BIG/AzW Symposium Architektur und Schule

“Baustelle Schule – oder – Wie lernen wir morgen?”

Mittwoch, 19.10.2005, ab 14.00 Uhr

Die gebaute Umwelt wirkt sich, wie Lehrer und Schueler selbst immer wieder
berichten, direkt auf Wohlbefinden und damit auch Lernverhalten kleinerer und
groesserer Kinder aus. Nicht zuletzt im Lichte der derzeitigen europaweiten
Bildungsdebatte will das BIG AzW-Symposium “Baustelle Schule – oder – Wie lernen
wir morgen?” heimische und internationale ExpertInnen aus den verschiedensten
Disziplinen zu Themen der Paedagogik, der Architektur, der Kinderpsychologie und
der Schulbau-Politik zu Wort kommen lassen.
In Diskussionen soll ein rundes, ganzheitliches Bild moderner, wegweisender
Schulbauten gezeichnet werden, die mit den herkoemmlichen, dem mittlerweile
antiquierten Frontalunterricht verpflichteten Schulen letztlich nichts mehr zu
tun haben.

Moderation: Dietmar Steiner und Ute Woltron

Das ausfuehrliche Programm unter http://www.azw.at/event.php?event_id=522

REFCO und Wien

425 Mio Euro (man stell sich das in Schilling vor) an eine einzelne Person.
Der Grossteil wird wahrscheinlich weg sein.
Kreditgeber: Die Bank für “Arbeit und Wirtschaft”
Welche “Arbeit”, welche “Wirtschaft” bekam hier Kredit?

V.a., und das sollte uns in diesem Zusammenhang interessieren, wer bekommt keinen Kredit?

Versuchen Sie als Musik-label, als Modedesigner, als Architekturbüro, alsFilmprodozent (nehmen wir all jene her, die als creative industries ihre Wertschöpfung in ihrem Kopf haben) zur Finanzierung einer gut ausgefeilten Geschäftsidee einen Kredit in der Grössenordnung zwischen 50 000 und 200 000 Euro zu bekommen.
Wenn sie nicht nahezu 100% Sicherheiten (Marke: Haus der Oma) vorlegen können, ists extrem schwierig bis unmöglich.

Folge: sehr sehr viel mögliched Wertschöpfung in DER urbanen Wirstchaftsbranche unterbleibt, muss – mangels Finanzierung – unterbleiben.

Ich glaube, dass es wahrscheinlich der Hauptgrund ist, warum die US Wirtschaft stärker wächst. Weil dort Ideen von jungen Leuten (die heute google, apple, amazon heissen) Kreditgeber gefunden haben, die deren Wachstum – und Erfolg erst ermöglicht haben.

Banken sind bei uns konservativ heisst es, brauchen Sicherheiten.
Und jetzt sichtbar: REFCO.
Unsichtbar sehr viele Finanzspekulationen ähnlichen Charakters.

Hier versagt unser Wirtschaftssystem grundlegend.

Die Kredit – aber auch Eigenkapitalfinanzierung zur Realisierung von Geschäftsideen ist vitale Grundvoraussetzung einer florierenden Wirtschaft.

Vielleicht brauchen wir die Neugründung einer kommunalen Bank hab ich in meinen 24 Thesen formuliert.

Wenns nicht gleich eine Bank ist bedarf es jedenfalls Geld-institutionen, die nicht REFCOs aller Art finanzieren, sondern lokale Wertschöpfung.

Tausende werden erfrieren und verhungern, oder…

Einmal nicht Wienpolitik.

Unverständnis-Zorn.
Das darf es nicht geben.
Pakistan-vier Millionen Obdachlose.
Und der Winter rückt heran.

Es fehlen Decken, Zelte, Kleider, minimale medizinische Versorgung, Nahrung.

Aber dafür gäbe es keine Logistik.

Warum kann es nicht so gehen:
Heute in Pakistan, morgen dort, wo Menschen von Überschwemmungen, Muren, Erdbeben, vom Tod bedroht sind;
und Hilfe einfach möglich wäre, wenn es eine Verteilmaschine gäbe.

Warum geht es nicht so:
ein ganz kleiner Teil der Militärs aller reicher Staaten ist Bereitschaftstruppe unter dem Kommando der UNO.

Keine Waffen, dafür Hubschrauber, Sanitätstrupps, Pioniere, geländegängige Fahrzeuge, geschultes Personal, Zugang zu Satellitenbildern, alles was das Militär ohnehin hat.

