Mehr Parkplätze – Für RadlerInnen!

Nach dem ersten Teil dieser Forderung hätte ich jetzt wahrscheinlich uneingeschränkte Zustimmung aller anderen Fraktionen geerntet. Wow, ein Grüner für mehr Parkplätze. Doch der Zusatz mag jene wieder enttäuschen: für RadlerInnen.


Foto: Radlerparkgarage in Amsterdam

Tatsächlich ist es so: es gibt zu wenige Radabstellanlagen an öffentlichen Orten. Viele Räder werden an Verkehrszeichen, Zäunen oder ähnlichem abgesperrt und können so den FußgängerInnen behindern. Auch die Diebstahlsgefahr ist bekannt. Der VCÖ hat erst kürzlich die aktuellen Zahlen präsentiert: Im Sommer werden in Österreich im Schnitt 140 Fahrräder gestohlen. Im 1. Halbjahr dieses Jahres sind in Wien Wien mit 3.234 die meisten Fahrräder gestohlen wurden. Sichere Abstellanlagen und gute Schlösser sind das geeignete Mittel dagegen.

Der Mangel an Radabstellanlagen ist ein wesentlicher Grund, warum es Wien noch immer nicht gelungen ist, den Anteil des Radverkehrs am sog. „modal split“ über 4 Prozent zu steigern. Damit schneidet Wien im internationalen Vergleich nicht gut ab. (Zum Vergleich: Graz 13 Prozent, München 15 Prozent, Salzburg 19 Prozent..)

Hintergrund der Radparkplatz Misere ist vor allem, daß die Finanzierung der Radabstellanlagen in der Kompetenz der Bezirke liegt und diese meist kein großes Interesse daran haben, für Radabstellanlagen Geld in die Hand zu nehmen.

Doch im 2003 vom Wiener Gemeinderat beschlossenen MasterPlanVerkehr 2003 heißt es richtigerweise: “Sichere und bequeme Fahrradabstellplätze sind ein wichtiger Beitrag zur Förderung des Radverkehrs.” Und auch für das Problem der fehlenden Finanzierungswilligkeit der Bezirke gibt der MasterPlanVerkehr 2003 die Lösung vor: “Zur Finanzierung von Fahrradabstellplätzen sollen auch Mittel aus der Parkometerabgabe herangezogen werden können.” Schließlich sind die Einnahmen aus der Parkometerabgabe zweckgewidmet. Aus dem Wr. Parkometergesetz § 5: “Der Nettoertrag der Parkometerabgabe ist für Maßnahmen zu verwenden, die der Erleichterung des innerstädtischen Verkehrs dienen.”

Also, müssen wir ernsthaft diskutieren, ob mehr Rad- und dadurch weniger Autoverkehr zu einer Erleichterung des innerstädtischen Verkehrs führen? Eben. Die Stadt Wien offensichtlich schon. Denn Stadtrat Schicker fast zwei Jahre nach dem Beschluß des Wiener Verkehrskonzepts noch immer nicht geschafft, den Vorschlag in die Realität umzusetzen. Offenbar nimmt die Stadt Wien ihre eigenen Konzepte nicht ernst.

Wichtig zu wissen: „park your bike“ funktioniert!

Ganz ehrlich: auch ich war zunächst etwas ratlos, als ich vor den park your bike Anlagen gestanden bin. Doch wer weiß, wie´s geht, findet die Anlagen wirklich gut. Der gelbe Bügel ist sogar noch sicherer als die herkömmlichen; auch wenn man ihnen das zunächst nicht zutraut. Und letztendlich brauch man sein Fahrrad nur mit dem eigenen Schloß am diesem gelben Bügel fixieren, und das Fahrrad ist gesichert.

Die „park your bike“ – Abstellanlagen könnten jedoch besser genutzt werden. Das Problem dieser Anlagen liegt vor allem darin, daß die NutzerInnen gar nicht wissen, wie das System funktioniert. Hier sollte die Stadt Wien versuchen, dieses Problem mit Hilfe der ihr zur Verfügung stehenden Kommunikationskanäle zu beheben. Die Stadt gibt ohnehin so viel Geld für Pr Massnahmen aus.

Unis raus aus der Stadt?

Der Rektor der WU denkt darüber nach.
Der Rektor der TU genauso wie jener der “Angewandten”:
Soll der Standort gewechselt und einer an der Peripherie gewählt werden?
Eine öffentliche Debatte, v.a. eine der Kommunalpolitik gibt es dazu nicht.
Vom Planungsstadtrat hab ich auch noch nichts gehört.
Dabei wäre eine Debatte wesentlich.

