nur ganz selten mal etwas kommen lassen. Seine subsersive Methode, durch das konkrete Projektieren von funktionierenden Alternativen Politik tatsächlich und inhaltlich voranzubringen ist – im Feld der Politik – nahezu einzigartig. Nein, es hat vielmehr mit sehr persönlichen Gründen zu tun, mehr damit, dass ich ständig auf der Suche bin nach “Fehlern” in meiner politischen, sozialen, gesellschaftlichen Wahrnehmungsfähigkeit, immer auf der Suche nach Verbesserungen meines Weltbilds, oder ganz einfach gesagt: auf der Suche nach Argumenten, die ich noch nicht gehört habe und derentwegen es sich lohnt wieder in die Tiefe zu denken und am Ende vielleicht sogar die eine oder andere liebgewonnene eigene Überzeugung ganz einfach komplett über Bord zu werfen. Diese Momente des Loslassens sind die wahrhaft schönen Momente meines intellektuellen Daseins.

    Dieses Forum hat mir immerhin in zweierlei Hinsicht solche Momente beschert. Ich bin nun nach einem Jahr der Auseinandersetzung mit der Gedankenwelt eines in der Öffentlichkeit – natürlich verzerrterweise – als “grünem Oberrealo” wahrgenommenen Politikers erstens (fast) vollständig davon überzeugt, dass ich auch mit Realokappe kein brauchbarer Grüner mehr werde. Zweitens bin ich (ebenfalls fast) vollständig davon überzeugt, dass ich definitiv nie Politiker sein könnte. Erstere Erkenntnis jedenfalls nicht deshalb, weil mir eine andere Farbe besser gefiele, nein, aber beide Erkenntnisse haben wohl damit zu tun, dass ich mir und meinem persönlichen Wohlbefinden zuliebe keine Systeme akzeptieren kann, die – ebenfalls für mich ganz persönlich definiert – künstliche Denkgrenzen setzen. Das wird nichts daran ändern, dass ich mich vielen grundlegenden Werten, die auch bei den Grünen im Streben nach einer ökologischen und sozialen, aber vor allem auch menschlichen und freien Welt für alle zum Ausdruck kommen, grundlegend verbunden fühle. Die Vielfalt der möglichen Wege dorthin und der möglichen Beiträge dazu scheint mir nur sehr viel grösser zu sein, als dies durch eine Handvoll politischer Parteien oder gar einer einzelnen Partei zum Ausdruck gebracht werden kann.

    Die politische Partei ist in Österreich leider keine Plattform für Persönlichkeiten, sondern eher ein Wesen, welches den per se oft durchaus ambitionierten Politiker zum Sprachrohr verformt. Sie ist ein Raum und Zeit beanspruchendes Wesen mit allen Anzeichen einer seinem Wirt schwer zu schaffen machenden parasitären Lebensform. Und mir geht halt wenig über den Menschen und seine geistige und körperliche Gesundheit…

    In diesem Sinn, es hat mich ehrlich sehr gefreut und ich hoffe, ich war nicht nur lästig, sondern konnte auch dem einen oder der anderen ein bisschen Freude mit meinen Beiträgen bereiten…! Christoph Chorherr wünsche ich alles erdenklich Gute für seinen weiteren Weg.

    Auf Wiedersehen.

    1. bitte nochmal nachdenken lieber maschi!
      jetzt sitz ich in einem Internetcafe in Johannesburg und lese, dass Du dich hier verabschieden willst.
      Ich moechte jetzt andere treue poster hier nicht beleidigen, aber es warst gerade Du in hohem Masse, der sich zu den verschiedensten beitraegen kritisch, hinterfragend aber immer argumentierend und konstruktiv eingebracht hast.
      Es waere ein arger Verlust, den ich ausserordentlich bedauern wuerde, wenn du dich hier verabschiedest.
      Ich habe, mit Verlaub, auch bei mehrmaligen Lesen Deines postings den Grund nicht verstanden.
      Dass Du Dich (mit einem sehr die Individualitaet betonenden Wertegeruest, wie mir aufgefallen ist) bei keiner Partei, also auch nicht bei den Gruenen heimisch fuehlst, kann ich nachvollziehen.
      Individualisten sind jeder grossen Gruppe, jeder Ideologie gegenueber skeptisch.
      Zurecht.
      Aber hierr kann man in einer kleinen, aber doch ganz feinen Oeffentlichkeit diskutieren, Neues entdecken, Positionen hinterfragen.
      Gerade wenn man kein Politiker ist, sein will.
      Deshalb versuch ichs einfach:
      Maschi, whoever sich hinter diesem pseudonym verbirgt, schenk uns einfach ab und zu Deine Gedanken, Deinen Widerspruch , Deine Ideen.
      Ich hab davon zweifellos profitiert.
      In diesem Sinne, ueberlegs Dir bitte nocheinmal.
      c.c.

