ruinierte “Freiräume” in Wien (1)

Das “aussen” des Hauses ist das “innen” der Stadt.
Schöner kann man nicht ausdrücken, dass der öffentliche Raum, die Strassen und Plätze, das “zwischen den Häusern” den Kern des Städtischen ausmacht.
Hier zeigt sich die Qualität einer Stadtplanung, bzw ihr Versagen.
In der Folge möchte ich einige Freiräume “begehen”, die in erschreckender Weise zeigen, dass das “innen der Stadt” völlig ruiniert wurde.
Ausflug 1, mit der U3 zum Gasometer, und dann zu Fuss Richtung Kinocenter bzw zu einem der vielen Büros, die rund um die Gasometer aus dem Boden schiessen.

Uns so präsentiert sich dort der “Freiraum”:

oder am Retourweg zurück zu U-Bahn

alles Städtische wie Geschäfte oder Cafes sind drinnen.
Auf der Strasse beschleicht einen das Gefühl, irgendwie falsch zu sein.
Vorbei an Parkhäusern, abweisenden leeren Fassaden, versucht man möglichst rasch zu verschwinden.
Städtisches Leben wird hier nie entstehen.
Der öffentliche Raum ist privatisiert und nach innen in die “mall” verfrachtet.
Und auch die funktioniert schlecht.

Chevron & Peak Oil

Gastkommentar von Thomas Seifert.

„Lassen Sie mich eines klarstellen: Die Zeiten, wo man einfach an Öl kam, sind vorbei. … Die Nachfrage steigt wie nie zuvor. Während die Weltbevölkerung und die Weltwirtschaft stetig wächst, genießen nun endlich Millionen von Menschen in Entwicklungsländern einen besseren Lebensstil, der aber zusätzliche Mengen an Energie benötigt. Tatsächlich meinen einige, dass die Welt in 20 Jahren 40 % mehr Öl verbrauchen wird, als heute. Zur selben Zeit reifen viele der Öl- und Gasvorkommen der Erde. Neue Funde werden hauptsächlich in Regionen gemacht, in denen das Öl schwieriger zu fördern ist – technisch, ökonomisch und auch politisch. Wenn eine steigende Nachfrage auf auf ein sinkendes Angebot trifft, heißt das, dass es mehr Konkurrenz um die selbe Ressource gibt. Wir können natürlich darauf warten, bis eine Krise uns dazu zwingt, etwas zu tun – oder wir können uns den schwierigen Fragen stellen.“

Dieser ganze Absatz stammt aus einem offenen Brief von David O’Reilly, CEO des zweitgrößten US-Ölkonzerns CHEVRON (155,3-Mrd.-Dollar-Umsatz, 13,3 Mrd. Dollar Gewinn, 47.000 Beschäftigte in 180 Ländern), der in den vergangenen Wochen in allen wichtigen US-Zeitungen abgedruckt war.
CHEVRON ist offenbar ins Lager der PEAK-OIListen gewechselt, der Ölkonzern gibt in TV-Spots und Printanzeigen zu, dass wir spätestens 2020 die zweite Hälfte der Erdöl-Epoche einläuten werden. Bislang waren die Ölkonzerne Chefbeschwichtiger und Beruhigungspillenverabreicher: „Macht Euch keine Sorgen, wir kriegen das hin, ihr kriegt Euer Öl, Ihr könnt Euch auf uns verlassen.“ Das war im Kern die Botschaft der Ölkonzerne. Nun wirbt der Konzern SHELL damit, dass die Zukunft im Gasgeschäft liegt, BP hat sich von „British Petroleum“ auf „Beyond Petroleum“ umgetauft und deutet damit an, dass BP-CEO Lord Browne of Madingley offenbar die Zukunft von BP im Post-Petro-Zeitalter sieht. EXXON (ESSO – von Konzernkritikern E$$O geschrieben) zieht nicht mit, EXXON-Boss Rex W. Tillerson zieht nicht mit, der weltgrößte Ölkonzern will von PEAK OIL oder Alternativenergie nichts wissen – der Konzern hat auch jahrelang „Forschungsinstitutionen“ unterstützt, die das Faktum des Klimawandels in Zweifel ziehen.
Offenbar setzt in der Ölindustrie ein Umdenken ein, die Konzerne beginnen sich langsam auf die Ära nach dem Öl einzustellen und ändern ihre Geschäfts-Strategien.

