Solarstromboom-nur nicht in Österreich

Strom direkt aus Sonnenlicht.
Die Fotovoltaik
Weltweit “explodiert” der Markt geradezu.

Auch 2005 gabs ein Wachstum von beachtlichen 43%.
Anders – beschämend – die Situation in Österreich.
Hier gings ab 2003 bergab:
Die Regierung novellierte das Ökostromgesetz, und “deckelte” den Zuwachs.
Jetzt boomt die Technologie in Deutschland, Japan, den USA, und neuerdings auch in Spanien.

Ein kleiner Zahlenvergleich:
Heuer werden in Deutschland ca 600 MW Fotozellen neu errichtet.
Bei uns sind es gerade 6 MW .

Mit 2 Mrd Euro wird in Deutschland – dank dem EEG (Erneuerbares Energie Gesetz) – der Ökostrom gefördert .Konsequenz: Unternehmen werden gegründet, zehmtausende Arbeitsplätze entstehen, Stromimporte gehen zurück, die heimische Wertschöpfung steigt.

Bei uns sind es lächerliche 17 Mio Euro, für die Fotovoltaik sinds gerade 1,7 Mio Euro.
Der erneuerbare Anteil an der Stromproduktion geht zurück, wir verschlafen eine grosse, wichtige hochtechnologische Entwickung.
Obwohl es Pioniere gibt:

Ein Mitarbeiter der Firma Fronius, einem rasch wachsenden oberösterreichischen (Exportquote 98%)Unternehmen, das Wechselrichter für diese Branche herstellt bringt es auch der Jahreskonferenz der PV Industrie (bei der ich die letzen zwei Tage war) auf den Punkt:
Wir als mittelständisches Unternehmen investieren mehr als 17 Mio Euro in Forschung und Entwicklung. Mehr als das ganze reiche Österreich für Ökostrom aufbringt. Und ohne Heimmarkt wird es mittelfristig schwer in Österreich.
Das zu ändern, und die Ökostromförderung dem deutschen Modell anzupassen wird ein Kernpunkt allfälliger Regierungsverhandlungen sein.

Wald statt Erdöl-Fachgespräch 13.Sept.

Völlig widersprüchliche Meldungen über die Chancen von Holz sind derzeit zu lesen.
Einerseits: Holz wird knapp, die Preise steigen.
Andereseits: In Österreich wächst deutlich mehr Holz zu als genutzt wird.
Was stimmt jetzt?

Wald statt Erdöl?

Energie in Europa 2010: Welchen realistischen Anteil kann Holz
erreichen?
Welche Potentiale gibt es in Österreich, bzw. in Osteuropa?
Welche Hemmnisse muss die Politik überwinden?
Gibts auch Kehrseiten der (Holz)medaille?

ein Fachgespräch
mit
Georg Erlacher, Vorstand Bundesforste
Christian Rakos – pro pellets Austria
Kasimir Nemestothy-Energieagentur

wo : w@lz (eine Schule-auch-aus Holz), 1140 Heinrich Collinstrasse 9
wann: Mittwoch 13. Sept Beginn 19.00
Anreise: Strassenbahn 49, Station Lützowgasse

uAwg. an: karin.binder@gruene.at

Haben wir genug Holz?

Holz wird knapp liest man immer öfter.
Aber auch: es wächst in Österreich mehr Holz nach, als genutzt wird.
Weil der nachwachsende Rohstoff Holz eine zentrale Säule der Energiewende ist, ist die Antwort auf diese Frage ziemlich wichtig.
Was also stimmt jetzt?

Nachfolgende Bilder (sorry für die nicht optimale Qualität der Auflösung) sollen die Frage anhand von Fakten beantworten.
Gratulation der Energieagentur für die immer hervorragenden Publikationen.