Diese Katastrophen-Truppe besteht aus ca 30 000 Mann (auch Frauen sind dabei) und kann innerhalb von 36 Stunden überall auf der Welt sein.

Was Logistik kann, zeigen die Amerikaner vor.
Über 100 000 Mann samt Material, Panzer, Flieger, Bomber, Attilerie, Flugzeugträger, Hubschrauber, und, und, wird innerhalb kurzer Zeit an den Golf verlegt.

Hier gehts um viel weniger:Decken, Kleider, Essen

Wär das nicht eine tolle Initiative der EU, soetwas unverzüglich zu gründen?

Denn derartige Katastrophen werden sich häufen.

Was ist daran so schwer?

U2 Verlängerung gestoppt

2009 sollte Eröffnung sein: die U2 bis Aspern.
So verkünden es alle SP Jubelpostillen.
Sollte.
Denn der Baubeginn wurde still und heimlich abgeblasen.
Wo erfährt man soetwas?
Als Bauunternehmen, das bereits Bauhütten aufgestellt und alle Vorbereitungen laufen hat, aus unten angehängtem Schreiben.
Mit dem Zusatz, bis zur Wahl “bitte” Stillschweigen zu bewahren.

Dem werden wir nicht nachkommen.

Und wir wollen auch noch wissen:
Was heisst “”unkonventionelle Vorgangsweisen”?

Der Wahlkampf wird ja noch spannend.

Hier das Schreiben:


Für grössere Ansicht, bitte Bild anklicken.

ruinierte “Freiräume” in Wien (3)

Nach den Gasometern und dem Wienerberg im Süden gehts diesmal mit der U1 nach Transdanubien.
Endstation Kagran und dann paar Minuten nach Nordwesten in das grosse neue Siedlungsgebiet rund um die Tokiostrasse.
Hier wäre qualitätsvolle Stadt-und Freiraumplanung besonders wichtig.
Es ist flach, man kann nicht an gewachsene Strukturen anschliessen, bauen auf der Grünen Wiese also.
Am Widmungsplan könnte es noch grosszügig aussehen:
Eine breite Strasse mit einem Grünstriefen in der Mitte.

Die Wirklichkeit (zur Erinnerung:das aussen des Hauses ist das “innen” der Stadt):

Mistkübel, parkende Autos, Plastiksackel zieren “den Freiraum”.
auch hier packt einen nur der Drang: weg!
Kaum ein Raum, ein Platz, der zum Verweilen einlädt.

Das sicherste Indiz, Freiraumqualität zu bewerten, stellen die Räume,die Freiflächen da, die für die Kinder vorgesehen sind.
Und das sieht dann so aus (man glaubt es kaum):

man beachte u.a. die Grösse, und die Belüftung der Tiefgarage, die genau auf den “Spielplatz” bläst

oder hier:

aber:
wie trommelt nicht überall die SPÖ:
diese Stadt ist gut verwaltet.

Vorzugsstimme:aber wie?

hab schon viele Fragen bekommen, wie das mit der Vorzugsstimme eigentlich funktioniert.
Am besten erklär ichs anhand des Stimmzettels.

*)Eine Vorzugsstimme kann man eine/m Kandidat/in im Wahlkreis geben.
(mittlere Spalte)
Meist ist ein Bezirk ein Wahlkreis, ausser bei den kleinen Innenbezirken, die sind zusammengelegt.
Ich kandidiere hier im Wahlkreis Innen West, das sind die Bezirke 7, 8 und 9, sowie in Döbling.
(hier ist eine “Vorreihung” mathematisch eher unwahrscheinlich)
wer im jeweiligen Wahlkreis kandidiert, hängt in einer Liste in der Wahlzelle aus.

*) zwei Vorzugsstimmen kann man wienweit vergeben.
(rechte Spalte)
Hier muss ein/e Kandidat/in ca 12 000 Stimmen bekommen, um vorgereiht zu werden.

noch einige FAQs:

Frage: Kann man derselben Person im Wahlkreis und dann auch wienweit eine Vorzugsstimme geben?

Antwort:Ja.Die eine (Wahlkreis-)Vorzugstimme bestimmt die Reihung im Wahlkreis, die zweite auf der wienweiten Liste.

Frage: Muss man in der zweiten Spalte zwei unterschiedliche Namen anführen?

Antwort: Man muss nicht zweimal denselben Namen hinschreiben, es ist jedoch sinnlos (er zählt nur einmal)

Frage: Kann man die Partei A wählen und eine/n Kandidat/in der Partei B eine Vorzugsstimme geben?

