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warum diesmal grün?
Wenn ich (nur) drei Gründe nennen dürfte:
1.) Die Energiewende.
Keiner anderen Partei sind Massnahmen gegen den Klimawandel, kräftige Schritte der Energiewende ein echtes Anliegen. Hier könnte wunderbar gezeigt werden, dass Technologie- Wirtschafts und Umweltpolitik verzahnt und ganze neue Wirtschaftszweige eröffnen.

2.) Die grösste Bildungsreform der 2. Republik
Da gehts – und das ist nicht trivial – einmal schlich darum zu investieren.
Viele Schulen wissen durchaus, was zu tun wäre (Sprach- Förderunterricht, individuelle Lernhilfen)
Ähnlich im Universitätsbereich – Geldmittel für neue bzw sanierte Gebäude, erträglichere Verhältnisse zwischen Lehrenden und Studierenden.
V.a. muss Augenmerk auf die Unterstützung jener gelegt werden, die vom Elternhaus nicht bevorzugt sind.

3.) Ein rationaler Zugang zur Migrations-und Einwanderungspolitik.
Hier neben den Problemfeldern (die benannt werden können und entschärfbar sind, v.a. in der Schule) auch die Chancen zu erkennen (Unternehmensgründungen, Forschung, Ideentransfer) und öffentlich darzustellen, statt blosse Angstmache zu betreiben, wäre ein Quantensprung österreichischer Innenpolitik.

Allein in diesen drei Bereichen würden Grüne Wesentliches verändern.
Wenn…
ja wenn am Sonntag zumindest die rechnerische Möglichkeit einer Regierungbeteiligung besteht.

Die Alternative heisst: Schwarz-rot, mit einer Verfassungsmehrheit.
Der würde ich durchaus zutrauen, sich lästiger Konkurrenten mittels Mehrheitswahlsystem zu entledigen.

Also:Nicht bloss taktisch wählen, sonden nach inhaltlichen Prioritäten (und die Unterschiede zwischen den Parteien sind beträchtlich) entscheiden.

Vieles von dem, was hier in den letzten Monaten vorgestellt und diskutiert wurde, auch tatsächlich umzusetzen.
Wär doch was, oder?

Hagenberg:mehr, viel mehr davon

Hier ist wirklich Aussergewöhnliches gelungen.
In einem kleinen Ort, Hagenberg, 30 km nordöstlich von Linz stand noch vor knapp 20 Jahrenein total verlassenes, verfallendes Schloss.
Und dann kam ein Mathematikprofessor von der Uni Linz.
Er hatte grosse Pläne und die kraft, sie auch umzusetzen.
Er steckte und steckt noch immer voll von Energie.
Und er glaubte daran, dass ein Knotenpunkt von mathematischer Grundlagenforschung, international vernetzt, Ausbildung und Produktion möglich ist.
20 Jahre später ist das Ergebnis beeindruckend.
Das Schloss ist renoviert, darin arbeitet das “Herz” des neuen Hagenberg, das Forschungszentrum RISC mit 60 internationalen Wisschenschaftlern .
Zusätzlich:
Eine Fachhochschule, 35 neuangesiedelte Unternehmen, eine neue Oberstufe (Schwerpunkt Kommunikation) in Summe 2000 Menschen, die heute in Hagenberg lernen, forschen und produzieren .
Bruno Buchberger heisst die Mathematiker, der einmal mehr für mich der Beweis ist, dass “jungendliche Phantasie und Kraft” keine Frage des pysischen Alters ist.

hier mit meinen grünen Kolleg/innen Gottfried Hirz und Ruperta Lichtenegger

Beeindruckend war ganz viel-zuviel für einen kurzen blogeintrag.
(Ich kann nur allen, die an Technologieentwicklung interssiert sind wärmstens empfehlen, eine Ausflug nach Hagenberg zu machen)

hier ein Blick auf den Komplex der Fachhochschule

Was mir aber noch erwähnenswert erscheint:
Dort, wo auf besondere Qualität wert gelegt wird, entstehen Innovationen, die überraschen.
was ich schon lange gesucht habe:
Ein Bürogebäude, dass zeigt, wie durch zeitgemässe Technik der Energieverbrauch, bes zur sommerlichen Kühlung minimiert, ja fast auf Null reduziert werden kann.
In Hagenberg wird es dieser Tage eröffnet:

Eine erfolgreiche Softwarefirma hat für ihre 200 Mitarbeiter/innen ein Bürohaus gebaut, das fast ohne Fremdenergie auskommt.
Geheizt wird mit der Abwärme der Computer und Menschen, der Kühlbedarf ist baulich und mittels intelligenter Abschattungen auf ein Minimum reduziert und Erdsonden kühlen Wasser ab, welches dann durch die Zimmerdecken strömt und für angenehme “Kühle” sorgt.

Es gibt abertausende Menschen, Initiativen und Unternehmen in Österreich, die fähig und willens sind, Aussergewöhnliches zu entwickeln.
Ihnen den Raum, die Resssourcen und schlicht die Aufmerksamkeit zu geben, ihnen zuzuhören und durchaus individuell Lösungen zu finden, unser Land kann in kurzer Zeit ganz anders ausschauen.
Das ist auch Politik für mich.