1. Es stimmt, es wächst in Österreich deutlich mehr Holz zu als genutzt wird. das zusätzliche Potential ist beträchtlich.

betrachtet man die letzen Jahrzehnte, so hat der gesamte Waldbestand deutlich zugelegt.Kurz gesagt: Heute gibts deutlich mehr “Holz im Wald” als z.B. vor fünfzig Jahren. Das hat u.a. mit der Aufgabe vieler Almen, und dem über Jahrzehnte sinkenden Holzpreis zu tun. (der erst jüngst wieder zulegt)

2. Erstmals seit Jahrzehnten steigt die Holznachfrage beträchtlich. Nicht nur in der Papier- und Zellstofferzeugung, sondern v.a. durch energetische Nutzung (Wärme und Stromerzeugung), wobei die berühmten Pellets (gelbe Leiste) nur einen verhältnismässig kleinen Anteil haben.

3. Steigende Nachfrage trifft kurzfristig auf deutlich sinkende Importe (weil viele österr. Sägewerke in unseren Nachbarländern investiert haben) und das bisher importierte Holz jetzt dort verarbeitet wird, und bei uns fehlt. Darin liegt der Hauptgrund der derzeitigen “Holzknappheit”

4. Die Hauptschwierigkeit, relativ kurzfristig den Holzeinschlag deutlich zu erhöhen, liegt in der extrem kleinteiligen Eigentümerstruktur der Wälder.
Während “die grossen” Waldbesitzer nahezu den gesamten Zuwachs auch nutzen, lassen die vielen “kleinen” , davon gibts über 150 000, das Holz ungenutzt im Wald.

Die Säge und Forstwirtschaft ist gerade dabei, Nutzungsmodelle zu entwickeln, um für diese “Kleinen” attraktive Angebote zu machen, damit wir nicht vor vollen Schüssel Hunger leiden.
Da dieses Thema für die von uns so angestrebte Energiewende von ausergewöhnlicher Bedeutung ist, möchte ich am 13. Sept abends in Wien dazu eine Diskussionsrunde mit Experten machen.
Details hier .

ruinierte “Freiräume” in Wien (4)

Wieder ein Abstecher in die Kommunalpolitik.
Und wieder gehts um das Wesentliche des Urbanen.
Den Platz, die Strasse, den öffentlichen Raum.
Dort wo sich Menschen begegnen.
Und was die Stadt Wien, bzw die Wiener SPÖ daraus macht.
Diesmal (bisher besuchte “ruinierte Freiräume”):
Der öffentliche Zugang zur meistbesuchten Touristenattraktion Österreichs, zum Schloss Schönbrunn.
Für Zehntausende schaut “der Eingang” so aus, wenn man aus der U-Bahn kommt, man glaubt es kaum:

und dann so

erbärmlich!

Dass hier eine grosszügige Lösung notwendig ist, wusste man vor Jahren.
Dafür gabs bereits 2002 einen städtebaulichen Wettbewerb mit einem ausgezeichneten Siegerprojekt.

Seitdem “Schweigen im Walde”.
Das Öffentliche verkommt.
Auch in Wien.

Gehrer-die Monika Lindner der Bildungspolitik

Die zwei haben viel gemeinsam.
Z.b. dass Wolfgang Schüssel trotz inständiger Warnungen auch aus seinem Umfeld an ihnen festhält.
Die eine wurde gerade abgewählt.
Wegen Inkompetenz, Demotivation der Mitarbeiter/innen, sinkender Marktanteile, etc.
Die andere?
ich kenne niemanden, niemanden, der ernstlich glaubt, Elisabeth Gehrer sei eine gute Wissenschafts-und Bildungsministerin.
Aber Wolfgang Schüssel hält auch an ihr fest, und sie scheint ernstlich entschlossen (wie Monika Lindner) auch die nächste Periode durchzudienen.
Noch eine Ähnlichkeit gefällig:
Alles bleibt besser, das war Monika Lindners Leitspruch für den ORF.
Österreich.bleibt besser lässt die ÖVP plakatieren, wer immer sie da beraten hat.
Die eine wurde abgewählt
Es besteht gute Hoffnung, dass auch die zweite folgt.

blau/oranger Postenschacher

Wer sich die Mühe macht, ein bisschen zu recherchieren (ein Hoch den Suchmaschinen), wird draufkommen, wie unverschämt die “Antiprivilegien-Antikorruptionspartei”Blau/Orange Postenschacher betrieben hat.
Heftig unterstüzt von der VP wurden hemmungslos Parteigänger versorgt, und z.B. die sehr wichtige Zukunfts-und Innovationsgesellschaft “Seibersdorf” völlig eingebläut.