Antwort: Nein! Es können nur Vorzugsstimmen bei jener Partei gegeben werden, die man auch ankreuzt.

Frage: Gibt es nicht auch eine vierte Vorzugsstimme im Bezirk?

Antwort: Ja, oben ist ein Faksimile des gelben Wahlzettels, mit dem die Zusammensetzung des Gemeinderates gewählt wird.
ZUSÄTZLICH gibt es einen zweiten Stimmzettel für den Bezirk. Auch hier kann man eine Vorzugsstimme vergeben.

Frage: Wann wird ein/e Kandidat/in vorgereiht, und was heißt das?

Antwort: Gewählt wird eine Liste, je nach Anzahl der Mandate ziehen dann der Reihe nach Menschen in den Gemeinderat ein.
Erreicht ein/e Kandidat/in (wienweit) 1,25% der Wahlzahl, das heißt ca. 12 000 Stimmen wird er oder sie auf Platz eins gereiht.

Wenn es sonst noch Fragen gibt, bitte mailen, ich versuch sie zu beantworten

ruinierte “Freiräume” in Wien (2)

unser erster Ausflug hat zu den Gasometern geführt.
Jetzt gehts zur Wienerbergcity, einem weiteren Vorzeigeprojekt jüngerer roter Stadtplanung.
Dort stellt sich der “Freiraum”, die schlichte Fussgängerperspektive so dar:

oder so

oder so

das wäre die “attraktive” Anbindung an den öffentlichen Verkehr.Irgendein verhungerter Bus der irgendwohin führt.
Da erkennt man, was starke (Grundstücks-)Interessen durchsetzen vermögen: Ein riesiger neuer Stadtteil ohne U-Bahn oder auch nur Strassenbahn anschluss.

Besonders aussagekräftig ein Kinderspielplatz; hier erkennt man, was der Stadtplanung wichtig , und was ihnenn völlig egal ist.

Bei folgendem Bild wird man mich der Polemik zeihen; zu Unrecht. Bin schlicht zufuss eine Runde gegangen, und beim “Freiraum” für die Schule vorbeigekommen.

Noch einmal: Das aussen des Hauses ist das innen der Stadt.
Was ist das für eine Regierung, die so eine Stadt baut?

PS:
Danke für die Vorschläge für weitere “Freiraumausflüge”, die schon eingegangen sind.
Weitere Ideen sind sehr erwünscht!
c.c.

Das Fahrrad:eine Hymne

Das Fahrrad: Wo Technik die Natur übertrifft

Wir wollen Energieverbrauch sinnlich erfahrbar machen.
Wer weiß schon,
wie viel Strom er/sie eigentlich verbraucht
was eine Kilowattstunde bedeutet
was der standby Betrieb eines Fernsehers nach sich zieht
wieviel „Liter auf Hundert Kilometer“ braucht eigentlich ein Radfahrer?
Deswegen:Bin seit ein paar Tagen so unterwegs:

Diese extra angefertigte Fahrrad, dient nicht nur als Verkehrsmittel , sondern misst mit einem Gerät auch die Energie und lädt zugleich das Handy auf. Während des Betriebs wird die Leistung der erzeugten Energie auf einem Display angezeigt. Dadurch hat man die Möglichkeit seine erstrampelte Leistung in Relation zum Energieverbrauch zu setzen. Mit dieser Idee soll gezeigt werden, was Energie (sinnlich) eigentlich ist, und welche Aufwand notwendig ist, um z.B. nur Standby Funktionieren von Elektrogeräten abzudecken.
Ein extrem effizienter Dynamo wurde für das Wahlkampf Bike verwendet, um die Energie des Fahrrads direkt zu nutzen; damit kann das an der Lenkstange fixierte Handy während der Fahrt aufgeladen werden.

Wir erstrampeln (gemütlich) 80 Watt Leistung
Das entspricht einer mittelstarken Glühbirne (60 Watt), oder 8 Energiesparlampen gleicher Lichtleistung
Für 100 Kilometer (Geschwindigkeit ca 20km/h) braucht ein Mensch 400 Wattstunden, d.s. 0,4 kwh
Umgerechnet in „Liter/100 Kilometer“ sind das dann 0,04 Liter „Sprit“ also ein Hunderstel eines sparsamen Autos.
Oder „andersrum“: die Energiemenge, mit der Radfahrer 100 Kilometer weit kommen, lässt ein Auto nach ca 500 Metern stehen.
Das „Wunderwerk“ Fahrrad ist einer der ganz wenigen Bereiche, wo Technik die Natur übertrifft: Kein Landtier (keine Gazelle, kein Hase) bewegt sich „energieeffizienter“ als eine RadfahrerIn.