2 mal Theater

Zuerst das wichtige Theater:
Spielort Berlin.
Absetzung einer Oper aus Angst vor islamischen Übergriffen.
Die einhelligen Reaktionen sind wichtig und klärend.
Von der Kanzlerin abwärts und quer durch alle Parteien wird laut und deutlich festgehalten:
Freie Meinungsäusserung, Freiheit der Kunst, das sind elementare Errungenschaften unserer Zivilisation.
Wenn sie bedroht werden, müssen sie heftig verteidigt werden.
Dass passiert jetzt.
Gut so!
Mir ist noch wichtig hinzuzufügen.
Die Absetzung erfolgte nicht aufgrund von islamischen Drohungen.
Die gabs nämlich gar nicht.
Der SPD Innensenator habe die Intendantin vage gewarnt.
Es ging um “unsere” die Schere in “unserem” Kopf.

Zweites Theater, oder soll ich schreiben Schmierenkomödie?
Spielort Wien.
Regie: Wahlkampfleitung VP.
Hauptdarsteller: Die Justizministerin.
Die Leiden der armen Frau Gastinger (die plötzlich wenige Tage vor der Wahl draufkommt, wie ausländerfeindlich das BZÖ sei).
Titel des Stücks:
Lügen, dass sich die Balken biegen.

Das Drehbuch ist lange vorbereitet.
Das VP Zentralsekretariat lässt längst verlauten, wohin die Reise geht.
Gastinger beteuert trotzdem treuherzig und wahrheitswidrig, sie denke noch gar nicht an nach der Wahl.
Gleichzeitig werden im Justizministerium bereits Unterschriften für Gastinger gesammelt.
Wahrlich eine Schmierenkomödie der VP, und das, was sich veröffentlichte Meinung nennt, fällt voll darauf rein.

Hier findet die Energiewende statt

Unsere Energiewendekarte.

Hier zeigt sich , was heute möglich ist.
Nicht wegen, sondern trotz Bundespolitik.
Energieeinsparungen um mehr als 90%.
Völliger Umstieg auf erneuerbare Energieträger.
Lokale Wertschöpfung statt Milliarden für Putin&Co.

Die Karte ist bei weitem nicht vollständig.
Wenns klappt am 1.Oktober, wird das Land von tausenden neuen Punkten leuchten.

Die alarmierenden Berichte über den Klimawandel dürfen nicht zu Resignation sondern zu Aktion führen.

Umwelt? Klima? eine wichtige Klärung

Das “Kanzlerduell” am Donnerstag war durchaus aufschlussreif.
Wenn man weiss wie intensiv diese vorbereitet werden, und wie v.a. geklärt wird, welche Botschaften “rübergebracht” werden MÜSSEN, dann ist eines klar:
Weder bei VP noch bei der SP spielen Fragen wie Klimaschutz und Energiewende irgendeine Rolle.
Nichteinmal ein Nebensatzerl dazu ist ihnen ausgekommen.
Weil es ihnen einfach kein Anliegen ist.
Es nicht nur keine Priorität hat, nicht einmal einer Silbe wert ist.
Bei rot wie schwarz, unsd v.a bei einer Schwarz roten Koalition wird in diesem, m.E. zentralen Bereich überhaupt nichts passieren.
Da muss man kein Prophet sein.
Für uns wäre es ein ganz zentrales Thema, quasi eine Koalitionsbedingung.
Insofern wurde am Donnerstag Wichtiges geklärt.

hier gibts bald Schwerverletzte

Die Karlsplatz-Querung.
Jetzt neugebaut.
Und anlässlich des autofreien Tags am Freitag, den wir mit unserer Radsternfahrt würdig begehen, hab ich mir folgende Kreuzung eine halbe Stunde lang angeschaut.

Radler/innen kennen die Stelle.Vom Ring in die Operngasse, am Cafe Museum vorbei, dann über den Karlsplatz.
Oder retour.
Und jetzt das:
Obwohl an dieser Kreuzung sehr viele Radler und Fussgänger queren, haben die links abbiegenden Autofahrer kaum einen Überblick.
Heftiges Hupen, notbremsen von Autos oder Radlern – bald wirds hier heftig krachen.
So baut man einen Unfallhäufungspunkt.

So sieht eine Querung aus, die offensichtlich von Menschen geplant wird, die noch nie am Rad gesessen sind.
Das muss und wird geändert werden.

Linz-Markusplatz: die schreckliche Parodie der Stadt

Neulich in Linz.
Markusplatz.
Kein Schmäh.
So siehts da aus:

oder so

Ists wirklich Linz?
oder vielleicht Kufstein?
oder Dubai?
oder Salt Lake City?

