Einladung: Was kommt nach dem Öl?

Wie schaut eine „postfossile“ Wirtschaft und Gesellschaft aus?
Was heißt das für die Zukunft der Stadt?
Wieweit ist der Rohstoff Holz eine reale Alternative?

Fragen wie diese möchte ich mit zwei Experten diskutieren.
Thomas Seifert ist international tätiger Journalist und Autor des „Schwarzbuch Öl“.
Christian Rakos ist Experte für erneuerbare Energien und Geschäftsführer von proPellets.

Zu diesem mit Sicherheit sehr interessanten Gespräch möchte ich Sie herzlich einladen.

Wann: Donnerstag, 13.Oktober, 19.30
Wo: Viennapaint, Sandwirtgasse 11, 1060 Wien

Wir bitten um Anmeldung: mail an karin.binder@gruene.at

So sprengt sich die EU in die Luft

So braucht sich niemand wundern.
Warum die EU Skepsis steigt.
Warum fast jede Volksabstimmung zu welchem EU Thema auch immer mit nein ausgehen wird.
In einer Demokratie kann man nicht völlig an dem vorbeiregieren, was Menschen wichtig ist.
Eine Regierung kann abgewählt werden.
Da es keine gewählte EU-Regierung gibt,sie deswegen auch nicht abgewählt werden kann, entlädt sich Ablehnung und Agression eben woanders.

Kurz: Mit ihrer derzeitigen Politik untergräbt die EU völlig ihre Basis.
Nur zur Klärung:
Hier schreibt ein (noch immer) EU-Befürworter.
Dem aber zunehmend die Argumete ausgehen.

Beispiele zum fatalen politischen Kurs der EU:

Beispiel Gentechnologie in der Landwirtschaft.
Wenn die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung das nicht möchte, und ein von allen Parteien beschlossenes Gesetz dies untersagen möchte (demokratischer Prozess!), das nicht einheimische Produzenten zulasten ausländischer belastet (da wäre es klar, dass die EU einschreitet)
dann darf, DARF die EU das nicht untersagen, schlicht aus politischen Gründen, oder sie ist falsch, völlig falsch konstruiert

Beispiel: Höhe von LKW Mauten.
Wenn sich die Tiroler Politik (wieder unterstützt von ALLEN politischen Parteien) entscheidet, hohe Mauten (von allen Frächtern, in-wie ausländischen) einzuheben, dann MUSS soetwas politisch auch innerhalb der EU möglich sein.
(ist es derzeit nicht: EU untersagt das)

Beispiel Universitäten:
Solange es z.B. in Deutschland eine numerus clausus gibt, der vielen dort das Studieren verbietetet, diese dann nach Österreich ausweichen (müssen), auf Universitäten, die ausschliesslich von den Östereichischen Steuerzahlern finanziert werden,
und dann auch manchen Unis österreicher kaum mehr Platz finden (es aber auch keine finanziellen Kompensationen, weder von der EU noch von Deutschland gibt), dann darf man sich nicht wundern, wenn die EU Ablehnung steigt.

Ähnliche Beispiele lassen sich fortsetzen.

Die Kritik an dieser EU Politik darf jetzt auch nicht der Krone oder der FPÖ überlassen werden.
Und die Eliten dieser EU sollen nicht davon reden, dass man “die EU besser erklären” soll;

Nein: Die EU muss eine grundsätzlich andere Politik machen.
Sonst gibt es sie so bald nicht mehr.

EU/Türkei: Die Verhandlungen beginnen-gut so

ich gestehe:
Ich bin in der Minderheit.
Ich gehöre zu jenen wenigen (sofern man den Umfragen glauben darf), die es gut finden, dass die EU jetzt mit der Türkei verhandelt.
Diese Verhandlunegn werden lange dauern, und wie sie ausgehen ist ungewiss.
Am Ende wird sowohl die EU eine andere als heute sein, aber auch die Türkei.
Warum ich dafür bin?
Folgendes habe ich in spiegel-online gefunden.
Es trifft ziemlich meine Meinung (vielleicht finde ich in den nächsten Tagen Zeit, es ausführlicher zu begründen)

…Tatsächlich ist über all dem Hick Hack und kleinlichen Feilschen der letzten Jahre zwischenzeitlich völlig untergegangen, dass mit dem Verhandlungsbeginn tatsächlich ein “Dialog der Kulturen” eröffnet wird, wie es der Leiter des Zentrums für Türkeistudien, Faruk Sen, heute betonte. Ob das zu einer “neuen Türkei und einem neuen Europa” führen wird, wie das Massenblatt “Milliyet” titelte, wird man sehen.


Der Verhandlungsbeginn mit der Türkei hat – anders als beispielsweise der nun gleichzeitig begonnene Prozess mit Kroatien – eine weltpolitische Dimension.

