Hände weg vom Naschmarkt

Die SPÖ versuchts wieder:
In der Mariahilfer Bezirksvertretung wurde ein Antrag (gegen die Stimmen der Grünen) beschlossen, der die Errichtung einer (Volks) garage unter dem Naschmarkt zum Ziel hat.

Ich halte das für absurd, v.a. aus drei Gründen:

1.) Schon jetzt gibt’s beinahe Dauerstau rund um den Bereich Naschmarkt Verkehrsbüro. Mit einer grossen Garage signalisiert man Nachmarktbesuchern, „Ihr könnts eh mit dem Auto kommen“ und pumpt so noch viel mehr Autoverkehr in diesen Bereich

2.) Auch wenn es heisst, dass diese Garage den Nachmarkt „kaum“ beeinträchtigt, hab ich da starke Zweifel :Ein-und Ausfahrtem, Lifte, Lüftungsschächte, Notausgänge, Stiegen etc. müssen an die Oberfläche; und das ist der Naschmarkt.

3.) Schliesslich ein soziales Argument. Bei der Bildung wird auch „aus budgetären Gründen“ in Wien gespart. Viele Volksschulen bräuchten z.B. eine bauliche Erneuerung oder mehr Personal.“Volksgarage“ heisst: Rund 2/3 der Kosten werden aus öffentlichen Mitteln (aus der Parkometerabgabe) subventioniert.Polemisch formuliert: Volksschulen sind uns wichtiger als Volksgaragen.

Ergo: Hände weg vom Naschmarkt

5 Replies to “Hände weg vom Naschmarkt”

    1. Die verkehrte Welt oder: “Wien is anderst” Die Wiener Stadtregierung ist dafür bekannt, tolle Konzepte & Programme zu verabschieden,
      und wenn man dann darauf wartet, diese umgesetzt zu sehen, stellt man nach einiger Zeit
      fest, daß genau das Gegenteil umgesetzt worden ist.
      Und man kommt zu dem Schluß, daß die Programme keine Leitlinien sondern bloße
      Ersatz- und Übersprungshandlungen im Lande “Hättiwari” sind.
      Kleine Leseprobe:

      http://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/verkehrsmasterplan/strassennetz.htm:

      “Neben der Neubewertung des Straßennetzes soll durch die ausgedehnte Schaffung von dauernden und temporären autoverkehrsfreien Zonen und großzügig dimensionierten Gehsteigen erlebbare Qualität im öffentlichen Straßenraum geschaffen werden. Möglichkeiten für Treffpunkte, Sitzgelegenheiten zum Ausrasten, aber auch kommerzialisierte Bereiche wie Schanigärten, führen zu einer positiven Belebung des Straßenbildes (wenn die erforderlichen Durchgangsbreiten freigehalten werden). Speziell für Kinder sind nicht nur optimale Spielplätze, sondern ist auch ein dichtes Angebot an sicheren und attraktiven Spielmöglichkeiten im öffentlichen Raum wichtig.

      Da der knappe Raum im öffentlichen Straßennetz oft zu Konflikten zwischen den verschiedenen Verkehrsarten und -teilnehmern führt, sind bei Aus- und Umgestaltungsmaßnahmen Prioritäten zu setzen.

      Höchste Priorität besitzen die Mindeststandards für FußgängerInnen. Danach sind die Ansprüche des Öffentlichen Verkehrs zu berücksichtigen. An nächster Stelle stehen Komfortverbesserungen für FußgängerInnen über die Mindeststandards hinaus auch in jenen Straßen, die nicht zum Hauptnetz des Fußgängerverkehrs zählen. Nach den Erfordernissen der FußgängerInnen und des öffentlichen Verkehrs sind die Mindeststandards für den Radverkehr im Hauptradverkehrsnetz anzuwenden, wie z. B. Radverkehrsanlagen in den Hauptstraßen, Mitbenützung von Busfahrstreifen, sichere Führung bei Straßenbahn- und Bushaltestellen, keine Umwegführungen über das Nebenstreckennetz. An nächster Stelle folgt schließlich der Kfz-Fließverkehr, er hat Priorität vor dem Ruhenden Verkehr im MIV-Hauptstraßennetz. Eine Änderung der Prioritäten ist immer dann möglich, wenn wichtige Gründe vorliegen (z.B. besondere Erfordernisse für den Wirtschaftsverkehr).

  1. und was sagt das volk ich nicht-autobesitzer und radfahrer bin persönlich der selben meinung wie cc! was aber der durchschnitts-wiener noch immer zum thema auto, garagen und grüne politik denkt verrät ein blick auf die orf-homepage. vorallem auf die kommentare der user:

    http://wien.orf.at/stories/77642

    1. Echt unfassbar… … was sich dort abspielt. Beim Thema “Auto” setzt offenbar das Hirn aus. Da wird schon von vier Fahrstreifen auf der Wienzeile fabuliert, welche allein in der Lage wären, das tägliche Verkehrschaos zu bewältigen. Ist da was Wahres dran, dass die Parkplätze oben in Fahrstreifen umgewandelt werden könnten, oder sind das eh nur Phantasien? Würde die Wienziele in eine Art achtspuriger Autobahn verwandeln… mit dem Flohmarkt auf dem Mittelstreifen zwischen den Leitplanken.

  2. Naschmarkt darf nicht kaputtet werden Danke Christoph für die Information was da einige Machthaberer schon wieder für Schwachsinn ausbrüten.

    Abgesehen von deinen Argumenten ist für mich der Naschmarkt, seit ich ihn für mich entdeckt habe, immer schon ein wunderbares Stück Wien und Großstadt im allgemeinen gewesen. (btw, Schade dass das Drechsler zugesperrt hat…)
    wo ich gerne verhindern würde, dass er für die Interessen der Blechbüchsenwahnsinnigen (vulgo Autofahrer) beschädigt wird.

    Danke und viel ERfolg bei deinen Initiativen

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