Die folgende Liste ist sicher nicht vollständig, angesichts des Posten-Ringelspiels nicht unbedingt überall tagesaktuell;
sie soll nur einen Einblick geben, wie ungeheuerlich sich diese Herrschaften an öffentlichen Ämtern bedient haben.

Verkehrsministerium, ÖBB, Asfinag, Austrocontrol

Sozialministerium, Hauptverband

Seibersdorf

aktuelle Ergänzung:
danke für die vielen mails, die ich jetzt bekomme, wo sonst noch eingebläut wurde.
hier nur ein Fall, den ich rasch ergänze, weil dieser Tage die Entscheidung fallen soll:
Bei der (nunmehr zur ÖBB gehörenden) Postbus Gmbh wurde auf Betreiben von BM Gorbach dessen guter persönlicher Bekannter Michael Gassauer, bis dahin im Telekombereich tätig und aus dem Militär kommend, als in Nahverkehrsfragen jedenfalls unbeleckter zweiter Geschäftsführer installiert. Erste große Leistung: Exekutieren der Öffnung der Postbus-Tankstellen für Dritte auf Zuruf seines Mentors Gorbach, der diese populistische, für das Unternehmen aber teure Maßnahme zugunsten der Postbus-Konkurrenz PKW dringend in den (dennoch erfolglosen) BZÖ-Landtagswahlkämpfen 2005 benötigte. Extrem hohe Spesenrechnungen Gassauers haben mittlerweile sogar die interne Revision des ÖBB-Konzerns auf den Plan gerufen. Zugleich gibt es Beziehungen zwischen Gassauer und seiner Familie und einem großen Bushersteller, der potenzieller Groß-Lieferant des Unternehmens Postbus ist. Dennoch wollen BZÖ&Co beim Postbus-Aufsichtsrat im September eine massive Aufwertung von Gassauer durchdrücken –

Zitate und Reaktionen zur “Einbläuung” von involvierten Zeitzeugen

Zitat Niki Lauda (ÖBB Kurzzeit Aufsichtsrat)
„Bevor es überhaupt Hearings oder Diskussionen über einzelnen Personen gab, sind Namenslisten überbracht worden, die offenbar in Auftrag von Helmut Kukucka und Hurbert Gorbach erstellt wurden“

Böhler-Uddeholm Chef Claus Raidl drohte gar mit Rückzug als Seibersdorf- Gesellschafter: „Seibersdorf darf keine personsl- und parteipolitische Zweigstelle des Infrastrukturministeriums sein“.

Siemens Generaldirektor Albert Hochleitner hat aus Protest sein Amt als Aufsichtsratspräsident der ARC zurückgelegt, weil BM Reichhold erfahrene Geschäftsführer durch FPÖ nahe Manager ersetzen liess

user generated electricity

dezentrale Stromerzeugung heisst nicht nur Wind und Solar.
Es geht auch um das Aufspüren der nahezu unendlichen dezentralen kleinen Möglichkeiten der Stromerzeugung:

user-generated electricty weitergedacht: bei einem pilotversuch
in einem japanischen bahnhof wird die energie zum betrieb von ticket-schleusen von den durchgehenden menschen erzeugt (durch piezo-elektrik).

wired schreibt dazu: “Suddenly a typical city looks like a series of energy-generating opportunities currently being missed.”