CHEVRON hat eine Website eingerichtet: www.willyoujoinus.com (Ich kann es immer noch nicht fassen, dass die Ölkonzerne nun PEAK OIL zugeben, dass sie zugestehen, dass versorgungs-seitig eben nicht alles paletti ist und dass es ohne Steigerung der Energie-Effizienz und der Nutzung von Alternativ-Energie nicht gehen wird.)

Hinweis: Vor kurzem ist das „Schwarzbuch Öl“ erschienen, das ich mit meinem Kollegen Klaus Werner (Bestseller-Co-Autor von „Schwarzbuch Markenfirmen“) geschrieben habe. Nähere Hinweise: www.schwarzbuch.org

Thomas Seifert ist gemeinsam mit Klaus Werner Autor des soeben erschienenen Buches “Scharzbuch Öl”.
Er ist Außenpolitikredakteur des Wochenmagazin News.
Seifert bereiste mehrfach den Irak, berichtete 2003 während des Irak-Krieges (u.a. auch für Stern, Facts, Format und den österreichischen Fernsehsender ORF) aus Bagdad. Nach dem Ende des Irak-Kriegs bereiste er den Iran, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate und kehrte wiederholt in den Irak zurück.

danke Ölpreis!

Die häufig beklagten Steigerungen des Ölpreises habe auch segensreiche Auswirkungen.
Derzeit beginnt ein wahrer Boom bei Pelletsheizungen.
Nicht nur in Österreich.
Und ebenso wie bei der Solarenergie sind Österreichs Kesselerzeuger weltweit ganz vorne dabei.
Die Ursache dieses Booms liegt schlicht hier:

Während noch vor wenigen Jahren eine Wärmeeinheit hergestellt durch einen Pelletsofen teurer war als die einer Ölheizung, kosten Pellets derzeit nur mehr die Hälfte.
Und wegen deutlicher Angebotssteigerungen am Pelletsmarkt ist deren Preis gar gesunken.

Jetzt müsste eine breit angelegte, politisch unterstützte Aktion die ca 900 000 Ölheizungen Österreichs rasch substituieren.
Wald haben wir genug (jedes Jahr wächst doppelt soviel zu, wie genutzt werden kann).

Und Österreich könnte sich auch am Weltmarkt als Erzeugerland für erneuerbare Energien positionieren.
Neben der ökologischen Frage geht es hierbei um viele tausend zusätzliche Arbeitsplätze.
Diese Chance gilt es jetzt politisch zu nutzen.

Für Interessierte hier eine Marktübersicht über Pelletsöfen

Solarenergie:Österreich führt, Wien ist Schlusslicht

Solarenergie boomt weltweit; und Österreich spielt ganz vorne mit.
Die Exporte österreichischer Solar-unternehmen wuchsen letztes Jahr um 37%, das Jahr davor um 41%.

Und Solarenergie zeigt auch eins:
Nicht “natürliche” Rahmenbedingungen, wie bes. die Sonneneinstrahlung bestimmen, wie stark Solarenergie eingesetzt wird.
Sonst müssten Italien oder Spanien weit vor Österreich liegen.
Das Gegenteil ist der Fall.
Österreich zählt mit Griechenland und Zypern (gemessen an Kollektorfläche pro Kopf) zu den Europameistern.

Ganz Österreich?
Nein, da gibts ein Bundesland das weit nachhinkt.
Welches wohl?
Wien ist absolutes Schlusslicht.

Das liegt aber nicht, wie man annehmen könnte daran, dass es in Wien nur mehrgeschossige Miethäuser gibt, wo es eben schwer sei, Kollektoren anzubringen.
In Wien gibt es 180 000 Ein-und Zweifamilienhäuser, viele ein-bis zweigeschossige Reihenhaussiedlungen, von den “Kleingärten” ganz zu schweigen.
Wäre Solarenergie ein politischer Schwerpunkt der SP-Stadtregierung, müsste die Bilanz ganz anders aussehen.
Auch auf den gemeindeeigenen Wohnhäusern oder auf flachen Gewerbedächern gäbe es ein riesiges Potential, z.B. auch für die Zukunftstechnologie solar cooling.
Hier werde ich mich nach der Wahl sehr bemühen, dass Wien einen Forschungs- und Anwendungsschwerpunkt setzt, da der Boom an Klimaanlagen ein Hauptverantwortlicher für den rasant steigenden Stromverbrauch ist.