Es gibt eben neben den Fragen nach Agrarhaushalt, Meinungsfreiheit und der Behandlung von Minderheiten am Beginn der Verhandlungen mit der Türkei noch eine andere Dimension, die es bislang bei keinem anderen Beitrittsland gegeben hat. Es ist der Versuch, dem scheinbar unaufhaltsam fortschreitenden Kampf der Kulturen, der andauernden Abwärtsspirale von Terror und Krieg, einen Dialog der Kulturen entgegenzusetzen. Nicht im unverbindlichen Geplauder einer Tagung über Völkerverständigung, sondern einen Dialog mit dem Ziel einer echten, ökonomisch und politisch verbindlichen Zusammenarbeit mit einem überwiegend muslimisch geprägten Land.

die Ausstrahlung, die diese Gespräche haben werden, gehen weit über die EU und die Türkei hinaus.

Die Lemminge beschleunigen ihr Tempo

5 Bilder aus dsen letzten Tagen:

1.) Derartige Autos ( wiegt knapp 2 Tonnen, und frisst Unmengen an Sprit) sieht man immer öfter in Wien

Der Blick in die Statistik zeigt, dass das kein Einzelfall ist:
Die gekauften Autos werden immer PS stärker und schwerer, der Anteil vergleichsweise spritarmer weil leichter und mit geringerer PS Anzahl verringert sich.

Laut VCÖ und Statistik Austria hält auch der steigende Benzinpreis die Österreicher nicht vom Kauf von Geländewagen ab.
Bis Ende August wurden heuer um 22 Prozent mehr Geländewagen zugelassen als im Vorjahr. Schon jeder 12. Neuwagen ist ein Geländewagen. Der Verbrauch dieser Autos liegt im Schnitt um 30-50 Prozent höher.
Derzeit sind in Österreich bereits rund 178.500 Geländewagen gemeldet. Seit 1999 haben sie somit um 2/3 zugenommen.

2.) Der Klimawandel beschleunigt sich

3.) In Österreich wachsen die Treibhausgase besonders dramatisch

4.) Der Verkehrsminister will Tempo 160 auf Autobahnen

5.) Die Wiener SPÖ will um rund 2 Mrd Euro die Lobauautobahn bauen. Damit wird sich eine v.a. am Auto orientierte Stadtentwicklung im Nord-Osten der Stadt weiter beschleunigen.

Öffitarife rauf-Mineralölsteuer runter

Heute im Gemeinderat:
Meine Frage an den Bürgermeister:”Können Sie garantieren, dass die Öffitarife in den nächsten vier Jahren nicht erhöht werden?”
Seine Antwort war nicht nur ein klares Nein, was eine Erhöhung bald nach den Wahlen erwarten lässt, sondern Häupl bekräftigte einmal mehr seine Forderung nach Senkung der Mineralölsteuer.
Zweierlei Mass.
Zweierlei Politik:
Dass Öffitarife in den letzten Jahren deutlich stärker gesteigen sind wird ignoriert.
Keine weitere Preiserhöhung? Geht nicht, weil das muss dann der Steuerzahler berappen.
Aber Senkung der Mineralölsteuer?
Das geht schon, denn man muss ja Prprioritäten setzen in der Politik.
Oder?

Öffitarife und Benzinpreis

Selten hol ich eine Grafik aus dem Archiv dieses eher jungen blogs.
Aber diesmal muss es sein.
Am Montag gibts dazu eine Anfrage von mir an den Bürgermeister.
Der Hintergrund:
Wenige Tage ists her, da überboten sich Medien und Politiker (fast) aller Fraktionen in Wehgeschreih über die hohen Benzinpreise.
Alle möglichen Forderungen wurden erhoben, einige auch umgesetzt, so die Erhöhung des Kilometergeldes, das die Steuerzahler berappen.
Hier brachte ich eine Grafik, die ich heute ausgraben muss.

Der Preis der Wiener Linien ist schon bisher deutlich stärker als der Benzinpreis gestiegen.
Und jetzt plant die Wiener SPÖ, die noch gestern laut über den ach so hohen Benzinpreis gejammert hat die nächste Erhöhung.

Gastbeitrag: Gemüse mit Charakter und Geschmack

Von DI Andrea Heistinger

Auf einmal sind sie wieder da: Paradeiser, die nach Paradeiser schmecken, mild und aromatisch und einfach unverwechselbar: Sie sind nicht nur rot und rund, sie schmecken auch nach Paradeiser. So wie wir es fast vergessen haben: So schmeckt eine Paradeiser und sonst nichts! Salate die knackig sind und den Begriff „letschad“ erst kennen, wenn sie tagelang im Kühlschrank verbracht haben. Paprika, die Zeit hatten, ihr volles Aroma zu entwickeln und nicht grün und unreif von der Staude gezupft wurden, damit sie die lange Reise aus dem Süden auf die Teller der unwissenden Paprika-Esserinnen und Esser finden. Die sich dann wundern, warum ihnen grüne Paprika so ganz und gar nicht bekommen. Des Rätsels Lösung: Jeder Paprika reift rot oder gelb ab, ein grüner Paprika ist immer ein unreifer Paprika. Aus diesem Grund auch schwerer verdaubar als seine vollreifen roten oder gelben Kollegen. Die Ernährungswissenschaften sind gerade dabei zu entdecken, welche – bislang völlig unbeachteten Inhaltsstoffe – in der Vielfalt der Gemüsesorten zu finden sind.