    2. maschi, poste weiter! Ich hätte wirklich geglaubt, dass du (maschi) ein waschechter grüner bist, auch wenn deine Kommentare sehr kritisch waren. Ich bin nämlich auch ein Kritiker und trotzdem fühle ich mich mehr zu den Grünen hingezogen und würde sie wieder wählen. (auch wenn ich nur bei der letzten nationalratswahl eine noch kleinere “einmann”-partei wählte; aber sonst hatte ich in meinem Leben bis jetzt nur grün gewählt *g*). Aber selbst Freunde von mir kritisieren fast alles an der Partei welche sie wählen würden. Und ich finde das gut, denn nur durch Kritiker kann die Partei besser hervortreten, auch wenn sie das allein vom System (Relation: Staat-Medien-Bevölkerung) leider nicht so wirklich kann. Deshalb bin ich ja auch eher für ein anderes politisches System. aber das tut hier jetzt nichts zur Sache.
      Also ich würde auch die sehr intellektuell hochwertigen kritischen Kommentare von dir vermissen!!!!!! Vor allem, weil auch ich einiges dabei gelernt habe bzw. dadurch umgedacht habe. 😉
      Ich finde deine “geistigen Ergüsse” wirklich interessant.

    3. Nachgedacht. So, jetzt war ich einige Tage krank im Bett. Denn genau in jener Nacht, in der ich hier mein “Auf Wiedersehen” gepostet hatte, bin ich krank geworden. Ein Zeichen! 😉

      Nein, eigentlich glaube ich weniger an “Zeichen”… aber ich bin verblüfft. Ich habe ganz ehrlich nicht damit gerechnet, dass meine Beiträge hier auf so eine Art geschätzt werden, wie das durch die drei obigen Kommentare zum Ausdruck kommt… ich dachte eher, dass ich allenfalls noch das eine oder andere Statement “nachgeschmissen” bekomm…

      Und jetzt ist mir das eigentlich fast peinlich, denn jetzt stehe ich irgendwie da, wie eine nach Komplimenten fischende Diva… aber das habe ich mir wohl selbst eingebrockt und muss jetzt auch damit leben. 😉

      Für CC, der meine Gründe nicht wirklich verstand: Ich glaube, besonders wenn ich die netten Kommentare jetzt lese, dass ich schon ein bissl an Mangel an Feedback gelitten habe. Das wird in einem Politiker-Blog noch verstärkt, denn aus meiner Sicht “leiden” diese Blogs generell darunter, dass der Politiker auf kritische Kommentare auch aus parteipolitischen Überlegungen heraus seltenst offen reagieren kann. Denn immerhin ist das hier zwar eine “kleine und feine” Öffentlichkeit, aber eben doch Öffentlichkeit. Und in Österreich ist es ja doch so, dass ein Politiker, der abseits der Parteilinie auch nur offen “nachdenkt” sofort medial wahrgenommen wird. Daher überlegt man sichs wohl dreimal, ob einem der konkrete Anlassfall so ein “offenes Nachdenken” wert ist… führt aber leider dazu, dass die Blog-Diskussionen für den Politiker, der ja auch die Diskussionen in den “Gremien” kennt, offenbar fruchtbarer sind als für den Poster, der auf Antithesen wartet und gern mehr über die Meinung eines von ihm geschätzten Politikers erfahren würde… denn die “Parteilinie” ist ja jetzt nicht wirklich ein lebendiges Wesen aus Fleisch und Blut. Und daher fad.

      Wie auch immer: wenn ich Menschen tatsächlich zum Weiterdenken anregen kann, so wird es wohl eben weiterhin von mir zu hören geben müssen. Allerdings in nächster Zeit vermutlich weniger, denn ich bin ein EPU und die Auftragslage ist sehr gut. Was ja aber jetzt auch kein Schaden ist…

      Ja, und schon länger denke ich über einen eigenen Blog nach. Aber ob und wann ich das realisiere… und ob mir überhaupt bewusst ist, welchem weiteren selbstgemachten Zusatzstress ich mich da neben Familie und Beruf aussetzen würde… man wird sehen!

      Danke und…
      bis demnächst also.

    1. Neue Geldplattform in den USA Wirtschaften ohne Mittelsmänner – das ist eine alte Idee des Internet-Business. Die US-amerikanische Web-Plattform Prosper.com versucht nun, dieses Prinzip auf eine der Grundfesten der Wirtschaft selbst anzuwenden: Das Bankwesen. Prosper-Nutzer können sich gegenseitig Kredite geben, ohne auf den kostspieligen Bank-Apparat angewiesen zu sein. Schuldnern verspricht dies geringere Zinssätze, Gläubigern höhere Einnahmen als die klassische Geldanlage. Prosper verteilt dabei das Risiko einzelner Kredite auf seine Nutzerschaft, indem es Kleinstbeteiligungen ab 50 Dollar erlaubt. Nutzer organisieren sich zudem in Interessengruppen, um Gleichgesinnten beim Öffnen eines neuen Geschäfts oder beim Abbezahlen der Studiengebühren zu helfen.

      Janko Röttgers ist dem P2P-Kreditwesen in Kalifornien auf die Spur gegangen. http://oe1.orf.at/programm/20061203223000.html

      http://www.prosper.com

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