Dass Österreich heute so weit vorne ist, verdanken wir Pionieren, die seit mehr als 2 Jahrzehnten nicht bloss reden und Grundsatzstudien schreiben, sondern anfangs mittels “Selbstbau” sehr viel umgesetzt haben.

An erster Stelle ist hier die Arbeitsgemeinschaft erneuerbare Energie zu nennen, die heute nicht nur in Österreich, sondern vom südlichen Afrika bis China an der Verbreitung der Solarenergie vorne dabei ist.

Wer mehr Interesse hat:

solid
sonnenkraft
Greenonetec

Worüber Schicker reden sollte

Verkehrsstadtrat schicker (doc) beklagt die Moral der Verkehrsteilnehmer.
Worüber er nicht spricht:
Die Autobahnprojekte (insbesondere die Lobauquerung) werden die Zersiedelung noch mehr ankurbeln, und noch mehr Autoverkehr in die Stadt pumpen.
Diese Autobahnen “erschliessen” erst periphere Gebiet am Stadtrand, und dann schiessen Einkaufszentren aus dem Boden.
Dorthin kommen dann 90% mit dem Auto, innerstädtisch kommt die überwiegende Mehrheit zu Fuß, mit den Öffis oder mit dem Rad.
Der Radverkehr wiedrum könnte eine echte Entlastung bringen, sein Anteil liegt in Wien aber bei bloss 4-5%, in München z.B. beim Dreifachen.
Und die Konflikte zwischen Radfahrern und Fussgängern hat die Planung zu verantworten, wenn wie z.B. am Rad-Ring-Rund völlig unübersichtlich Radwege und Fusswege ineinander übergehen.

4x ärger als die EU!

Es wird immer ärger, und die meisten schauen einfach weg.
Immer schwerere Autos, immer stärkere Zersiedelung, immer mehr Einkaufszentren und factory outlets, immer mehr leerstehende Geschäfte in der Innenstädten.
Und der Verkehr explodiert und damit die Abhängigkeit von Öl.
Besonders extrem die Entwicklung in Österreich: die Treibhausgase aus dem Verkehr wuchsen um 400% stärker als der EU-Schnitt.
Danke VCÖ für die Daten.
Hier die grafische Aufarbeitung:


Für grosse Ansicht, Bild anklicken!
Datenquelle: EU Kommission/VCÖ


Für grosse Ansicht, Bild anklicken!
Datenquelle: EU Kommission/VCÖ

und soetwas nennt die Regierung dann “Umweltmusterland”

Wien: 3 x Schlusslicht

Neue Jobs wählen, plakatiert die Wiener SP und meint sich selbst.
Die Job-Bilanz Wiens (verglichen mit den andern Bundesländern) der letzten 10 Jahre ist beschämend.

1.) Nirgendwo in Österreich ist die Arbeitslosigkeit so hoch wie in Wien
(Wien: 9,8% – Ö Schnitt: 7,1%)

2.)Nirgendwo in Österreich ist die Arbeitslosigkeit (1995-04) stärker als in Wien gestiegen (Wien:2,5% – Ö Schnitt:0,5% – Wachstum in Prozentpunkten)

3.)Nirgendwo in Österreich ist die Wirtschaft (gemessen in realer Bruttowertschöpfung) langsamer als in Wien gewachsen
(Wien:1,4% – Ö Schnitt:2,1%),Zeitraum 95-03.

“Gut verwalten” sollte ein bisschen mehr sein, als den Müll ordentlich wegräumen.

Zur verschwiegenen Zwei Klassen- Medizin

Gesundheit für alle – behauptet die SPÖ, doch die Fakten sehen anders aus.