Denn was würde es z.B. für den 4.Bezirk und seine wachsende Urbanität (Galerien, Lokale, Schikanederkino, etc.) bedeuten, wenn die TU als Ganzes, so wie vom Rektor ernsthaft ventiliert, aufs Flugfeld Aspern ziehen würde?
Oder die “Angewandte” auf die Donauplatte vor der UNO-City?
Darüber soll die Stadtplanung nachdenken: erst verlagern sich Geschäfte und Kaufkraft an die Peripherie (Einkaufszentren,factory-outlets), es folgten die Kinos (Multiplexe samt “Erlebnisgastronomie”), aber auch grosse Bürogebäude wachsen entlang der sogenannten “Umfahrungsstrassen”. Mit all dem zieht man Menschen aus der Stadt hinaus.

Amerikanische, aber auch deutsche Städte zeigen, wo das endet: Leblose, am Abend fast völlig “tote” Innenstädte.
Vom wachsenden Autoverkehr ganz zu schweigen.
Soweit ist es noch nicht.

Es muss auch kein Fehler sein, mit der einen oder anderen Fakultät z.B. die Donaustadt aufzuwerten.
Aber es muss über Ausmass, sowie um Auswirkungen auf die Stadt eine Debatte geben.
Momentan diktiert ausschliesslich der Rechenstift:
Können durch die Aufgabe innerstädtischer Lagen (derzeit noch hohe Mieterträge)
Ausbauten an der Peripherie (derzeit noch billige Bodenpreise) finanziert werden?
Was das für das Gewebe der Stadt bedeutet, diese Frage wird kaum gestellt.
In den nächsten Tagen möchte ich dazu StadtplanerInnen und Uni-Vertreter befragen, um diese Diskussion anzuzetteln.

Statt Öl, Gas oder Atom: Das Biomasse Kraftwerk

Statt Öl, Gas oder Atom: Strom und Wärme aus Holz: Das Biomassekraftwerk

Ausgerechnet Wien. Ausgerechnet in der Bundeshauptstadt, das irrtümlich am wenigsten mit Biomasse verknüpft wird, entsteht derzeit das größe Biomasse Kraftwerk Österreichs. Vor 5 Jahren, als wir diese Projektidee vorgestellt hatten, kamen noch Fragen wie „Woher soll denn das viele Holz kommen?“ oder „Geht denn das technisch überhaupt?“ Mittlerweile ist klar: es geht und Mitte nächsten Jahres geht das Kraftwerk in Betrieb.


Foto: Wien Energie

Mehrere Ziele können mit diesem Projekt erreicht werden:

· Wien steigt damit in die großtechnische energetische Nutzung der Biomasse ein. Eine Zukunftstechnologie wird damit in Wien umgesetzt.
· Klimaschutz: „Raus dem Öl“ muss das Motto der nächste Jahre heissen, denn die fossilen Energieträger (Öl, Kohle, Gas) sind für den Klimawandel verantwortlich, und werden immer teurer. Spart jährlich rund 144.000 Tonnen CO2 ein
· Das Biomasse Kraftwerk Wien schafft heimische Wertschöpfung, positive Beschäftigung

und wird zum Vorzeigeprojekt.

Die Biomasse wird zu einem großen Teil aus nahegelegenen Beständen kommen, um dem regionalwirtschaftlichen Aspekt Rechnung zu tragen und unnötige Transportwege zu verhindern. Die Österreichischen Bundesforste sind Partner der Wiener Energie und für die gesamte Brennstoffbeschaffung (jährlich rund 600.000 Schüttraummeter) und -logistik zuständig. Dabei wird der Wiener Hafen Logistikzentrum für ds Biomasse Kraftwerk Wien sein.

Eckdaten

· Leistung: 62 MW
· Investitionsvolumen: rund 52 Millionen Euro
· Kann rund 45.000 Wiener Haushalte mit Strom und 12.000 Haushalte mit Wärme versorgen

Das Biomassekraftwerk ist eines von “23 Grün-Roten Projekte für Wien”, die nach der vergangenen Wienwahl vereinbart wurden und weitgehend umgesetzt wurden.