Es ist letzlich egal.
Die Zufahrt ist immer gleich.
Im Auto hingestaut-in einer riesigen Garage Stellplatz gesucht-dann quer durch die Garage hinein” in die Stadt”
Stadt , d.h: Fassaden italienischer Häuser aus Pappmache an die Wand geklebt
Hintergrund die Decke bemalt als Himmel.
Atrappen von Plätzen.
Einkaufs-erlebniswelt.
Absurd:
Es gibt eine Sehnsicht nach Stadt.
Deswegen ruiniert man sie, indem man riesige shopping malls an den Stadtrand
baut.
Die Bedrohung des Urbanen durch diese lächerliche, peinliche Imitation ist real, da Kaufkraft begrenzt ist, und alles, was in diesen “Tempeln” ausgegeben wird, der urbanen Nachfrage fehlt.

Verlogen, falsch, peinlich.
Muss wirklich so die “Stadt der Zukunft” ausschauen?

eine “Trängselskatt” auch für Wien

Ein klares Ja zur City Maut hat es in Sonntag in Stockholm bei einer Volksabstimmung gegeben.
Die “Trängselskatt”, die Gedrängeabgabe war anfangs sehr umstritten.
Aber dann ging die Stadtverwaltung einen mutigen Weg.
Wir werden eine Volksabstimmung durchführen, versprach sie.
Damit aber nicht über Vermutungen und Verdächtigungen abgestimmt wird (wie bei uns gabs Horrorszenarien, was dann an Schrecklichem alles passieren wird) wurde die “Staumaut” bereits am 3. Jänner dieses Jahres probeweise eingeführt.
Der Testlauf dauerte bis Juli.
Der Erfolg liess sich sehen, und hat auch die Stockholmer überzeugt:
Der Autoverkehr ging im Stadtzentrum um 20-25% zurück, die Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel stieg um 4,5%.
Die Gebühr ist saftig: 60 Kronen am Tag, das sind 6,49 Euro, die an 18 Kontrollstellen überprüft werden.
Die positive Abstimmung zeigt einmal mehr, dass die Bevölkerung klüger ist, als viele Politiker meinen.
In Wien werden wir einen neuen Anlauf versuchen:
Es soll als erster Schritt ein – oder mehrere Modelle – ausgearbeit werden, wie eine derartige Staumaut in Wien aussehen könnte, und welche Auswirkungen sie hat.
Warum Staumaut und nicht “City”maut?
Sie soll dort wirken, wo es die grössten Verkehrszuwächse gibt.
Und das ist in Wien eben nicht innerhalb des Gürels, sondern am Rande der Stadt.
Auf allen Ausfahrtsstrassen wächst der Autoverkehrs überproportional.
Gerade um die Kaufkraft in Wien zu halten und die Nahversorgung zu stärken, wäre eine derartige “Staumaut” ein wirksames Instrument gegen Einkaufszentren am Stadtrand und generell gegen die Zersiedelung.
Also konkret:
Her mit einem schlüssigen Modell, damit einmal sachlich diskutiert werden kann.
Und als Sofortmassnahme: Ausdehnung der Parkraum-bewirtschaftung. Zeitlich und räumlich.

die zentrale Ungerechtigkeit unseres Schulsystem

ich habe hier schon mehrmals auf die zentrale Ungerechtigkeit unseres Schulsystems hingewiesen.
Sag mir aus welchem Elternhaus Du bist, und ich sage dir welchen Bildungsweg Du einschlägst.
Mit dieser Grafik habe ich es belegt.
Analysen von Günter Haider sollten uns weiter aufrütteln.

Zur Erkärung:
ein hoher Wert auf auf der y-Achse zeigt, dass der Status des Elternhauses die Schulleistung stark bestimmt, ein niederer Wert bedeutet, dass dieser Zusammenhang gering ist.
Eigentlich klar: In Ländern, die nicht schon mit zehn Jahren trennen wie v.a. Finnland, Schweden, Dänemark aber auch die Schweiz gelingt es viel stärker, Startschwierigkeiten, die durch das Elternhaus bestimmt sind auszugleichen.
Weil erst später getrennt wird.

Noch aufrüttelnder folgende Grafik

Der linke Balken zeigt die Leistungverteilung (beim Pisatest) in der AHS, der Balken ganz links jene der 3. Leistungstufe der Hauptschule.
Unglaubliche 20% haben gleiche Leistungen. (in der 2. Leistungsstugfe sind es mahr als 50%)
Wähernd jedoch nahezu alle, die in die AHS Unterstufe gehen, die Chance erhalten, weiter Richtung Matura oder einer anderen höheren Ausbildung zu kommen, ist die 3. Hauptschulleiustungsgruppe eine völlige Sackgasse,
Damit ist man stigmatisiert und bekommt meist nicht einmal einen Lehrplatz.
Obwohl 20% dasselbe “können” wie Schüler/innen der AHS.

Mein Fazit einmal mehr:
Weg mit der absurden Trennung mit zehn.
Um die Chancen aller, v.a. aber jener zu erhöhen, die durch das Elternhaus einen Startnachteil haben, sollen alle in einer gemeinsamen Schule bis 15 lernen.
Interssant: die beliebteste Schule bei Eltern ist die Volksschule.
Und diese ist eine Gesamtschule.