Kuhscheisse statt Erdöl in den Tank

Ein grosses Lob für die “Gastochter” der Wienenergie.
Sie haben offensichtlich erkannt, dass man selbst Alternativen zu Erdöl aber auch Erdgas entwickeln muss.
Und da gibt es eine “Technologie” einen “Energieträger”, der heute schon verfügbar ist und der eine grosse Zukunft hat:
Biogas.
Aus Tierexkrementen, Abfalldeponien, Kläranlagen, aber ebenso aus diversen Pflanzen wird heute schon Biogas hergestellt.
Und jetzt errichtet Wienenergie (und dem gilt mein Bravo) eine Biogasanlage, sowie eine Reinigunsanlage, um das erzeugte Gas ins Erdgasnetz einzuspeisen.
An Tankstellen (gibts heute schon, wenn auch noch an viel zu wenigen Standorten) kann dann Erdgas getankt werden.
Zunehmend mehr Autos bieten das an.
Die Kosten des Treibstoffs sind schon heute geringer als Benzin oder Diesel aus Erdöl.
Schweden (wo viele Busflotten mit Biogas betrieben werden), aber auch die Schweiz zeigen vor, dass all das wirtschaftlich und technisch längst möglich ist.
In Italien fahren bereits mehr als 300 000 Autos mit Erdgas
Und die Potentiale von Biogas sind ebenfalls beträchtlich:
Allein in Österreich könnten 27% der im Strassenverkehr verfahrenen Treibstoffe substituiert werden.

Viele Details dazu gibts in der heute präsentierten
ausgezeichnete Studie des Umweltbundesamts

Wiener Schulen und Integration

findet man selten in österreichischen Medien:
Es wird nicht “über die Ausländer” geschrieben, sondern kompetente Personen, die aus ihrem eigenen Arbeitsfeld bzw ihrer Lebenswelt die Situation genau kennen, finden publizistisch Raum – auch kontroversiell – zu diskutieren.
Danke an den falter für dieses Gespräch.
Mehr davon!

Frankreich und die Stadtplanung

Viel gäbe es zu den eskalierenden Ausschreitungen in Frankreich zu diskutieren.
Meine Hauptthese: Es geht nicht primär um die leidige Frage In-oder Ausländer.
Eines liegt für mich sonnenklar auf der Hand, wird aber nirgendwo angesprochen:
Die fatalen Fehler der Stadtplanung.
Was ist in Paris und in anderen Städten in den letzen vier Jahrzehnten geschehen?
An den Stadträndern wurden riesige “Sozialwohnungen” errichtet, und dann ein fundamentaler Fehler gemacht.
Statt auf das wesentliche jeder gedeihlichen Stadtentwicklung zu setzen, einer sozialen Durchmischung, wurden in diesen “Sozialwohnungen” nahezu ausschliesslich “sozial Schwache” angesiedelt.Und dort ballt sich sich jetzt Armut, extreme hohe Arbeitslosigkeit und das berechtigte Gefühl der Ausgegrenztheit.
Und wenn in grossen Stadtteilen ausschliesslich Menschen dieser sozialen Schicht (egal welcher Herkunft) wohnen, die für sich kaum eine soziale Perspektive sehen, dann ist das ein extrem brisantes Gemisch, dass sich irgendwann (eben jetzt) entlädt.
Ich habe jetzt keine Lösung für Frankreich parat.
Ich bin mir jedoch ganz sicher:
Die Entwicklung sozial durchmischter Stadtteile, in denen verschiedene Milieus, verschiedene Einkommensgruppen neben und miteinander wohnen sind eine elementare Voraussetzung, dass Zustände wie in Frankreich vermieden werden.
In derart gemischten Stadtteilen finden sich auch Kinder der verschiedenen sozialen Gruppen in denselben Schulen, was v.a. für die sozial schwächeren die Aufstiegschancen erhöht.
Dann siedeln sich (Klein)Unternehmen, Restaurants, Bars an, was die Möglichkeit des lokalen Einstiegs in den Arbeitsmarkt erleichtert.
Und wenn man weiss, dass der überwiegende Teil von Jobs vergeben wird, weil “man jemanden kennt, der weiss, wo…”dann ist sonnenklar dass Durchmischung, “diversity” der Schlüsselbegriff einer sozialen Stadtplanung sein muss.

Die Stadtkiller

Immer öfter siehts in Wien so aus (und damit mein ich nicht den Schnee, sondern die leerstehenden Geschäfte)
Der Verfall der Nahversorgung, die Verödung der Erdgeschosszonen beschleunigt sich.

Die Ursache ist klar, nur wird sie weder politisch erkannt, geschweige denn bekämpft.
Ein unscheinbarer Einspalter in der Wochenendausgabe der presse
beschreibt es ganz richtig:
Die Verkaufsflächen durch riesige Einkaufszentren an den Stadträndern explodieren förmlich, und da die Kaufkraft kaum wächst, bleiben “die Kleinen” auf der Strecke.

Schaut man sich die Zahlen genauer an, wirds noch beängstigender:

Für grössere Ansicht bitte Bild anklicken.

Dabei ist heute schon Österreich “führend”, was die Verkaufsfläche pro Einwohner betrifft (siehe beilegende Zusammenfassung), der Verdrängungswettbewerb wird weiter zunehmen, und die Nahversorgung – und damit urbanes vielfältiges Leben wird weiter zerstört.

einkaufszentren_nahversorgung (doc)

Die Lösung?
Die Wiener Stadtplanung müsste ein Wort mit vier Buchstaben lernen:
N E I N.
Denn jedes grosse Einkaufszentrum braucht eine Widmung durch den Beschluss des Wiener Gemeinderates.
Nur haben weder Schicker noch Häupl bisher erkennen lassen, dass sie dieses Problem überhaupt wahrgenommen haben.