Impressum

für den Inhalt verantwortlich:
Christoph Chorherr
Grüner Klub im Rathaus
1082 Wien
christoph.chorherr@gruene.at

Harald Katzmair: Feedback auf Thesen

Selten genug werden seitens der Politik die richtigen Fragen aufgeworfen. Hier geschieht dies aber offensichtlich: Wie sieht eine Stadtpolitik des 21. Jahrhunderts aus?
Die Antwort von Chorherr darauf: Wir müssen eine Politik forcieren, die die Entfesselung von Wertschöpfungs- und Innovationsprozessen in das absolute Zentrum ihrer Aufgabe rückt. Schwierig genug dabei die Antwort auf folgende Frage, die mich seit längerem beschäftigt:
Wie können Menschen ein Leben lang innovativ sein, ohne dass ihre schöpferische Tätigkeit sie in die Erschöpfung treibt, weil der (oligopolistische) Markt sie zwingt sich permanent zu verändern, anzupassen, neu zu erfinden?
Wie kann man in einer Welt der permanenten Veränderungen “am Ball bleiben”, ohne dass es einen dabei zerreißt, ohne dass man verrückt wird?
Das ist die neue “soziale Frage” des 21. Jahrhunderts, dass ist die Frage einer Wettbewerbsökonomie, deren Rohstoff Wissen und deren Wettbewerbsvorteil Innovationen sein sollen.

Die Antworten auf diese Frage sind noch nicht ausformuliert, aber es gibt meiner Meinung nach Indizien, wohin die Reise gehen muss: neue Grundsicherungs- und Grundeinkommensmodelle, die sozialrechtliche Aufhebung des Unterschieds von selbständiger und unselbständiger Beschäftigung, Diversity Mainstreaming nach dem Modell des Gender Mainstreaming, der Aufbau von sozialen Netzwerken als Teil einer neuen (immateriellen) Infrastrukturpolitik, generell die Förderung von urbanen Milieus der Kreativität und Toleranz (Leben und leben lassen), die Erhöhung der Frauenerwerbsquote, eine Armutsbekämpfung und Arbeitsmarktpolitik, die nicht nur in die Aus- und Weiterbildung investiert, sondern auch in die Netzwerke der Menschen (weil man kann noch so gescheit sein, wenn man niemanden kennt, kann man sein Wissen und Können nicht realisieren)

Wie auch immer, ich glaube, dass es heute mehr denn je darum geht, zunächst die richtigen Fragen zu stellen, denn sie sind bereits Teil der Antworten. Insofern bin ich schon gespannt, ob es im Umfeld dieses Blogs gelingt gerade in Zeiten des Wahlkampfs einen politischen Diskurs anzuregen, der die neuen Konturen einer künftigen Politik für Wien, Österreich und Europa noch schärfer als bisher Zutage treten lässt!

Dr. Harald Katzmair – Head of Research and Business
FAS.research – Network Analysis for Science and Business
Muellnergasse 3/1, A-1090 Vienna

http://www.fas.at

Das „Haus ohne Heizung“

Das „Haus ohne Heizung“: Wiens erste große Passivhaussiedlung ist in Bau.


Foto: www.passivhaus-wien.at

Es ist absurd: Noch immer wird ein Grossteil der fossilen Energieträger (Öl, Gas Kohle) dafür eingesetzt, Räume im Winter warm zu bekommen.
Ein kluger Kopf hat dazu gemeint, ein Haus, das eine Heizung hat, hat eigentlich einen Bauschaden. Technisch ist das Passivhaus weitgehend ausgereift. Es kommt dank intelligenter Technik ohne Heizung aus. „Passiv“, weil passive Sonnenenergienutzung, in Kombination mit optimaler Dämmung und einem klugen Lüftungssystem (keiner Klimanalage) zwar frische Luft hineinbringt, die Wärme aber drinnenlässt.

„Pilotprojekte“ gibts genug in Österreich, was bisher fehlte, v.a. um die mächtigen Wohnbauträger zur Innovation anzuregen, war ein Grossprojekt.
Nach einem Wettbewerb wurde ein Sieger gekürt, und Österreichs grösste Siedlung ist im 21. Bezirk am Entstehen

Mitte 2006 können die BewohnerInnen ihre Wohnungen beziehen.

