2 mal Theater

Zuerst das wichtige Theater:
Spielort Berlin.
Absetzung einer Oper aus Angst vor islamischen Übergriffen.
Die einhelligen Reaktionen sind wichtig und klärend.
Von der Kanzlerin abwärts und quer durch alle Parteien wird laut und deutlich festgehalten:
Freie Meinungsäusserung, Freiheit der Kunst, das sind elementare Errungenschaften unserer Zivilisation.
Wenn sie bedroht werden, müssen sie heftig verteidigt werden.
Dass passiert jetzt.
Gut so!
Mir ist noch wichtig hinzuzufügen.
Die Absetzung erfolgte nicht aufgrund von islamischen Drohungen.
Die gabs nämlich gar nicht.
Der SPD Innensenator habe die Intendantin vage gewarnt.
Es ging um “unsere” die Schere in “unserem” Kopf.

Zweites Theater, oder soll ich schreiben Schmierenkomödie?
Spielort Wien.
Regie: Wahlkampfleitung VP.
Hauptdarsteller: Die Justizministerin.
Die Leiden der armen Frau Gastinger (die plötzlich wenige Tage vor der Wahl draufkommt, wie ausländerfeindlich das BZÖ sei).
Titel des Stücks:
Lügen, dass sich die Balken biegen.

Das Drehbuch ist lange vorbereitet.
Das VP Zentralsekretariat lässt längst verlauten, wohin die Reise geht.
Gastinger beteuert trotzdem treuherzig und wahrheitswidrig, sie denke noch gar nicht an nach der Wahl.
Gleichzeitig werden im Justizministerium bereits Unterschriften für Gastinger gesammelt.
Wahrlich eine Schmierenkomödie der VP, und das, was sich veröffentlichte Meinung nennt, fällt voll darauf rein.

4 Replies to “2 mal Theater”

  1. Verschwörungstheorien und Paranoia Ich finde es wirklich sehr schade, dass die Grünen in den letzten Wochen des Wahlkampfs ganz auf den Zug der anderen Parteien aufgesprungen zu sein scheinen. Die Inhalte sind inzwischen wurscht, Hauptsache, den anderen Parteien irgendwas anhängen, ganz gleich wie weit es hergeholt scheint oder wie wenige Beweise es dafür gibt. (Schüssel/Taus/Elsner-Connection, geheimes Drehbuch bez. Gastinger, obskure Abfangjäger-Deals etc.)

    Ich würde mir ein etwas konstruktiveres Vorgehen wünschen, insbesondere, da die einzige gute Alternative zur derzeitigen Regierung Schwarz/Grün ist! Rot/Grün wird sich nicht ausgehen (abgesehen davon schätze ich die Roten gegenüber den Grünen viel skrupelloser ein als die Schwarzen) und Schwarz/Rot würde nichts anderes bewirken, als mittelfristig Strache groß zu machen!

    1. nicht glauben-nachlesen Udo Jesionek sagts selbst.
      Er sei vom Ministerium angerufen worden.
      Es ist auch gar nicht zum Aufragen, sonder schlicht Theater.
      Und ich bleib dabei, seit langem mit der VP akkordiert.

    2. Moment mal…! Udo Jesionek sagt sicher nicht, er sei eine Marionette der ÖVP und schon gar nicht ist er eine. Udo Jesionek hat jahrzehntelange Erfahrung mit Justizministern und wenn er sich für die Variante Gastinger einsetzt und dabei auch den Namen Heide Schmidt erwähnt, dann heisst das nur, dass er sich A. jede Menge wesentlich schlechtere Varianten vorstellen kann als Gastinger, dass er B. einem Kaliber wie Heide Schmidt den Vorzug geben würde, er aber C. mit einer Variante Gastinger gut leben könnte, so sie sich im Gegensatz zur Variante B als politisch machbarer erweisen sollte.

      Auch dass das Ministerbüro hier aktiv wird, ergibt für den aussenstehenden Beobachter noch keinerlei Indiz dafür, dass die ÖVP hier eine Show abzieht. Ich glaube sofort, dass es alle möglichen Vorkonsultationen gegeben hat, aber wie Gastinger selbst so schön sagte: “So wichtig bin ich auch wieder nicht.” In punkto Selbsteinschätzung hat sie offenbar um einiges mehr “Gspür” als allgemein-politisch.

      Man soll einem Menschen seinen Werdegang aber auch nicht ewig vorhalten. Wenn Udo Jesionek sich hier exponiert, dann ist das ein sehr schwerwiegendes Indiz dafür, dass sie ihren Job nicht gar so schlecht gemacht hat. ÖVP-Interessen hin oder her. Jesionek geht es um die Zukunft der Justiz!

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