Die Energiewende ist auch ein Kulturbruch.
Drum wird soetwas einem grossen Energieproduzenten nie einfallen.

dank an helge für diesen Hinweis

Karikaturenstreit-revisited

Wir erinnern uns noch gut an den unglaublichen Aufruhr, den der “dänischer Karikaturenstreit” verursacht hat.
Jetzt haben sich zwei Redakteure die Mühe gemacht, die gesamte Geschichte – aus einiger zeitlicher Distanz – zu recherchieren.

Wie Scharfmacher auch mit Hilfe neuer Medien “Volkszorn” hervorrufen.
It`s not about religion, it`s just about politics!

im Magazin der (immer hervorragenden) Süddeutschen

Der Pflegekanzler


bild hier gefunden

Dieser Leserbrief von Hans Weiss
sollte breiter wahrgenommen werden.

Nicht weil Privates politisch diskutiert werden soll, sondern weil es die Doppelmoral einer absurden VP- Politik (Verhinderung einer legalen Arbeitsmöglichkeiten für 40 000 Pflegerinnen ) dokumentiert.

passend dazu die Aussage eines VP-Abgeordneten:
Illegal beschäftigtes Pflegepersonal bezeichnet der ehemalige ÖVP-Gesundheitssprecher Günther Leiner am Freitag als “modernen Sklavendienst”: “Krankenschwestern aus Tschechien oder der Slowakei bekommen bei uns oft nur zwei Euro in der Stunde, während die Vermittler am meisten daran verdienen.”

der masslos Überschätzte

kurze Nachlese zur ORF-Wahl:
wer den ORF ein bisschen von innen kennt, dem musste seit langem klar sein:
Das Duo Lindner/Mück ist völlig überfordert, das Unternehmen vom weiteren Abstieg zu bewahren, und hat innerhalb des ORF keinerlei Rückhalt.
Inkompetenter Führungsstil ,keinerlei Visionen, Unfähigkeit Mitarbeiter zu motivieren, mangelnde Kommunikation nach innen wie nach aussen, etc.
So musste man unter den 4000 Mitarbeitern des ORF jene Menschen mit der Lupe suchen, die auch nur irgendein positives Wort über die beiden formulieren konnte.

Auch unter “bürgerlichen” Stiftungsräten gab es etliche, die die offensichtlichen Schwächen von Lindner kannten und auch formulierten.

Vor ein paar Wochen noch wäre es möglich gewesen, einen anderen, dem “bürgerlichen” Lager zugerechneten Kandidaten, z.B. den ohne Zweifel kompetenten Wofgang Lorenz vorzuschlagen.
Und mit geschickten Verhandlungen hätte sich ziemlich sicher dafür eine Mehrheit gefunden.

Aber so “funktioniert” Schüssel nicht.
Drum sei an dieser Stelle einmal heftig jener (auch von leidenschaftlichen Schüssel-Gegnern) oft geäusserte Meinung widersprochen, dass der Bundeskanzler ein gewiefter “ausgefuchster” Taktiker und Verhandler sei.

Nicht nur die für die VP desaströs verlorene ORF Wahl zeigt ein völlig anderes Bild.
Hier ist jemand so von sich und seiner Meinung derart überzeugt, dass er nicht mehr erkennt, welchen Spielraum für Politik er hat.
Wie kann man so verblendet sein, Lindner für die beste Führungsperson zu halten.

(übriges: Wie kann man so verblendet ein, Gehrer für die beste Bildungsministerin zu halten)

Wenn man so verbohrt (abgehoben, isoliert, von seiner eigenen Macht geblendet) ist, muss man verlieren.
Wird vielleicht jetzt klarer, warum Österreich bei so vielen Verhandlungen auf EU Ebene (Transit- Gentechnologie, etc.) verliert, seine Interessen nicht durchsetzen kann.
Dazu müsste man verhandeln können, andere Interessen einbinden, sie mit den eigenen verknüpfen, Allianzen schmieden, kurz Politik machen.
Sonst verliert man alles.
Wie jetzt die ÖVP.
Es ist Zeit, ein neues Bild von Wolfgang Schüssel zu zeichen.