Als Standort für eine Passivhaus-Siedlung wurde der Kammelweg in Wien Floridsdorf ausgewählt. Im Juli 2002 startete ein zweistufiger Bauträgerwettbewerb für das innovative Wohnprojekt mit rund 250 Wohneinheiten. Bei einem Passivhaus werden die BewohnerInnen nur mehr ein Drittel der Heizkosten eines Niedrigenergiehauses verbrauchen. Im November wurde der erste Teil des Bauträgerwettbewerbs abgeschlossen. Seit Anfang Juli stehen nun die Sieger fest: Die Jury unter Vorsitz von Wolf D. Prix ermittelte das Projekt der BauträgerInnen “Wohnungseigentum” (S & S Architekten) und “I & R Schertler” (Architekten Kaufmann ZT GmbH) als beste der eingereichten Vorschläge. Die ersten BewohnerInnen können voraussichtlich im Jahr 2005 in die Wiener Passivhaus-Siedlung einziehen. Neben dem Energiestandard soll sich das Projekt vor allem durch einen hohen Grünraumanteil auszeichnen.


Foto: www.passivhaus-wien.at

Das erfreuliche dabei: Bei einem Projekt wird es nicht bleiben. Schon derzeit sind eine Reihe weiterer Passivhausprojekte beim Grundstücksbeirat eingereicht worden bzw. in Umsetzung. Erstmals hat in Wien eine breite Auseinandersetzung mit dem Passivhausstandard stattgefunden. Es zeigt sich, dass das “Haus ohne Heizung” eines der Topthemen im Baubereich ist. Der Passivhauswettbewerb und zahlreichen Veranstaltungen haben viel bewegt und zur erfolgreichen Vermittlung von Know-how und innovativen Ideen beigetragen. Der Wettbewerb war Startschuss für viele Initiativen und Projekte, die nun in Wien realisiert werden.
Und wenn der Energiepreis weiter steigt, womit zu rechnen ist, werden jene Städte profitieren, dike Unternehmen beherbergen, die deratige Projekte umsetzen können.

24 x Grundsätzliches

Zur Stadt im allgemeinen
zu Wien im besonderen

1. Grüne Politik, wie ich sie verstehe, soll klar sagen, was anders werden soll in dieser Stadt.

2. Diese „Thesen“ sind eine Einladung an all jene, die von Politik zurecht Substanz erwarten; und sich oft abwenden, wenn sie mit platten Slogans abgespeist werden.

3. „Politik machen“ heisst für mich nicht Kapperl verteilen, möglichst viele Hände schütteln, und Fernsehinszenierungen anstreben, sondern Gespräche führen und konkrete Projekte entwickeln; mit all jenen, die das ernsthaft wollen. Ich glaube, das sind viel mehr als viele glauben.

4. Wir fangen nicht bei Null an. Position beziehen heisst aber Wesentliches anzusprechen.
Wesentliches für Wien für die nächsten fünf Jahre.

5. Das erste Wesentliche: Politik soll aufhören vom „wir schaffen Arbeitsplätze“ zu schwafeln. Erstens kann sie das gar nicht, und zweitens glaubt es – nach zu vielen Versprechungen – ohnehin niemand mehr.

6. Stattdessen: Urbane Wirtschaftspolitik muss, gerade wenn sie “Wertschöpfung“ will, durch die Menschen Einkommen und Befriedigung erzielen, eine Priorität haben: Interessante, kreative Köpfe nach Wien zu bringen, und interessanten, kreativen Köpfen in Wien zu ermöglichen, schöpferisch, unternehmerisch im umfassenden Sinn tätig zu sein.

Das klingt nur am ersten Blick banal, ist in Wirklichkeit eine Revolution.

7. Stellen Sie sich vor, ein junger Steven Jobs oder gar ein in Russland geborener Student namens Sergey Brin (Google Gründer, heute Multimillionär) gehen in Wien auf eine Bank, stellen sich und ihre Idee vor und wollen einen „Kredit“.

Frag junge Kreative nach ihren Erfahrungen mit Banken bei der Finanzierung neuer Projekten und wir sind beim Kern des Problems

Wie wär´s z.B. mit der Gründung einer kommunal orientierten Bank?

8. Es geht um die Haltung einer Gesellschaft zu Innovation und Technologie: Scheitern ist keine Schande. Es muss vieles ausprobiert werden, vieles scheitern, viel gelernt werden, um einigen wenigen Ideen zum grossen Durchbruch zu verhelfen.
Das ist leider ganz „unwienerisch“.

9. Risiko übernehmen, Neues versuchen, ermutigen, neue Wege gehen ist so ziemlich das Gegenteil von „Verwalten“.
Und wofür brüstet sich Wien: Die „bestverwaltete“ Stadt zu sein.
In diesem Zusammenhang ist diese Ausspruch eigentlich eine gefährliche Drohung.