Wer fest stellt, dass in Wien die gesetzlich vorgesehene medizinische Gleichbehandlung aller PatientInnen nicht gesichert ist, ruft empörte Proteste der verantwortlichen roten Politikerinnen hervor .Es kann eben nicht sein, was nicht sein darf.
Genaues Hinschauen aber täte Not, denn diejenigen, die betroffen sind, sind meist nicht kräftig genug, um sich gegen eine ungerechte Versorgung zu wehren.
Da gibt es beispielsweise chronisch nierenkranken Menschen, die regelmäßige Blutwäsche brauchen. Die Kapazitäten der Dialyseplätze in den öffentlichen Spitälern sind längst bis an die äußersten Grenzen ausgereizt. Jahrelange Versäumnisse im Ausbau und in der Ausbildung des Personals zwingen die Spitäler mittlerweile zu Nachtschichten.
Man stelle sich die Konsequenzen einmal für das eigene Alltagsleben vor: drei bis vier Nächte in der Woche verbringen die DialysepatientInnen im Spital, nicht etwa entspannt in einem Bett, sondern im Stress an der Maschine, betreut von übernächtigem Personal, das selbst bis an die Grenzen gefordert ist.

Aus gesundheitlichen und sozialen Gründen raten die Fachärzte von Nachtschichten bei der Blutwäsche ab. Keine andere westliche Metropole Europas leistet sich einen vergleichbaren Missstand. Warum wird so etwas in Wien geduldet? Die Antwort ist ernüchternd: Die PatientInnen sind überwiegend alt und in jeder Hinsicht abhängig davon, dass sie überhaupt versorgt werden. Dialyse ist kein schickes Geschäft für Privatspitäler, sondern unbedankte und schlecht vergütete Routine der öffentlichen Krankenhäuser. Ginge es hingegen auch bei den Nierenkranken um spektakuläre Botschaften, wie jüngst zu den neuen Krebsmedikamenten, dann wären die Mediziner – und Pharmalobbys schnell in allen Medien mit alarmierenden Kommentaren. Alte Menschen aber, denen die Harnvergiftung droht, wenn sie nicht rechtzeitig dialysiert werden, sind offensichtlich keine Kampagne wert.

Der Kritik begegnen die Rathausroten mit dem Wahlkampfslogan „Gesundheit für alle“ und Gegenbeispielen für herausragende Versorgung in den Wiener Gesundheitseinrichtungen. Diese Beispiele gibt es, keine Frage. Manches davon ist nachgerade entbehrliche Überversorgung. Geld ist vorhanden im Gesundheitssystem, es fehlt an der effizienten Verwendung, weil die Politik, so scheint´ s, von Lobbys und nicht von Versorgungsgerechtigkeit diktiert wird.

Sigrid Pilz
Gesundheitssprecherin der Wiener Grünen
http://wien.gruene.at

radrettung


Im Wiener Wahl-Herbst überall anzutreffen: Die Rad-Rettung der
Grünen. MechanikerInnen der IG-Fahrrad checken im Lazarett-Zelt
gratis Räder auf Herz + Tretlager. Service, Einstellungen und
kleine Reparaturen werden prompt erledigt, zusätzlich gibt’s Infos
und Beratung rund ums Rad in der Stadt.
(In Mariahilf übernimmt die Firma Ciclopia den Rettungseinsatz.)

die Radrettung findet ihr hier

Netzwerke der Macht: wie sie funktionieren

Wie funktionieren in Österreich die Netzwerke der Macht

zu diesem Referat von Dr. Harald Katzmair mit anschließender Diskussion möchte ich herzlich einladen.

Harald Katzmair leitet das Institut FAS.research (www.fas.at), das sich mit Netzwerkanalyse sowie u.a. empirischen Untersuchungen über personale Verflechtungen von großen Unternehmen in Österreich beschäftigt. Seine Analysen und Thesen sollen uns auch dazu dienen, neue Netzwerke, die zur Durchsetzung von Ideen und Projekten notwendig sind, intelligent zu entwickeln.

Ich würde mich sehr freuen, Sie am Mittwoch, den 5.Oktober, um 20.00 in der Agentur Viennapaint (www.viennapaint.com) zu einem sicher sehr interessanten Abend herzlich begrüßen zu dürfen.

* Wie funktionieren in Österreich die Netzwerke der Macht?
* Mittwoch, 5.Oktober 2005, 20.00 Uhr
* Adresse: Viennapaint, Sandwirtgasse 11, 1060 Wien

Um Anmeldung wird gebeten: bitte per mail an karin.binder@gruene.at