Warum sind diese Gemüse von unseren Märkten verschwunden? Wo ging der Geschmack verloren? Und: Sind geschmackvolle Genussgemüse eine Sache für Delikatessen-Esserinnen, die es sich leisten können?
In den letzten Jahrzehnten gibt es zwei große Tendenzen in der Züchtung und im Anbau von Gemüse: Die österreichische Gemüsezüchtung – und die vieler anderer Länder – musste der Konkurrenz der zumeist holländischen und spanischen Sortenzüchtung weichen. Was sich zunächst nach willkommener Internationalisierung anhört, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als Verbreiten eines einheitlichen europäischen Sorteneinerleis, gezielt für die Anbaubedingungen der Intensivlandwirtschaft gezüchtet. Viele der in Österreich gezüchteten Sorten sind mittlerweile aus der Sortenliste verschwunden und nur noch im Tauschkreis des Vereins Arche Noah zu finden, der sich seit nunmehr 15 Jahren der Aufgabe widmet diese Sorten zu bewahren und wieder auf Äcker und auf Teller zu bringen.

Zum anderen hat sich die Züchtung immer mehr an einseitig technischen Kriterien orientiert: Zum Beispiel der Eignung der Pflanze für mechanische Erntegeräte der industrialisierten Landwirtschaft oder ihre Haltbarkeit im Regal des Supermarktes. Diese Eigenschaft ist zum Beispiel dafür verantwortlich, dass „moderne“ Tomaten eine so dicke Haut haben, dass man sie am liebsten schälen möchte. Außer Acht gelassen wurde der Geschmack, die Ernährungsqualität der Gemüse oder die Eigenschaft der Pflanzen, sich an regionale Bedingungen anpassen zu können.

Viele der sogenannten „alten“ Sorten sind in den letzten Jahrzehnten aus dem Anbau verschwunden. Die Gründe dafür sind vielfältig. Was aber an dieser Stelle viel wichtiger ist: Es gibt Menschen, die diese wunderbaren Gemüsesorten anbauen und vermarkten, die sich, fasziniert von den Eigenschaften und der Qualität dieser Gemüse mit Leib und Seele dem Gärtnern verschreiben. Und dies in Zeiten, in denen es immer schwieriger wird, Landwirtschaft und Gartenbau zu betreiben. In Zeiten, in denen auch unsere Lebensmittel zur Ware eines globalen Weltmarktes geworden sind. In Zeiten, in denen Paradeiser aus Spanien – unter Ausbeutung billigster Arbeitskräfte – um ein vielfaches billiger bei uns im Regal landen, als sie ein Gärtner in Österreich je produzieren könnte.
Die Vielfalt unserer Kulturpflanzen ist nicht im Supermarkt entstanden und auch nicht in den Händen großer Züchtungskonzerne. Sie ist entstanden in den Händen unzähliger Bäuerinnen und Bauern, Gärtnerinnen und Gärtner. Kulturpflanzenvielfalt zu erhalten, heißt eine bäuerliche Landwirtschaft und eine städtische Nahversorgung durch Erwerbsgärtnerinnen und Gärtnern zu unterstützen. Bunte Paradeiser zu genießen ist kein Modeschlagwort für Delikatessen-EsserInnen. Gehen wir eine Geschmacksallianz mit den Biobäuerinnen und Biobauern ein, die diese wunderbaren Gemüse kultivieren und vermarkten: Fleischparadeiser, die auf der Zunge zerschmelzen, Gurken, die wahrlich nach Gurken schmecken. Essen wir diese Genussgemüse und unterstützen damit den Widerstand, den sie gegen die geschmacklose Industrialisierung der Landwirtschaft leisten.

Dipl Ing. Andrea Heistinger ist freie Agrarwissenschafterin und Autorin www.semina.at

Frisches Biogemüse und Sortenraritäten in Wien von Biobäuerinnen und Biobauern:

· Gärtnerhof Vis á vis Peter Lassnig und Mitarbeiter: Jeden Mittwoch und Samstag („Bioeck“) am Wiener Naschmarkt
· Biohof Adamah: Liefert Gemüse und andere Biolebensmittel in Wien frei Haus
· Saatgut von Sortenraritäten und Schaugarten für Kultur-pflanzenvielfalt: Arche Noah – Verein zur Erhaltung und Verbreitung der Kulturpflanzenvielfalt
· Österreichs einzige Bio-Züchtung von Gemüse! Erhält nicht nur alte Sorten, sondern zeigt, dass biologische Züchtung auch neue, moderne Sorten schaffen kann: Firma ReinSaat.
Gemüse-, Kräuter- und Blumensaatgut aus biologisch-dynamischem und organisch biologischem Anbau· Eingelegtes Bio-Gemüse für den Winter: www.stekovics.at