10. Kreative Köpfe nach Wien heisst: Vielfalt der Sprachen und Einwanderung sind keine Bedrohung sondern eine unabdingbare Vorraussetzung für Innovation.

11. Deswegen: Wien soll sich nicht gegen „ausländische“ StudentInnen wehren, sondern sehr viel Geld in die Hand nehmen, um möglichst viele nach Wien zu bringen. Denn es ist möglich, allen ein besseres Studium anzubieten.

12. Ein Drittel aller in Silikon Valley gegründeten Unternehmen stammen von „Ausländern“.

13. Es ist die Konzentration auf drei T, die den Kern urbaner Politik ausmachen müssen: Talent, Toleranz und Technologie.

14. Talent heisst: Priorität für Bildung und Ausbildung statt Strassen und Kanäle als Infrastruktur der Wissensgesellschaft. Mehr Studierende, mehr Universitäten, mehr Erwachsenenbildung, mehr Forschung, und vor allem (das kann Politik) viel mehr Geld in diesen Bereich. z.B. statt einen sinnlosen Tunnel durch die Lobau buddeln oder Garagen zu subventionieren

15. Toleranz, besser sollte es Akzeptanz bzw. Respekt heissen: Kreative Köpfe einladen. Sie gehen dorthin, wo sie willkommen sind- unbeschadet ihrer Muttersprache, ihrer Herkunft, ihrer religiösen oder sexuellen Orientierung.

16. “Diversität” ist das Schlüsselwort urbaner Wirtschaftspolitik.

17. Gerade kreative Menschen schätzen kulturelle Vielfalt und besonders Musik. Deren Förderung und Wertschätzung ist ökonomisch wichtiger als jede Autobahn.

18. Technologie heisst vorerst einmal: wirkliches politisches Interesse dafür entwickeln, und dann ginge es erst los: von der Verbesserung der Bildungs- und Forschungseinrichtungen, über die ausreichende Dotierung bis zu einer Fülle von Pilotprojekten.
Beispiel gefällig: Ein funktionierendes mobiles Infosystem via Handy über Intervalle und allfällige Verspätungen der Wiener Linien.
Oder ein Bürobau, der nicht Energie verbraucht, sondern sie produziert

19. Der zweiter grosse Schwerpnkt, das „andere Wesentliche“: Die Halbierung des Stoff-Ressourcen und Energiedurchflusses der Stadt sowie die völlige Ausrichtung auf solare, erneuerbare Energieträger.

In der Alltagspolitik hat das viele unterschiedliche Namen: Klimaschutz, Feinstaub, Verkehrslawine, Ölpreis, Ozon.

Im Kern geht’s um ein globales Problem, dessen lokale Lösung radikal ist, aber möglich.

20. Stellen Sie sich vor, ein „durchschnittlicher Chinese oder Inder braucht nur halb soviel Öl (Stahl, Kohle, Zement,…) wie unsereins. Derzeit ist es ein Achtel (China) oder ein Zehntel (Indien).

21. Das Problem ist aber nicht der rasante Aufholbedarf der Chinesen, Inder (Brasilianer,Tanzanier, etc.) sondern unser indiskutabler Wirtschaftssstil und Ressourcenverbrauch.

22. Die Alternativen gibt’s bereits, technologisch ist vieles ausgereift, aber viel zu wenig bekannt, und politisch wird kaum etwas umgesetzt.

Es geht um eine neue Architektur – der Bedarf nach Heizung oder Kühlung ist eigentlich ein „Bauschaden“ – einen neue grünen urbanen Städtebau statt der Zersiedelung des Umlandes, um einen Totalumbau des Verkehrs, vom Fahrad bis zu neuen Technologien und den Totalaustieg aus fossilen und atomaren Energieträgern.

Die Sonne liefert genug Energie, Biomasse ist reichlich vorhanden, Wind kann genutzt werden, der vollständige Umstieg ist eine politische Aufgabe.

