4 Replies to “die Humanisierung des Netzes”

  1. Heisse Luft eines Wichtigmachers! > Für alteingesessene Netznutzer ist Nachsitzen angesagt. […] »Es
    > entsteht gerade eine riesige Kluft. Wer jetzt nicht dabei ist,
    > dem entgehen wesentliche Möglichkeiten«, befürchtet Thomas Burg.

    Das ist doch nur heisse Luft eines Wichtigmachers!

    Und jetzt das Traurigste an dem Artikel:

    > Der Wissenschaftler leitet das Institut für Neue Medien an der
    > Donau-Universität Krems. [!]

    Also kein Journalisten-Geschwafel, sondern eine klassische Fehlbesetzung …

    > Er warnt angesichts des behäbigen Verhaltens der Internet-Nutzer
    > im deutschsprachigen Raum vor einer »Digitalen Spaltung zweiter Ordnung«.

    Blogs sind doch weder inhaltlich, noch technisch etwas essentiell Neues. Mittlerweile sind die Redaktionssysteme eben – erfreulicherweise – so einfach, dass auch technisch uninteressierte Menschen ihre Meinung einfach publizieren und “verlinken” können.

    Zum Thema Podcasting genügt wohl ein einziger Link:

    http://www.geekculture.com/joyoftech/joyarchives/705.html

    > Dominieren in Foren und Chats des alten Netzes immer noch per Pseudonym
    > anonymisierte Netznutzer, agieren die meisten Weblog-Autoren unter ihrem
    > echten Namen.

    Wer´s glaubt wird selig!

    “Alteingesessene Netznutzer” erschaudern eher bei dem Gedanken, dass noch Jahrzehnte später der – unter echtem Namen verfasste – Unsinn aus den digitalen Archiven gehoben werden kann.

    Deshalb diskutieren “alteingesessene Netznutzer” mit ihren Bekannten aus der Akustikkoppler-Zeit (oder aus ihrer Mailbox, aus Newsgroups, Mailing Lists, Redaktionssystemen, Diskussionsforen, Blogs usw) – online oder bei einem Glas Bier oder Wein – sicher nicht über Blogs oder gar “Web 2.0”, sondern über DRM, TRA oder Biometrie!

    Keinesfalls beschwören sie eine “Digitale Spaltung zweiter Ordnung”:

    Sie wissen nur zu gut, dass diejenigen, die gerade mal eine winzige Stufe bewältigt haben, gerne denen, die noch unten stehen, weissmachen wollen, dass diese Stufe “sooooooooo” gross ist.

    Lieber zeigen die “alteingesessenen Netznutzer” denen, die noch unten stehen, wie leicht diese kleine Stufe zu bewältigen ist. Und dann machen sie sich hoffentlich gemeinsam dran, “Reputation und Authentizität” der Wichtigmacher zu beschädigen.

    Motto:
    “Gestern wusste ich noch nicht, wie man Blogosphäre schreibt, heute bin ich schon Leiter des Instituts für Neue Medien an der Donau-Universität Krems.”

    1. Man mag vom Zeit-Artikel und von der “Digitalen Spaltung zweiter Ordnung” halten was man will (und letztere zu beschwören halte ich persönlich ebenso für überaus verzichtbar) – dieser Kommentar ist jedenfalls ein Paradebeispiel für die (leider) übliche Niveau-Divergenz zwischen Weblogs (die ja auch Identitätsträger sind) und Medienformaten, deren Partizipienten sich seit Akustikkopplerzeiten nicht zu blöd sind, Untergriffe (für die sie sich wahrscheinlich und/oder hoffentlich schämen würden, würde man sie beim oft-beschworenen Bier darauf ansprechen) aus dem komfortabel anonymen Hinterhalt abzufeuern. Weblogs auf technische Aspekte zu reduzieren ist seit einem halben Jahrzehnt schon ein eher unspannendes Unterfangen; wesentlich ergiebiger ist es, das Augenmerk auf die mit ihnen einhergehende Chance einer Änderung der Konversationskultur zum Positiven zu legen. Diese zu ergreifen sei hiermit auch Herrn oder Frau X. ans Herz gelegt.

    2. Wirklich erstaunlich wie sehr man sich geschützt durch Anonymität im Niveau vergreifen kann. Und sichtlich ein Paradebeispiel an österreichischer Neidgesellschaft, oder was ist sonst der Grund für diese Verbalentgleisungen?

      einmal mehr wird bewiesen wie kurz man denken muss um Weblogs rein als Software zu begreifen. Schon aus diesem Grund rechtfertigt sich die Begriffsdefinition “social software” – um diesem dumpfen Technokratenargument den Ast abzusägen.

      ein langer Kommentar, ohne Inhalt, ohne Aussage, aber sicher geschrieben von einem der es besser weiß…

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