Bye Bye Standby.
Die Standby Funktionen der Elektrogeräte fressen (durch Unachtsamkeit) enorm viel:
Ein „standby abgeschalteter“ Fernseher braucht ca 10 Watt, das summiert sich (bei 2 stündiger Betriebsdauer) auf 220 Wattstunden am Tag (wofür man 1 _ Stunden strampelt); die Kosten: allen dafür werden ca 12 Euro im Jahr berappt.

Beispiele für den standby Betrieb anderer Haushaltsgeräte:
Scanner : ca 15 Watt
Tintenstrahldrucker: ca 12 Watt
DVD Player: ca 10 Watt
HiFi Anlage: ca 20 Watt

Zwei bis vier Atomkraftwerke laufen in Europa allein für unnütze standby Funktionen
(Anmerkung, die Summe anderen Stromvergeudungen sind bedeutend größer)

Zur Veranschaulichung: was ist eine Kilowattstunden (kWh)?
Eine kwh kostet ca 15 cent. Um die Einheit kWh anschaulich zu machen, hier ein paar Beispiele, welche Nutzleistung einer kWh entspricht:
1 t Masse 367 m hoch heben, ziehen, pumpen, befördern
10 t Masse 36,7 m hoch heben, …
367 t Masse 1 m hoch heben, …
9,5 l Wasser von 10°C zum Sieden erhitzen
1 bis 2km weit Auto fahren
1 t Masse von 0 auf 85 m/s beschleunigen (= 305 km/h)

Doch Vorsicht: Die tatsächlich aufzuwendende Energie ist meist erheblich größer als die Nutzenergie, wegen der Verluste!
Worin ist 1 kWh Energie gespeichert?
Ca. 1 voll geladene große Batterie für Diesel-PKW (85 Ah)
Ca. 0,1 l Benzin oder Diesel
Ca. 0,25 kg Brennholz
Ca. 0,12 m3 Erdgas
7,3 t Wasser in einem Stausee bei 50 m Höhenunterschied

Das Fahrrad ist verlängert, ein Prinzip von hier.
Alles bestellt und zusammengebaut hat die ig-fahrrad, die ich wärmstens empfehlen kann.

Rad-highway fürs Wiental

Wer Strassen sät, wird Verkehr ernten.

Wer hochrangige Radverkehrsanlagen baut, erntet mehr Radler/innen.
So geschah es auch auf der 2er Linie.
Nach dem Radweg vervierfachte sich der Radverkehr.

Und jetzt muss endlich das Wiental drankommen, das hoffentlich bald so ausschaut:

Nicht unten im Becken sondern als eingehängter highway
dann gibts auch kein “Sicherheitsproblem” wenns regnet und Hochwasser kommen könnte.

Wie das konkret aussieht kann man am Donaukanal besichtigen
Unter dem neuen Studentenheim von Zaha Hadid sieht der Radweg (die viel zu lange gesperrt war!) so aus:

also: her mit den 8 km highway von Hütteldorf bis zum Naschmarkt.
Und weils so schön ist, noch eine Ansicht:

Stadtplanung in Wien, aber wie?

EINLADUNG zu DISKUSSION

am: Montag 17.Oktober
Ort: wiesner_hager forum, Gonzagagasse 15, 1010 Wien
Zeit: 19:00 Uhr

Stadtplanung “passiert” in Wien meistens, besonders wenn starke Interessen dahinter sind. Die Stadt entsteht derzeit mittels Instrumenten und Verfahren die uns absolut nicht zeitgerecht erscheinen. Wir wollen, als Leitlinie unserer Planungspolitik der nächsten 5 Jahre, unser Stadtentwicklungsprogramm zur Diskussion stellen.

Es ist vorab auch auf der website
http://wien.gruene.at/wahl/wahlprogramm/
ab Seite 9 nachzulesen.

Wir würden uns sehr freuen, Sie zu einer inhaltsreichen Diskussion begrüssen zu können.

Anschliessend kleines Buffet
Wir bitten um Anmeldung: per mail an karin.binder@gruene.at

Sabine Gretner
Christoph Chorherr

http://sabinegretner.twoday.net/
http://chorherr.twoday.net/