23. Die Stadt ist der ideale Ort all das zu entwickeln, zu erproben und umzusetzen

24. Und ein blog ein wunderbares tool, anspruchsvoll darüber zu diskutieren.

Vorzugsstimmen

Was viele noch nicht wissen:
Bei der Gemeinderatswahl am 23. Oktober können (nach einer Wahlrechtsänderung) erstmals zwei „Vorzugsstimmen“ vergeben werden.
Damit haben die WählerInnen einer Partei die Möglichkeit, bestimmte KandidatInnen besonders zu unterstützen, deren Politik oder Person ihnen ein Anliegen ist.
Praktisch gibt man eine Vorzugsstimme so: Unter dem berühmten “Kreuzerl” (hoffentlich bei Grüne) sind zwei Felder freigehalten, in die man die Namen jener zwei Personen reinschreibt, denen man eine Vorzugsstimme geben will.
Erreicht ein/e KandidatIn (sorry jetzt wirds ein bisschen technisch) 1,25 mal die Wahlzahl, das wären ca. 12 000 Stimmen, wird er oder sie, unbeschadet des Listenplatzes vorgereiht.
In meinem Fall (um gleich Missverständissen vorzugreifen) ist die konkrete Vorreihung nicht notwendig, da ich auf einem weitgehend sicheren Listenplatz gewählt bin.
Trotzdem freu ich mich über jegliche Form der Unterstützung für meine Politik, und natürlich auch über jede Vorzugsstimme.

Es gibt auch eine Zusammenstelllung aller Kandidat/innen aller Parteien im Netz:
Wer kandidiert wo:
hier

Christoph Chorherr transpolitics

Was mich sonst noch – ausser Politik- umtreibt:
Eine Schule in Wien, an deren Entwicklung ich mitwirke: die walz

Eine NGO, die Architekturfakultäten anregt und koordiniert, in südafrikanischen Townships Sozialprojekte zu bauen:sarch

Eine Schule in einem südafrikanischen township, der Name ihr Programm widerspiegeln soll: Ithuba, ein Zulu Ausdruck für “opportunity”, das Ithuba Skills College

Viel Grundsätzliches Nachdenken über Bildung und Schule zu finden unter das Bildungsmanifest

Für Bücher und Kino muss immer Zeit sein:

Drei Buchtipps, die durchaus mit den vorgestellten Thesen (siehe Grundsätzliches zu tun haben
Jane Jacobs: The Death and Life of Great American Cities
(zwar schon mehr als 40 Jahre alt, aber wegen der darin angestellten grundsätzlichen Gedanken über das Wesen grosser Städte sehr sehr lesenswert)

Richard Florida: The Rise of the Creative Class (erst dieses Buch lesen, dann urbane Wirtschaftpolitik machen)

Steven Johnson: Emergence (“It`s the future” schreibt die New York Times darüber-über Sellbstorganisation in Städten, bei Ameisenhaufen, in der Evolution oder in der Politik; hat mich sdehr beeindruckt)

Zu diesem Weblog

Dieser blog wurde im letzten Gemeinderatswahlkampf gestartet.

Mein Ziel war und ist:
Über relevante Probleme und Chancen der Stadt auf anspruchsvollem Niveau zu diskutieren.

Ich war und bin überrascht und begeistert, wie stark dieses Medium gelesen wird, aber auch wie viele hier auf hohem Niveau diskutieren.
So kann eine neue Form einer “dialogischen Öffentlichkeit” entstehen.

Mein credo:
Warum muss Politik immer Verflachung heißen?
„Das ist zu kompliziert“, oder „wen interessiert denn das wirklich“ ist oft zu hören. Ich will es versuchen und glaube, dass ein Weblog ein hervorragendes tool dafür ist. Hierzu möchte ich jene Themen und Projekte zur Diskussion stellen, von denen ich glaube, dass sie relevant sind, auch wenn sie auf den ersten Blick ein wenig kompliziert sind.

Mein Beitrag „24x Grundsätzliches“ soll einen Rahmen abstecken´.

Und dann wird diskutiert, was andere relevant finden.
Hierzu möchte ich verschiedene Menschen einladen, ihre Sicht darzustellen, aber all jene, die auch Relevantes zu sagen haben, ob Schwerpunkte, Fragen oder Projekte sind eingeladen.
Die grosse Überschrift heisst „Chance auf Urbanität“, und wird kein beliebiges Schlagwort sein, sondern sehr konkret mit politischen Veränderungen gefüllt werden.
Ganz frech werde ich mir erlauben, die Diskussion zu moderieren, und drauf zu achten, dass ein Ton, der auf gewissen Foren leider eingerissen ist und viele vertreibt, hier nicht Einzug hält.

Und ganz grundsätzlich: ich bemühe mich im Rahmen meiner zeitlichen Möglichkeiten, alle mails zu beantworten und soweit gewünscht ebenso Kommentare am Weblog.

Und bin gespannt, was sich hier entwickelt,
gruesse
c.c.